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Damit ist aber keineswegs gesagt, daß nun dieser Mann sich von rein geschlechtlichen Bedürfnissen leiten ließ. Das verbot schon seine hohe moralische und religiöse Lebensauffassung.

Sie sind es, die bedingen, daß er die Fortpflanzung wichtiger ansah als Liebesneigungen sich hinzugeben. Der Zweck der Verbindung mit der Frau sollte das Leben in der Geschlechterfolge ermöglichen, und zwar in der verantwortungsvollsten Art gegen Gott und die Menschen. Bei der ganzen Natur und seinen harmonischen Geistes­anlagen sowie seinem starken Anhänglichkeitsbedürfnis ist nur an­zunehmen, daß er die Verbindung heilig auffaßte, die mit Treue und Verantwortung gegen die Nachkommen verbunden war. Die einzig würdige Form konnte für diesen Fall nur eine passende Lebensgefährtin in ehelicher Verbindung sein. Denn nach seiner Beschaffenheil kannte er Liebeleien überhaupt nicht, noch aber wilde ungezügelte sinnliche Bedürfnisse. Heilig muß er den Geschlechts­akt aufgefaßt haben. Andererseits war er frei von jeder Prüderei. Der nackte Körper war für ihn ein geschaffenes Gotteswerk, der zu ehren und verehren war, den man aber auch pflegen und hegen sollte, um ihn im besten Sinne zu erhalten und zu verbessern suchen.

Sinnlicher Schmutz muß diesem Manne meilenweit fern gelegen haben. Wie man an dem Menschenkörper Anstoß nehmen konnte, muß ihm völlig unfaßlich gewesen sein. Selbst die Geschlechtsorgane dienten ja nur zu edleren und heiligen Zwecken nach seiner Auffassung, wie konnte er da in diesen etwas Sündhaftes, wie heute vielfach angenommen wird, sehen. In dieser Beziehung muß er in para­diesischen Vorstellungen gelebt haben. In welchem Tiefstand befinden wir uns heute dagegen, in der die Lüsternheit so weit verbreitet ist, daß Nacktheit als Sünde gilt.

Wenn wir nun zu den seitlichen Schädelteilen übergehen, dann gewahren wir, daß hinter dem Ohr der Kampfsinn gut ausgeprägt ist, aber nicht übertrieben. Er verteidigt seine Hochziele und seine Stammesmitglieder wohl auf das Wirkungsvollste; doch hat er keineswegs Freude am Streit, sondern vermeidet diesen so gut es geht. Seine Sorglichkeit, die oberhalb des Kampfsinnes liegt, über­ragt seinen Kampfsinn ganz beträchtlich.

Er ist vor allem besorgt, religiös und edel menschlich und natürlich vernünftig zu handeln. Dazu soll sein vorsorgender Sinn die Bahn ebnen helfen.

Die Verschwiegenheit ist gleichfalls kräftig ausgeprägt, und zeigt an, daß er seine Zunge zu meistern suchte, nicht damit ungewollt ein Wort oder eine Handlung andere verletzt.

Der Erwerbsinn deutet an, daß er möglichst viele edle und tapfere gottgefällige Handlungen vollbringen wollte. Seine Ausprägung ist kräftig und befindet sich seitlich etwas nach vorn und oben mehr dem Ohr zu gelegen.