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dass man aus dessen Unioniden heute noch nachweisen könne, dass dieser Strom im Diluvium aus vier getrennten Systemen bestanden habe. Diesmal scheint ein günstigerer Stern über dem Plane zu walten. Ich erwähnte ihn zu­erst in einem Artikel über die Vivipariden des Rheins in den Jahrbüchern des nassauischen Vereins für Naturkunde von 1907. Der Vorschlag fand eine unerwartet freundliche Aufnahme in Rheinland und Westfalen. Auf den Wunsch Walter Voigts schrieb ich einen Artikel für die Mit­glieder des naturwissenschaftlichen Vereins in Rheinland und Westfalen, mit einer Tafel und einer Karte des dilu­vialen Rheins. Ausserdem versuchte ich bei der hundert­jährigen Jubelfeier der Wetterauischen Gesellschaft die wissenschaftlichen Vereine des Maingebietes für eine Ver­einigung zu gemeinsamer Arbeit zu gewinnen. Allgemeine Zustimmung, auch Seitens der wissenschaftlichen Zoologen bei der Versammlung der Deutschen Zoologischen Gesell­schaft 1909, wo der Vorsitzende von Graf eine Dankesrede hielt, die weit über das hinausging, was ich erwartet hätte. Aber die versprochene Mitarbeit blieb aus, und wenn ich nicht in einem jungen Frankfurter Studenten, Fritz Haas, ganz unerwartet einen äusserst tätigen Mitarbeiter gefunden hätte, würde ich wohl auch diesmal wieder die Sache auf sich haben beruhen lassen. Aber durch Haas kam ich in die Lage, die reichen Najadeenschätze des Frankfurter Museums ordnen und in eine Zentralsammlung umarbeiten zu lassen und die nach und nach sich einstellenden Mit­arbeiter warm zu halten. Das gab mir den Mut, dem Nachrichtsblatt eine ExtrabeilageBeiträge zur Kennt­nis der Mitteleuropaeischen Najadeen beizu­geben, und einen besonderen Najadeenband der Ikonographie in Angriff zu nehmen. Ich habe allen Grund zu hoffen, dass jüngere Kräfte das Unternehmen weiter führen, wenn mir die Feder vorzeitig aus der Hand fallen sollte.