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druckfertig und warten auf Platz in einer Gesellschafts­publikation.

Von Anfang an war es nicht die Systematik der Mollusken allein, die mich zur Beschäftigung mit ihnen drängte, sondern viel mehr ihre Verbreitung in Zeit und Raum, ihre geschichtliche Entwicklung und ihre heutige geographische Verbreitung. In meinen Arbeiten tritt das mehr und mehr hervor. Selbständig beschäftigte ich mich mit der Verbreitung der Mollusken in einer Serie von Artikeln, die in den Jahrgängen 1878 1880 der Jahr­bücher erschien, kleinere Arbeiten über die Verbreitung einzelner Familien und Gruppen finden sich überall zer­streut; eine eingehende Erörterung der Molluskengeographie des europäischen Faunengebieles gab ich der zweiten Auf­lage des Katalogs der europäischen Binnen- conchylien (1881) bei. Im Jahre 1897 begann ich mit einer gross angelegten Arbeit über die geographische Ver­breitung der Binnenmollusken im Vergleich mit der Ver­breitung anderer Tierklassen und der Pflanzen, zu der ich seit vielen Jahren Material gesammelt. Unter dem Titel Studien zur Zoogeographie erschienen in 1897 und 1898 zwei Bände, welche die allgemeinen Gesichts­punkte und die speziellen Untersuchungen über das euro­päische Faunengebiet enthielten. Sie wurden von der Kritik überaus treundlich aufgenommen aber nicht gekauft; die Fortsetzung musste unterbleiben, da der Verleger sich weigerte, einen dritten Band zu unternehmen. Indess waren sie die Ursache, dass Ch. H. Tauchnitz mich aufforderte, für eine von ihm unternommene Serie von gut ausge­statteten populären Werken das Tierleben in der gemässigten Zone zu übernehmen. Prof. Kükenthal, welcher das Leben des Polargebietes bearbeiten sollte, und Dr. Strubeil, der die Tropen übernommen hatte, traten später zurück, und so blieb mein Anteil, zu dem ich das Polargebiet hinzu-