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Wilhelm Kobclis Feuerbestattung.

3m Ofsenbacher Krematorium hatte sich am Vormittag des 29. März ein kleiner Kreis von Verivandten und Freunden Wilhelm Kobelts eingesunden, um einen letzten Abschied von ihm zu neymen, bevor, was an ihm sterblich ist, den Flammen übergeben wurde.

Ein kurzes Orgelspiel leitete die Feier ein. Hierauf ergriff im Namen der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft das Wort Herr Dr. F. W. Winter:

Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft betrauert tief­bewegt in dem teueren Entschlafenen den unersetzlichen Verlust eines ihrer verdienstvollsten Mitglieder. Schon als korrespondierendes Mit- glied, seit 1869, hat Wilhelm K o b e l t sein Wissen und den Mh größten Teil seiner Arbeitskraft in den Dienst der Bestrebungen ^ unserer Gesellschaft gestellt. Mit ihm ist einer ihrer letzten, großen Veteranen dahingegangen, nachdem wenige Monate zuvor die Ge­sellschaft seinem gleichalterigen, ihm ähnlichen Freund, Lucas von Heyden, das letzte Geleite gab.

Wilhelm Kobelt's eigenartige Gaben ließen ihn Naturforscher, Arzt, und aus beiden Eigenschaften heraus, Volkswirtschaftler sein.

Seine angeborenen Anlagen zum Sammeln und kritische» Betrachten aller naturwissenschaftlichen Erscheinungen der un­mittelbaren Umgebung wurden schon in frühester Jugend vor­züglich gefördert und entwickelt durch den ausgezeichneten Vater, der als Pfarrer in Alsfeld seine fünf Söhne ein Geschwisterpaar war in früher Kindheit gestorben in seiner Privatschule für die Reifeprüfung in Gießen ausbildete. Diesein Forschen in der Natur ist Wilhelm Kobelt treu geblieben sein Leben lang, einmal nur führte ihn seine Doktorarbeit über Herzdämpfung und Herz­leere auf mehr medizinisches Gebiet. Die Bahn seiner Forschungen setzte ein mit dem Studium der unscheinbaren Schnecke des heimat­lichen Bodens und begann, sich rasch auszudehnen von derFauna von Nassau" überdie im europäischen Faunengebiet lebenden Binnenconchylien" bis später zu derPalaearktischen Tierwelt". Die £ Ilebersiedelung von Biedenkopf in die Nähe Frankfurts, nach d Schwanheim, befestigte die schon begonnenen Beziehungen mit unserer Senckenbergischen Gesellschaft. Bald erwarb durch seine Vermittlung die Gesellschaft für ihr Museum die bedeutende Roßmäßler'sche Mol­luskensammlung, und damit wurde der Grundstock zu jener Land­molluskensammlung unseres Museums gelegt, die dank K o b e l t's Bemühungen in Ergänzungen und in Erweiterungen, durch Ein­verleibung seiner eigenen Sammlungen, den Erwerb der Sammlungen seiner Freunde Oskar Boettger und Otto Franz von Möllendorff, dazu geführt hat, daß das Senckenbergische Mu­seum in der Landmolluskensammlung die erste Stellung der Welt einnimmt. Erhöht ist der Wert dieser unvergleichlichen, durch Ko-