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belt's Arbeit zusammengetragenen Sammlungen dadurch, daß die in seinen zahlreichen, teils monographisch, teils in Zeitschriftenserien dargestellten, Publikationen beschriebenen Formen in diesen Samm­lungen verblieben sind, was auch für das Material seiner drei Kollegen, Roßmäßler, Boettger und von Möllend orff, gilt. Alle zukünftigen Molluskenforscher müssen so immer wieder auf das Senckenbergische Museum zurückgreifen.

Aber dem großen Blick Wilhelm K o b e l t's blieben Die Be­ziehungen der weiteren Zusammenhänge seiner anscheinend rein de­skriptiven Forschung nicht verborgen und als Postulat ihrer Er­gebnisse kristallisierten sich jene großen tiergeographischen Gesichts­punkte heraus, die vielfach selbstverständliches Gemeingut geographisch- vergleichender biologischer Forschung geworden sind, ohne daß der Name des letzten Urhebers dieser Kenntnis erfragt mar. Bon der heimatlichen Scholle auch hier ausgehend, zeigte K o b e l t auf Grund der Bergleichungen an Muscheln, daß Main, Lahn, Neckar und Rhein in früheren Zeitepochen anderen Lauf hatten, und die Er­gebnisse seiner Reisen im Mittelmeergeöiet läuterten die Aufstellung tiergeographischer Probleme des westlichen Teils der alten Welt. Die in den Berichten und wissenschaftlichen Abhandlungen unserer Gesellschaft aus der gewandt fließenden Feder Wilhelm K o b e l t's niedergelegten, mannigfaltigen Ergebnisse werden stets ihre domi­nierende Rolle behalten. Und so benutzte die Gesellschaft gern die Gelegenheit seines 50 jährigen Doktorjubiläums am 11. Dezember 1912, um ihrem, seit 25 Fahren wahrhaft arbeitenden Mitglied, Wilhelm Kobelt, die außerordentliche Ehrenmitgliedschaft an­zutragen, die höchste Würde, welche die Gesellschaft zu vergeben hat.

Aber fast mehr noch als der Verlust ihres ausgezeichneten Mit­glieds betrauert die Gesellschaft in seinem Scheiden den Abschied eines wahren, aufrichtigen und treuen Freundes, eines Menschen, erfüllt von Güte, Milde und selbstloser Zurückstellung seiner Person. Und so schneidet sein Scheiden tief ein in die Herzen vieler unserer Mitglieder, in die Herzen seiner zahlreichen Freunde, Verehrer und Schüler. Das Glück des Lebens hatte ihm neben seinen vielen schönen Gaben eine Gattin zur Seite gegeben, gleichgesinnt in Fühlen, Denken und Arbeiten. Denen, welchen es vergönnt war, in dem anheimelnden kleinen Hause, fern vom Getriebe der Groß­stadt, hinter den alten Eichen am Schwanheimer Wald, ein- und ausgehen zu können, scheint es schier unfaßbar, daß eine Trennung des glücklichen, unzertrennlichen Paares möglich wäre: in wenigen Monaten hätte das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert werden sollen.

Es sind ihrer nicht wenige gewesen, die in einer Zeitspanne von 37 Jahren wiederholt an dem gastlichen Tische in Schwanhcim saßen. Viele deckt bereits seit langem der grüne Rasen. Viele nahmen von den geistigreichen Anregungen das Samenkorn eines großzügigen