Herrn
Oberbürgermeister Staatsrat Dr. K F E ß S Frankfurt a.M.
Dathaus
31 . 8.1939
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Auf Veranlassung von Herrn Prof.Jr. FIüHTBR erlaube ich mir, aen nachfolgenden kurzen Bericht über meine ausserberuf liehe Tätigkeit zu überreichen.
Die zeitliche Aufeinanderfolge der Scnichten der Erdkruste ist bisher vorzugsweise nach Gross-Versteinerungen festgelegt worden. . o man auf Bohrkerne angewiesen ist und diese zeitlicn gliedern soll, hat sich dieses Verfahren als nicht ausreichend erwiesen; denn es müsste schon ein besonderer Glücksumstanu sein, dass in einem Bohrkern Ammonshörne Muscheln oaer gar bestimmbare Teile von mammutzähnen usw. angetroffen werden. Dagegen.sind viele Gesteine von einer Ar ßen Zahl von kleinen Versteinerungen erfüllt. r s hat sich da her eine eigene Wissenschaft entwickelt, welche darauf aus= geht, niese kleinen Versteinerungen durch Schlämmen aus den aufgeweichten Gesteinen zu gewinnen, ihre Formen zu erforsch und vor allem den Formenwandel durch die Millionen Jahre der Erdgeschichte festgusteilen. Sind auf diese "eise einmal bestimmte Formen in ihrem zeitlichen Wert geeicht werden, so kann man erkennen, welche Schichten durch eine Bohrung in de Tiefe angetroffen werden. Idan kann weiterhin feststellen, oh| die Schichtenfolge regelmässig ist oder 6t//a durch Faltung auf dem Kopfe steht, oder man kann feststellen, oh bestimmt* una vielleicht wirtschaftlich wertvolle Schichten Örtlich fehlen.
Die Wissenschaft der kleinen Versteinerung ist deshalb in der Lage, die Industrie bei uer Auswertung von Bohrungen zu beraten, die Ansetzung neuer Bohrungen zu empfehlen oder davon abzuraten. Aus diesem Grunde ist die Wissenschaft für