Herrn

Prof. Dr. E. R I M A N N Staatl.Museum für Mineralogie

und Geologie

D re s d e n Ai

Zwinger

41 7/39

18.7 .39

24. 7. 39

Sehr geehrter Herr Kollege!

Ihr Schreiben vom 18.Juli ist auch für mich eine Überraschung.

Die Nachkommen unseres verewigten KUHNSCHERF sind mir persönlich nicht bekannt. Daher bin ich auch über die Motive ihrer völlig ohne unser Zutun erfolgten Schenkung nicht unterrichtet worden. Die Gründe dafür scheinen mir allerdings nicht so fern zu liegen; nicht nur dass unser Museum seine sämtlichen Abteilungen mit KÜHNSCHERF»sehen Schränken ausgestattet hat, sondern vor allem deswegen, weil in jahrzehntelanger Zusammenarbeit zwi­schen Senckenberg und Kühnscherf und durch die dabei gegebenen besonderer Aufgaben und Aufträge die Firma Gelegenheit fand, sich zu entwickeln und von unseren Auslandsverbindungen Nutzen zu ziehen.

^ Nicht ohne Einfluss für den Entschluss der Familie KÜHNSCHERF wird wohl auch das Bewusstsein gewesen sein, dass Senckenberg bei der Firma noch nicht unerhebliche Aussenstände hatte.

Den Wert der Schenkung möchten wir allerdings kaum so hoch veranschla gen, wie Sie es tun. Um die Schränke für die Schau-Sammlung geeignet zu machen, müsste erst das Fensterglas überall durch Spiegelglas ersetzt we den. Eine grosse Ausgabe, die wir nur allmählich übernehmen können. Na­mentlich aber fehlt zu unserem grossen Bedauern ein Katalog für die Nati lien, sodass deren wissenschaftlicher Wert zunächst noch problematiscl Unsere bisherigen Nachforschungen nach einem Verzeichnis der Fund« sind ohne Ergebnis geblieben. Vielleicht können Sie uns, sehr