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Wort wahr gemacht: „Nur ein guter Mensch Kanu ein guter Arzt sein." Als er seinen ärztlichen Beruf aufgegeben, galt jeder Tag wissenschaftlicher Forschung und Vertiefung. Daneben fand er in rastloser Tätigkeit Muße, sich mit Vergangenheit und Gegenwart unseres Dorfes und der engeren Umgebung zu beschäftigen. Ties grub er sich ein in die Geschichte unse.er lokalen Verhältnisse. Ihm mar die Gabe leichtflüssiger Darstellung eigen; neben einer fruchtbaren schriftstellerischen Tätigkeit schrieb er als erster Schwanheims Chronik. Dabei bewahrte er sich einen offenen Blick für die Forderung des Tages. Nachhaltig wirkte er mit bei der Errichtung der städtischen Waldbahn, ihm gebürt die Vaterschaft des Schwan- heimer Brückenbaues und der Walderholungsstätte, er war die Seele vieler hiesigen gemeinnützigen Vereine,- den Landwirt und Obstzüchter belehrte er und wurde nicht müde, fast alljährlich die hiesigen, über die Grenze unseres Dorfes berühmt gewordenen Obst- nnb Pflan- zenausstellungen einzurichten und zu fördern. Lange bevor unserin Reich der große Wurf der sozialen Gesetzgebung gelang, erwog er in seinem ruhelos arbeitenden Kopf die Möglichkeiten einer Versicherung der leidenden Menschheit gegen die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Zufälligkeiten des Lebens; anregend wirkte er auch auf genossenschaftlichem Gebiet. Als letzte Freude konnte er in der Schaffung des Heimatmuseums die Krönung seines Wirkens in unserem Dorfe erleben. Grenzenlose Uneiqennützigkeit, Lauterkeit im Denken und Tun zeichneten ihn bei allen seinen Unternehmungen aus, und trotz mancherlei Gegenströmungen legte er nie die Hände müßig in den Schoß. „Arbeiten und nicht verzweifeln", war seine tägliche Losung.
Als starker Geist und tiefer Denker befaßte er sich neben den Kleinfragen des Lebens mit den Rätseln unseres Daseins, mit Sinn und Ziel unseres Lebens, versuchte den Schleier zu lüften, der über dem verborgenen Wesen der Welt liegt. Als Arzt und Philosoph wird er tiefer wie manch anderer die Weltverwirrung betrachtet und den unerforschlichen Kräften nachqeschü'ft haben, die als Ausfluß eines unersättlichen Weltwillens Blüten und Keime nusstreuen, mit sie mit rauher Hand vorzeitig wieder zu vernichten, die das Ideale vom Gemeinen niederringen lassen, die unseren Planeten zum waffcn- starrenden Tummelplatz und blutigen Schlachtfeld gemacht haben. Und doch glaubte er an eine höhere Menschheitskultur, an die Kraft des Guten, an de» Sieg des deutschen Idealismus. Wachen Auges konnte er das glorreiche Ringen unseres Volkes um seinen Weltberuf erleben. Gern hätte er den F eben noch gesehen, von dem er sich eine Fülle reichen Segens für Land und Volk versprach. Nun hat ihn jener Friede umfangen, den die Welt nicht geben kann, eingekehrt ist er in jenes Reich, wo ewige Eintracht herrscht, wo Sinnlosigkeit Sinn, wo Zwecklosigkeit Zweck wird, wo der Kreis ruhig fließender Harmonien die Seele erfüllt.