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Lieber^Herr Schairer!
Schönberg i
T. , den 28. 3. 1930
Ich will in diesem Brief nur von Dr. Schwarz schrei ben und alles andere beiseite lassen. Um Voreingenommenheit möglichst auszuschalten, habe ich den Leiter von Wilhelmshaven, Prof. Dr. Rudolf Richter, trotz seiner Überlastung gebeten, mir einen kurzen Bericht zu geben. Diesen lege ich unverändert bei, als Zeichen vollkommener Übereinstimmung mit meiner eigenen Ansicht.
Ein Vergleich zwischen ABRAHAM LINCOLN-STIFTUNG und Notgemeinschaft, über die ich als Vertrauensmann meiner Universität genau Bescheid weiss, ergibt: Die Notgemeinschaft ist eine Förderin der Forschung, wobei Forschung gleichbedeutend ist mit »wissenschaftlicher Arbeit». Wissenschaftliche Qualitäten sind entscheidend für die Auswahl; über menschliche haben die Berater der Notgemeinschaft nicht zu befinden Schon der Umstand, dass sie selbst Forscher sind, beweist, dass sie in eigener Sache urteilen, also auch nicht anders urteilen können. Der Weg der Notgemeinschaft ist gut und bedeutungsvoll, denn er fördert die Forschung in schwerer Zeit, die uns Segen gebracht hat. Die ABRAHAM LINCOLN-STIFTUNG aber will weiter gehen. Sie fördert nur den Forscher, der menschlich etwas bedeutet. D.h*-er darf nicht allein »wissenschaftlich arbeiten», sondern sein Werk muss immer untermischt sein mit dem heissen sehnsüchtigen Willen zu helfen, zu dienen. Der LINCOLNER muss Altruist sein, ehe er Führer wird, nicht Egoist.
Ich glaube dass solche Eigenschaften selten sind und dass sie sich in den meisten Menschen erst spät herausbilden. Bei Schwarz sind sie vorhanden; er ist der erste junge Mensch, bei dem ich sie in solcher Stärke fand. Ich will aber daran gleich eine Sorge knüpfen: Darf die A.L. Stiftung einen Menschen einsam lassen? Sie fördert