Die traurige Zerrissenheit unter der die jetzigen Deutschen leben, war diesem ganz unbekannt. Mit seinen Volksgliedern fühlte er sich verwachsen, wie mit seinem Körper. Er lebte in ihnen und diese in ihm. Ein wunderbares menschliches Zusammenwirken muß daraus erfolgt sein, von dem wir uns heute nichts träumen lassen. Dabei hatten diese sicher mit furchtbaren wilden Tieren zu kämpfen, vielleicht auch mit schweren Naturereignissen.
Auf jeden Fall geht aus dieser harmonischen und edlen Kopfbildung hervor, daß er in einem Kreise ähnlich veranlagter Menschen gelebt haben muß, oder sonst würde sich dies in der Schädelform bei den in Frage kommenden Eigenschaften bemerkbar gemacht haben. Würden z. B. seine Volksglieder falsche Charakterzüge gezeigt haben, dann würde die Auswirkung davon an einem herabgeminderten Vertrauen zu erkennen sein und dieses hätte sich in der Schädelbildung mit Hilfe des Plastometers millimetergepau feststellen lassen. In ähnlicher Weise ließen sich auch die anderen Charaktereigenschaften feststellen.
Der Ausblick.
Demnach muß der Träger des Schädels einem außerordentlich hochstehenden Volke angehört haben, das Charakterzüge aufweist, wie sie von den reinsten Germanen bekannt sind, doch reichen letztere nicht ganz an die vollkommene Art dieses Mannes heran.
Wie müssen die Lebensbedingungen zu seiner Zeit wohl gewesen sein?
Aus der Pflege bestimmter Eigenschaften sind Rückschlüsse auf seine Einstellung zur Umwelt möglich.
So ist bei seinem überragenden religösen Gefühl dennoch die Vor- sorglichkeit etwas zu sehr gepflegt worden. Mithin müssen Umwelteinflüsse ihn dazu veranlaßt haben, vorsorgend zu denken.
Fragen wir uns nach welcher Richtung, so gewahren wir, daß der Bau- und technische Sinn etwas übermäßig gepflegt wurde. Dies besagt, daß er gezwungen war, sich gegen Natureinflüsse oder gegen wilde Tiere zu schützen. Gegen seine Volksglieder hatte er es nicht nötig oder sonst hätte darunter sein Vertrauen gelitten und dies wäre zahlenmäßig millimetergenau festzustellen. Danach muß er und sein Volk einen schweren Stand in mancher Beziehung gehabt haben. Andererseits müssen aber auch erfreuende und erhebende Naturzustände gewesen sein, sonst wäre der Natur- und Schönheitssinn nicht so stark vertreten. Kämpfe und stark in Anspruch nehmende Schutzmaßnahmen hinderten eine ungehemmte künstlerische Betätigung, obwohl der Sinn dafür stark vertreten war.
Die Lebensart.
Nach den vorhandenen gut entwickelten Fähigkeiten dieses Urmenschen ist anzunehmen, daß sein Volk ein menschlich hochentwickeltes Dasein führte.