Staatliches Museum

für

Mineralogie und Geologie

Fernruf: 18020

Direktor: Prof. Dr. E. ßimann

Anschriften sind nicht an den Unterzeichneten Beamten persönlich zu richten, sondern nur an das Staatliche Museum für Mineralogie und Geologie.

Nr.. 417/39

Dresden A. 1, den 18. Juli 1939 Zwinger

Herrn

Prof. Dr. Hudolf Richter

Frankfur t/M.

Senckenberg-Museum

Sehr geehrter Herr Kollege !

In Heft 7 von Uatur u. Volk, ßd. 69 , las ich auf Seite 373/374 mit Interesse und nicht ohne einiges Erstaunen, daß die Frl.Kühnscharf-Dresden dem Senckenberg- Museum einen großen Teil der Mineralogisch-geologischen Sammlungen ihres Vaters ein­schließlich der Schauschränke schenkungsweise überlassen haben, eine Schenkung, die man wohl wertmäßig mit 10 bis 20 tausend Mark eainsetzen kann.

Mein Erstaunen bezieht sich el&rauf, daß die Fräulein Kühnscherf mir gegenüber sich immer als Menschen gegeben haben, die nach dem Tode ihres Vaters und im Zusammenhang mit unerquicklichen Erbaus­einander Setzungen wirtschaftlich außerordentlich schwer zu kämpfen hätten. Aus diesem Eindruck heraus habe ich einen großen '^'eil der Sammlungen und Möbelstücke der FrL,Kühnscherf seit 1933() gastfrei in unseren Räumen aufgenommen, ohne die geringste Entschädigung da­für zu beanspruchen. Dieses großzügige Entgegenkommen hat uns mit der von Jahr zu Jahr ständig wachsenden Raumnot größte Unannehmlich­keiten bereitet.

Wenn es sich heute herausstellt, daß die Frl. Kühnscherf Sammlungen u. Möbel im Werte von vielen tausend Mark verschenken können, so werden Sie verstehen, daß ich hierüber peinlich erstaunt bin, da