Funden in den berühmten Knochenhöhlen und den Berichten der alten Schriftsteller. Anderseits aber drängte ihn her Kampf, den feine zahlreichen Landsleute in den deutschen Bauernkolonieü — Rio Grande hatte damals schon etwa 60.000 deutsche Einwohner — gegen die wissenschaftlich noch ganz unbekannten Feinde und Schädlinge in ihren Kulturen führten, zur Beschäftigung mit der ökonomischen Entomologie, welche damals in Brasilien noch so gut wie keine Vertreter hatte. Seine erste Arbeit, 1881 im „Zoologischen Anzeiger" erschienen, galt dem Giftapparat der gefürchteten Korallenschlange. Ausgedehnte Untersuchungen über die Biologie der gesellig lebenden Hymenopteren, Bienen, Ameisen, Termiten folgten. Aber auch die Säugetiere wurden nicht vergessen, besonders die schädlichen Kleinnager und ihre Verheerungen.
Auch politisch-ökonomisch betätigte sich v. Jhe- ring: durch den Streit um die ehemalige Kolonie lS. Feliciano und seine Erforschung des Cama- quamdeltas trat er dem Herausgeber dieser Zeitschrift näher, mit dem zusammen er in „Peterm. Mitt." 1887 das fragliche Gebiet behandelte. Eine Zeitlang leitete er nach v. Koseritz' Tode auch dessen „Deutsche Zeitung". (Ein Irrtum: Hr. v. Jhering wurde 1881 der Nachfolger Karls v. Koseritz in der Redaktion unserer „Deutschen Zeitung", als Koseritz ein eigenes Blatt gründete. Eigentümer unserer Zeitung ist Koseritz, welcher erst am 30. Mai 1890 starb, nicht gewesen. — A. d. Red.)
Die Revolution von 1693 verleidete v. Jhering die Tätigkeit in Rio Grande; der Bürgerkrieg brach aus, und obschon er sich ganz von der Politik zurüi^og, waren, wie er in einem mir vorliegenden Brief schreibt, seine Sympathien für die Federalisten doch zu bekannt, als daß er nicht ernstliche Unannehmlichkeiten und sogar Lebens-