Dr. Kobelt als Förderer seiner zweiten Heimat der Gemeinde Schwanheim a. M.

eit seiner Übersiedlung nach Schwanheim, die | im Jahre 1869 erfolgte, hat sich Herr Prof, j Kobelt auf den verschiedensten Gebieten des bürger­lichen und sozialen Lebens die grössten Verdienste erworben. Nachdem er 12 Jahre hindurch mit Eifer und Geschick dem Beruf als prakt. Arzt obgelegen hatte, wählte er sich neben seinen intensiven wissen­schaftlichen Forscherarbeiten auf dem Gebiet der Weichtiere, als besondere Lebensaufgabe die Förde­rung solcher Bestrebungen, welche auf das Allgemein­wohl der Einwohnerschaft Schwanheims gerichtet waren. Hierbei entwickelte er nicht weniger Initia­tive und Anregung als erfolgreiche Ausdauer. So haben z. B. die hiesigen Landwirte manche gute und praktische Anregung in Bezug auf die Einführung von neuen wertvollen Kulturmethoden, landwirt­schaftlichen Werkzeugen und Maschinen und die Anwendung von künstlichem Dünger ihm zu ver­danken. Was sich auf den Gütern der Nachbarschaft als praktisch erwiesen hatte, wurde er nicht müde unseren Landwirten zur Nachahmung zu empfehlen. Dass die Obstzucht, namentlich die Kultur von feinem Tafelobst in Schwanheim schon seit einem halben Menschenalter, besonders von kleinen Besitzern eifrig und mit Erfolg gepflegt wird, ist ebenfalls grösstenteils auf seine Anregung und das von ihm gegebene prak­tische Vorbild zurückzuführen. Das hervorragende Wirken des Jubilars auf sozialem und hygienischem Ge­

biete ist in ganz besonderem Masse bei der Gründung des Krankenwagenvereins und dem Bau der Wald­erholungsstätte zu Tage getreten. Aber auch an der kräftigen Förderung vieler anderer gemeinnütziger Bestrebungen hat Herr Prof. Dr. Kobelt immer den lebhaftesten Anteil genommen; es genüge an seine Mitwirkung bei der Verwirklichung des neuen pracht­vollen Turnhallenbaues und des Brückenbauprojektes zu erinnern.

Wenn wir an dieser Stelle es uns versagen müssen auf die zahlreichen stillen Betätigungen werktätiger Nächstenliebe unseres verehrten Mit­bürgers besonders hinzuweisen, so wissen wir uns dennoch einig mit allen Schichten der Schwanheimer Einwohnerschaft in dem Wunsche, dass er im Bunde mit seiner treuen Lebensgefährtin noch viele Jahre, in der ihm, von einer gütigen Vorsehung ver­liehenen körperlichen und geistigen Frische verleben,

und dass ihm noch viele, und schöne Erfolge bei o,

seinen humanitären Bestrebungen beschieden sein mögen!

Sein Andenken in Schwanheim wird für alle Zeiten ein gutes und dauerndes sein, denn von ihm gilt das Wort Goethes:

Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,

Ist eingeweiht, nach hundert Jahren klingt Sein Wort und seine Tat dem Enkel wieder.