lL:
Abschrif t!
Frankfurt a.M., den 20. 3. 30
Betr. Dr. ALBERT SCHWARZ
Herrn
otA ^
Professor Dr. DREVERMANN
Frankfurt a.Main.
Lieber Herr Drevermann!
Sie wünschen meine Eindrücke über
Dr. Schwarz zu hören.
S. ist ein Mensch, wie er in der heutigen Zeit leider allzu selten zu finden ist. Schon sein Studiengang zeigt ihn in diesem Gegensatz zu jenem Typus des Studenten, der durch die nötigen Pflichtkollegs auf das Examen losgeht und sich selber die Augen für den weiteren Ausblick • verbindet, den ihm nur einmal im Leben die Universität geben könnte. Nur Kurzsichtigkeit wird verkennen, dass diese Selfestbeschränkung bei den meisten Studenten in Wahrheit ein bitterer Verzicht und Pflichtgefühl gegenüber den Eltern ist. Umsomehr hebt es S., der selber aus engen Familienverhältnissen stammt neraus, dass er es sich ermöglichte, sich in einem selber gewählten Studiengange ein umfassendes und doch um einen E klaren Gesichtspunkt geordnetes Wissen zu erwerben. Dieser Gesichtspunkt war die Verbindung der fossilen Geologie mit den exakten Grundlagen allen Geschehens in Physik und Chemie.
Ungewöhnliche intuitive Gaben liessen ihn schon während seiner Studienzeit neue Aufgaben der Forschung sehen und neue Methoden vorschla gen.
Mit solchem Wissen und Können wollte er aber nicht nur selbstgenügsamer Forschung leben. Ein starkes Pflichtgefühl drängte ihn, tätig mitzuarbeiten an den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben der Zeit.
So schloss er sein Studium ab, das bereits zur Wirksamkeit geworden war. Da öffnete sich ihm das LINCOLN-Stipendium und ermöglichte, den richtigen Mann an den richtigen Platz zu stellen. Ohne Übetreibung möchte ich sagen: ich wüsste auf der Erde heute keinen Platz, wo S. sein