J* K.

^ehrter Herr Kollege, hierbei helfen, wofür wir Ihnen sehr zu Dank ver- pflichtet wären. Denn da die Sammlung längere Zeit in Ihrem Haus gestan­den hat, ist Ihnen vielleicht etwas über das Vorhandensein eines Kataloge und über dessen Verbleib bekannt geworden.

Nicht ganz folgen möchte ich Ihnen darin, wenn Sie eine sächsische Volk gemeinschaft der allgemeinen deutschen gegenübersteilen. Es ist das wohl auch so von Ihnen nicht gemeint, Jedenfalls befleissigen wir uns, die ört liehen Belange hiemals vor der allgemeinen deutschen Verpflichtung in den Vordergrund zu stellen. Das folgt schon aus der Tradition der sudetendeut sehen Familie SBNCKENBERG. Auch meine Mitarbeiter, die wie ich, &hre Kräf te ehrenamtlich dem Museum widmen, ebenso wie die Angestellten des Hauses ^ptammen aus allen Gauen Deutschlands, kaum einer aus Frankfurt.

Gerade unsere Beziehungen zu Kühnscherf erinnern an unsere Ablehnung Je' der örtlichen Befangenheit. Vor dem Krieg gabes nur die beiden Firmen KUHNSCHERF-Dresden und ÄRMBRUSTER Frankfurt, die den Schrankbau für die Museen der Welt beherrschten. Wir haben 1?07 beide Firmen in Wettbewerb treten lassen und haben als Andenken hieran unseren einzigen ÄRMBRUSTER- Sehrank in der Sammlung stehen. So sehr wir uns für die Frankfurter Firma ÄRMBRUSTER freuten, wenn sie vorwärts kam und Auslands-Aufträge erhielt, so haben wir doch unbedenklich die grössere Leistung von KUHNSCHERF aner« ^.nnt und uns ausschliesslich auf Zusammenarbeit mit dieser Dresdener Fir­ma eingestellt. Auf diese Zusammenarbeit zwischen Dresden und Frankfurt und zugleich zwischen Handwerk und Wissenschaft wollten wir im Hinblick auf diese geschichtliche Entwicklung einmal an anderer Stelle eingehen.

Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, mit dem Sie mir rückhaltlos Ihre Mei­nung geschrieben haben und hoffe, und hoffe, mit meiner Antwort Ihren Er­wartungen entsprochen zu haben. Ich stehe Ihnen gern mit Jeder weiteren Auskunft zur Verfügung und hoffe, dass diese Angelegenheit die zwischen uns bestehenden freundlichen Beziehungen nicht trüben wird.

Mit verbindlichen Grössen und

Heil Hitler! Ihr ergebener

Rud.Richter