Nachtgruß.
Julius Wengert.
Nun sitzen fröhlich wir beim Wein, Hell glänzt der Saft im Becher!
Das schönste Mädel schenkt ihn ein Stosst an, ihr kecken Zecher!
Im Rebenlaub spielt Mondenschein;
Im Dörflein schliefen alle ein!
Wir aber rufen mit Macht Hinaus in die schimmernde Pracht Schlafet wohl!
Gut’ Nacht, und schlafet wohl!
Schlaft wohl! Gute Nacht!
Das Glück hob manchen Reiter schon, Keck aus des Sattels Eisen;
Doch uns, ihr Brüder, blüht der Mai, Drum lasst die Kannen kreisen!
Den Brüdern aber, die der Tod Zu sich ins kühle Reich gebot,
Ihnen ertöne es sacht
Hinaus in die schimmernde Pracht
Schlafet wohl! u. s. w.
So manches junge Menschenkind Tut sich mit Sorgen plagen!
) Wir haben Mägdlein doch und Wein
Wer möchte da wohl klagen?
’s ist Mitternacht!
Schenk nochmals ein! Herzbruder,
Auf die Liebste dein!
Dann aber kling’ es mit Macht Hinaus in die schimmernde Pracht Schlafet wohl! u. s. w.
Wie hab J ich sie geliebt.
Carl Körner.
Wie hab’ich sie geliebt, doch ach! Der süsse Traum verschwand,
Sie selber rief daraus mich wach,
Leb’ wohl mein Vaterland.
I etzt lass ich wiegen von der Flut lieh wieder in den Traum.
Es kühlt der Ocean mein Blut,
Mit seinem kalten Schaum,
Noch einen letzten Blick nach dir Du blüh’nder Heimatstrand,
Griiss’ noch einmal mein Liebchen mir Leb’ wohl, mein Vaterland,
Doch nein, doch nein,
Ich kenne sie nicht mehr,
Ich liebe dich du weites Meer,
Nun in die See hinein.
F. Möhring.