34
Paulo vom 27. Oktober 1916 einen offenen Brief an den Staatssekretär fres Innern, Dr. Oscar Rodrigues Alves, gerichtet, in Welchem er Ihe- ring's Werk über das Tertiär von Argentinien als ein „großartiges Wissenschaftliches Gebäude" feiert, zu welchem der Staat S. Paulo, wenn auch nur indirekt, beigetragen. „Sollen etwa diePau- listas damit einverstanden fein, daß man in letz- ter Stunde alle seine Verdienste herabsetzt und dem geehrten und ehrenwerten Urheber des grandiosen Werkes bie elementarste Gerechtigkeit verweigert ? Ich rechne mit Sicherheit darauf, daß ' der illustre Staatssekretär des Innern uns bewahren wird vor den niederdrückenden Wirkungen einer solchen moralischen Finsternis." — Leider war, wie Herr Or. AbrahZo Ribeiro bemerkt, die Finsternis ;eme totale. Und doch hat, wie der oben zitierte Artikel der „Nation" sich ausdrückt, „Or. von Iherings Arbeit das Museum von Ipy- ranga aus einen Grad der Entwicklung gehoben, welche es neben jene von Buenos Aires und La Plata stellt, also unter die ersten wissenschaftlichen Institute des lateinischen Amerika." Und in S. Paulo, wo schon die größten Betrügereien ohne Sühne.geblieben sind. >— ausgerechnet in diesem Idealstaat der Verwaltungsmoral - muß der ' „fremde" Gelehrte vertrieben werden, weil er nicht genau nach den Paragraphen des Regula- ments seine Verwaltung geleitet haben soll, desselben Regulaments, um welches sich weder die Untersuchungs-Kommission noch der Staatssekretär des Innern im mindesten gekümmert haben! Tie ganze Verwaltung Ihering's lag doch jederzeit vor der Regierung offen zutage, und die ganze Scheinuntersuchung hat nichts Belastendes ergeben. Noch im Jahve 1907 hat eine andere Untersuchungs-Kommission, an deren Spitze Or. Antonio F. de Paula Souza, Direktor des Polytechnikums stand, das Museum gründlich geprüft
»