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Wir aber, die Überlebenden, ringen weiter mit des Rätsels Qual; Trost finden wir in dem Gedanken, daß kein schleichendes Siechtum ihn gequält und seine edlen Züge entstellt hat. Für den Weisen bedeutet der Tod keinen Schrecken; ihm ist er die Erfüllung des Maßes aller irdischen Dinge, der ernstere Bruder des Schlafes, der den müden Erdenpilger in seinen sanften Arm nimmt, wenn der Genius des Lebens müde die Fackel gesenkt; dennnach ewigen ehernen Gesetzen müssen wir alle unseres Daseins Kreise vollenden und deshalb, o Menschenkind, Hab' die Sonne nicht zu lieb und nicht z» lieb die Sterne!"

An einein regenfrischen Märztage verläßt du, warmherziger Menschenfreund, deine trauliche Hütte, worin dir Jahrzehnte lang

die Sonne häuslichen Glückes den Tag vergoldete, an der Seite einer wackeren Gattin, einer seltenen, dich ganz verstehenden Frau. Nicht niedersinken wollen mir unter der Wucht des Schmerzes, denn nicht bist du am Leben vorbeigegangen; bei deinem Herzen voll Liebe für alles Geschaffene hast du mit treffsicherer Hand alle Blüten und Blumen gepflückt, die unsere Täler so reichlich füllen, und darum vernehmt, verehrte Leidtragende, das letzte Geleitwort des Dichters:

Laßt laue Lüste und Sonnenglanz Umspielen des Tote» Bahre,

Legt ihm den srühlingeschweren Kranz In die gebleichten Haare!

Wo soviel Lebensfreude schien,

Da ist kein Grund zum Klagen,

Und hellen Auges wollen wir ihn,

Zur letzten Ruhe tragen."

Teuer fei uns die Erinnerung an den Mann, der nur Licht spendete, da sein Auge das Licht noch sah. Sein Name wird in unserem Gedächtnis einen dauernden Ehrenplatz behalten, die Spur von seinem Wirken in der iGeschichte unseres Gemeinwesens nie untergehen. Wir aber wollen weiter arbeiten in seinem Geiste, im Geiste des sozialen Fortschritts, in der Liebe zur Heimat, die er nicht müde ward, zu predigen im Geiste der werktätigen, selbstlosen, alles verbrüdernden Menschenliebe.

Ein Denkmal hat er sich errichtet, dauernder denn aus Erz und Stein, in den dankbaren Herzen der Mit- und Nachwelt.

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Der Trauerzug gab dem Wagen noch ein Stück Wegs das letzte Geleit. Herr Stadtrat Professor Or. Stein betonte in seinein namens der Familie erstatteten Abschieds- und Dankeswort die nnwandel- bare Treue, mit der Kobelt an Schwanheim, seiner zweiten Heimat, gehangen; immer und immer sei er von seinen Reisen, dem Zug seines Herzens folgend, hierher zurückgekehrt. Mit ihm verschwinde ein Stück Alt-Schmanheimer Geschichte.