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Che wir nun auf den „Fall Jhering" näher ehngehen — weicher, unabhängig von unserm journalistischen Wirken, von einem namhaften Paulistaner Rechtsanwalt vor der breiten landessprachlichen Oeffentlichkeit behandelt werden wird — möchten wir in knappen Zügen an die wissenschaftliche Bedeutung bes Mannes erinnern, dem verblendete Engherzigkeit und neidvoller Hatz, wie er der Unfähigkeit eigen ist, ein so empörendes Schicksal bereitet hat. Wir folgen bei dem biographischen Abritz einem Artikel von Prof. Dr. Wilhelm Kobelt im Jahrgang 1913 der Zeitschrift „Deutsche Erde" (herausgegeben von Prof. Or. Langhans). Der Verfasser schreibt:
„Unter den deutschen Forschem, welche in Südamerika der deutschen Wissenschaft Ehre machen, steht in erster Reihe Hermann v. Jhe- r i n g, der Direktor des Museu Paulista in S. Paulo, Brasilien.
Geboren im Jahre 1850 in Gietzen, Sohn des berühmten Rechtslehrers R. v. Jhering, späteren Professors in Göttingen, begann er seine wissenschaftlichen Arbeiten mit anthropologischen Studien unter Mrchow uni» arbeitete dann in den zoologischen Laboratorien von Göttingen und Leipzig unter Claus und R. Leuckart auf dem Gebiet der vergleichenden Anatomie. Er habilitierte sich dann in Erlangen, siedelte aber 1880 nach Brasilien über und liefe, sich als praktischer Arzt in Rio Grande do Sul nieder. Datz der junge deutsche Naturforscher sich in der wunderbar reichen und wissenschaftlich bemahe vollständig unbekannten Natur des südlichsten Brasiliens nicht lange auf seine ärztliche Praxis beschränkte, ist selbstverständlich. Bon Anfang an wandte er sich der Anthropologie und Ethnographie zu und ist seitdem unablässig bemüht gewesen, die Erfahrungen über die Ureinwohner Südbrasiliens in Verbindung zu bringen mit den archäologische