ihn, gibt ihm Gelegenheit zu eigenartiger Entwicklung — und was geschieht dann? Was geschieht sogar schon während der A. L. Jahre, wenn ein solches genialisch veranlagtes Kind, mit dem Willen begabt, sich rückhaltlos hinzugeben, in falsche Hände kommt? Wer kann ihm eine Aufgabe bieten, wie die, an der unser Schwarz sich auszeichnete?
Das sind Sorgen, die z. T. mit denen Richters übereinstimmen. Ich würde im Einzelfalle Schwarz es befürworten, den Stürmer noch für ein weiteres Jahr (1931) vor jüngeren und älteren Schmarotzern zu bewahren, zumal die Saat seiner Schöpfung im Aufgehen begriffen ist. In einem mit soviel Idealismus aus dem Nichts geschaffenen Werk ist ein Stück Herz eingemauert; zu frühzeitige Abschnürung davon würde Andere vor Hingabe warnen. In allen Fällen würde ich es für gut halten, wenn während der A. L. Zeit eine Verbindung der LINCOLNER untereinander bestünde, schon um das Urteil der Jugend in die Auswahl einzuschalten. Diese Verbindung sollte nach der A. L.Zeit erhalten bleiben. Solange Führer wie die A.L. Stiftung sie schaffen will, mit Sicherheit auf Missverstehen, ja Feindschaft rechnen gönnen, müssen sie sich gegenseitig unterstützen.
Das wären die besonderen Gedanken, die der Fall Schwarz in mir geweckt hat. Sie sind nicht neu für mich, und ich vertrete sie um so wärmer, als meine innerste Überzeugung mir sagt, dass die A.L. Stiftung auf dem rechten Wege ist. Ihr Weg ist schwieriger als der der Notgemeinschaft, aber ihr Ziel ist auch höher. Lassen Sie Schwarz 1931 noch mit uns in Wilhelmshaven und Frankfurt arbeiten; wir, Richter und ich, sehen seinen weiteren Weg vor uns, halten es aber aus inneren und äusseren Gründen beide für besser, ihn noch festzuhalten
Auf Ihre anderen Fragen gehe ich bald ein. Mit herzlichen Grüssen auch an Whintrop YOUNG, den ich gern bald Wiedersehen möchte, Ihr alter
gez. Fritz Drevermann