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unter dem Titel „Prodromus molluscorum maria europaea inhabitantium“ bei Bauer & Raspe herauszugeben. Ein längst nötig gewordenes Supplement liegt leider noch als unfertiges Manuskript bei mir.
Eine neue Arbeitsepoche versprach für mich anzubrechen, als es mir gelang, die Berufung von 0. F. von Möllendorff an die Akademie in Frankfurt durchzusetzen. Ich gewann dadurch einen Mitarbeiter, wie ich ihn besser nicht denken konnte; wir ergänzten uns in einer geradezu wunderbaren Weise. Der Katalog der Pneumonopomen und der der B ul i mini den sollten leider die einzigen Früchte unserer gemeinschaftlichen Arbeit sein. Möllendorff übernahm die Neuordnung der Frankfurter Conchyliensammlung, der ich nie soviel Zeit hatte widmen können, wie ich wünschte, und auf mein Drängen auch die Bearbeitung der Agnathen für den Martini-Chemnitz, und die Fortsetzung der von Semper begonnenen Bearbeitung der philippinischen Landschnecken. Da erfasste ihn ein tückisches Leiden und raffte ihn nach mehr als halbjährigem Siechtum dahin, und ich musste seine begonnenen Arbeiten neben den meinen zu Ende führen und so eine fast erdrückende Arbeitslast auf mich nehmen, welche zur Zurückstellung gar manchen eigenen Planes zwang. Die Enneiden von den Agnathen und den achten Band der Philippiner stellte ich noch in 1904 fertig, die Streptaxiden in 1905. Mit Hülfe von Möllendorffs Tochter Gertrud, die auf mein Drängen sich als Lithographin ausgebildet hatte und dabei nebenher die Frau von Fritz Winter geworden war, übernahm ich dann auch die Weiterführung, das Ehepaar die Herstellung der Tafeln nach einem neuen photographischen Verfahren, ich hatte nur den Text zu liefern. Das Unternehmen schreitet ruhig voran.
Nach zweijähriger scharfer Arbeit war Möllendorffs Nachlass so ziemlich liquidiert. Es war aber zu meinem.