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Der Steuermann.

G. Welling.

Der Sturmwind pfeift und jagt das Meer,

Die Möve steigt auf und nieder!

Im kleinen Häuschen am Dünenstrand Die Mutter singt Wiegenlieder:

Schlaf sacht und lind, mein liebes Kind,

Und träume, träume süss.

Schlaf wohl! O träume süss!

Es kracht der Bug am schwanken Schiff,

Der Gicht spritzt über die Planken!

Doch dort am Steuer der Vater steht,

Ein Felsen, der nie wird wanken,

Bald küss ich lind, mein liebes Kind,

Es träumt, es träumt so süss.

Schlaf wohl! 0 träume süss!

Ein lauter Schrei! Es stürzt der Mast!

Lebt wohl, ich seh euch nicht wieder!

Die Mutter wartet, doch nie kehrt heim Der Vater und hört die Lieder!

Schlaf sacht und lind, mein liebes Kind,

Und träume, träume süss!

Schlaf wohl! O träume süss!

Jul Wengert.

Elsula.

Weckt morgens der wirbelnde Lerchenschlag das schlummernde Waldgefieder, Dann loben und grüssen den jungen Tag, vieltausendstimmige Lieder.

Ganz leise beginn ich vorm Fensterlein ein Ständchen der Liebsten zum Preise. Da fallen mit Jauchzen die Vögel ein, und mächtig erschwingt sich die Weise: Ave carissima, Salve dulcissima, Amabillissima, Elsula!

Und sitz ich in froher Gesellen Rund des Nachts vorm Tor der Taberne, Die murmelnden Wellen des Stromes drunt und droben die schweigenden Sterne Da funkelt auf meinem Stammpokal, gebrannt in des Glases Wände Und hell übergoldet vom Morgenstrahl, die minniglich süsse Legende:

Ave carissima, Salve dulcissima, Amabillissima, Elsula!

O alma mater! Die Zeit ist da bald muss ich dich lassen auf immer Dich aber, du alma filia, vergess ich mein Lebtag nimmer.

Und schimmern die Haare mir silberweiss, und welken die Wangen der Süssen Erinnerungsfroh wird der zitternde Kreis die zitternde Greisin grüssen:

Ave carissima, Salve dulcissima, Amabillissima, Elsula!