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Arbeitspensum noch eine weitere Last hinzugekommen, die Aufarbeitung der Ausbeute von Carlo von Erlanger aus dem nordöstlichen Afrika. Ich hatte meinem jungen Freunde schon vor der Reise versprochen, diese Arbeit zu über­nehmen und in dieselbe das Material zu verweben, das ich für einen dritten oder vierten BandBeiträge zur Zoogeographie im Laufe vieler Jahre gesammelt hatte. Aber die Vollendung und besonders die Herausgabe zog, sich in­folge des Museumneubaus immer wieder hinaus, und erst Ende 1909 konnte die erste Abteilung, die systematische Beschreibung der neuen Arten und ein Katalog aller aus Afrika bekannten Mollusken, beendigt werden. Ob es mir möglich sein wird, auch noch die zweite wichtigere Hälfte, die eigentliche Zoogeographie und die Erörterung der Be­ziehungen des Erdteils zu den übrigen Landmassen, in der geplanten Weise durchzuführen, mag vorläufig dahingestellt bleiben. Jedenfalls habe ich die Genugtuung, dass die jüngeren Zoogeographen und Geophysiker meine Arbeiten beachten und den Landschnecken ihre gebührende Stellung bei ihren Forschungen zuweisen.

Ich hatte kaum etwas freieren Atem gewonnen, als ich einen alten Plan wieder aufnahm, der mich und andere wohl noch auf lange Zeit hinaus beschäftigen wird. Bei einer Bearbeitung der im Rheingebiet vorkommenden Vivi- para-Arten und angeregt durch das plötzliche Auftreten der norditalienischen Vivipara pyramidalis im Züricher See kam mir der Gedanke, dass eine gründliche Vergleichung der Mol­luskenfaunen unserer deutschen Flüsse, namentlich der Najadeen, sehr wertvolle Ergebnisse für die Kenntnis alter Flusszusammenhänge liefern könne und müsse. Zu einer genauen Erforschung unsrer Najadeen hatte ich schon zwanzig Jahre früher aufgefordert, doch ohne sonderlichen Erfolg. Ich entschloss mich den Versuch noch einmal zu wagen und gleichzeitig an dem Rhein den Beweis zu liefern,