Geburtstagslied.

Karl Karn.

Ein hoher Tag voll Freud und Wonne ist heut, drum unser Lied entfacht; An ihm zum ersten Mal vor Jahren hat, Freund, das Weltlicht Dir gelacht. Drum kommen wir zu gratulieren durch's Lied, das ja Dein Herz erfreut;

Dem Freund und Gönner alle wünschen, dass dieser Tag sich oft erneut.

Wer sich mit uns am Sang kann freuen, dem hebt ein gutes Herz die Brust, Den werden Grillen niemals plagen, er sie verscheucht durch Liedes Lust. Drum bleib Dir immerdar beschieden die Freud am Sang und jederzeit Halt gegen Ungemach und Sorgen ein frohes Lied Dir stets bereit.

Und was wir sonst an Wünschen hegen für Dich zum Wiegenfeste heut, Wir es in nur zwei Worte legen: Gesundheit und Zufriedenheit.

Erhalten bleib dem Jubilare recht viele, viele Jahre noch; und jetzt Ertön aus voller Kehle: Gerburtstagskind, es lebe hoch! hoch! hoch!

Der Soldat.

Fr. Silcher.

Es geht bei gedämpfter Trommel Klang, Wie weit noch die Stätte, der Weg wie lang! O war er zur Ruh und Alles vorbei,

Ich glaub es bricht mir das Herz entzwei!

Ich hab in der Welt nur ihn geliebt,

Nur ihn dem man jetzt den Tod doch gibt. Bei klingendem Spiele wird paradiert,

Dazu bin auch ich, auch ich kommandiert.

Nun schaut er auf zum letzten Mal,

In Gottes Sonne freudigen Strahl.

Nun binden Sie ihm die Augen zu,

Dir schenke Gott die ewige Ruh!

Es haben die Neun wohl angelegt,

Acht Kugeln haben vorbeigefegt;

Sie zitterten Alle vor Jammer und Schmerz, Ich aber, ich traf ihn mitten ins Herz.

tob des Frühlings.

Dr. Carl Puich.

Wenn am Hain die Primeln spriessen und am Rain das Veilchen lacht, Wenn im Sonnenglanz die Wiesen breiten ihre Blütenpracht.

Will das arme Herz dann zagen noch im stillen Kämmerlein?

Träumen in den Blütentagen von vergessen sein? Juble froh ihm zu!

Ringsum blühen Schlucht und Klüfte, Lerchentriller, Amselschlag, Schmettern jubelnd durch die Lüfte Preis und Lob dem Frühlingstag.

Und das Herz wollt nimmer hoffen mit dem Blick zum Himmel hin?

Wo vom Sonnenstrahl getroffen alle Wolken fliehn? Juble froh ihm zu!

In den Wäldern klingen Lieder, es erwacht manch neuer Sang;

Berg und Täler hallen wieder von dem hellen Liederklang.

Armes Herz nun lass dein Bangen nach der langen Winterruh!

Kommt der Frühling erst gegangen, juble froh ihm zu!

Carl Kern.