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Einem später unternommenen Versuch, wenigstens die Pfeiffer’schen Monographien der Landschnecken auf das Laufende zu stellen, schien ein besseres Los beschieden. Der Vertrag mit meinem Verleger Bergmann lag unterschrieben auf meinem Schreibtisch, als ich die Nachricht von dem grossartigen Plane der Deutschen Zoologischen Gesellschaft erhielt, das „Tierreich“ herauszugeben. Unbekannt mit den Persönlichkeiten, in deren Hände dieses Unternehmen gelegt werden musste, nahm ich diesen Plan ernst, löste meinen Vertrag mit Bergmann und übernahm die Subredaktion der Mollusca für das Tierreich, in der festen Zuversicht, dass wenigstens ein Band jährlich von jeder grösseren Tierklasse erscheinen würde. Auf eine so entsetzliche Pedanterie und ein solch geringes Verständnis gegenüber den Bedürfnissen der Systematik war ich doch nicht gefasst gewesen. Nach unendlichem Aerger und Hin- undherzerren gelang es mir 1902, das Erscheinen der „Cyclophoriden“ durchzusetzen; die Realiiden und Cyclos- tomiden wurden gleichzeitig für druckfertig erklärt, blieben aber bei der Generalredaktion liegen; bei mir häuften sich diejDiagnosen, bis ich es endlich satt bekam und die Arbeit aufgab. Versuche, wenigstens die seit dem Tode Pfeiffers veröffentlichten Diagnosen gesammelt und geordnet zum Druck zu bringen, fanden kein Entgegenkommen bei den Verlegern, weil die Bibliotheken in Erwartung des „Tierreichs“ dergleichen systematische Arbeiten nicht mehr kauften — also Schwamm drüber. Die Vorarbeiten und die gesammelten Diagnosen finden ja vielleicht später einmal Verwendung.
Im Jahre 1906 löste ich endlich meine Verbindung mit dem Tierreich. Der Nassauische Verein für Naturkunde stellte mir Raum für die Synopsis der Realiidne noch in demselben Jahre zur Verfügung; im Jahrgang 1908 folgten die Acmeidae und Truncatellidae. Die Gyclostomiden liegen