Gesellschaft, durch deren jährliche Geldbeiträge allein die unumgänglichen Ausgaben für die Unterhal­tung der kostbaren Naturaliensammlung und der dieselben aufbewahrenden Gebäulichkeiten bestritten werden, fortwährend sich verringert! An neue Ankäufe zur Vermehrung der Sammlung kann weder jetzt gedacht werden, noch ist dieses bisher geschehen, und mehr als Neun Zehntheil von allem, was vorhanden ist, ward einzig und allein durch die von mir geschenkten Gegenstände tauschweise acquirirt, namentlich auf den auf meine Kosten gemachten Reisen nach Holland, England und Frankreich.

Auf den Gebäulichkeiten des naturhistorischen Museums lastet eine hypothekarische Schuld von 32,000 Gulden, deren Verzinsung und successive Tilgung laut rechtskräftigen Urkunden jeder andern Ausgabe vorangehen soll. Der Creditor dieser Schuld ist die Administration des Dr. Senken- bergischen Bürgerhospitals; diese Stiftung muss unter jeder Bedingung und rücksichtsloss auf den Eingang ihrer Zinsen bestehen, und wird es auch zweifelsohne. Wenn daher durch ungünstige politische Ereignisse die Mitgliederzahl der Naturforschenden Gesellschaft sich fortwährend verrin­gert, oder dieselbe bei einem möglicher Weise ausbrechenden Continentalkrieg plötzlich dergestalt abnimmt, dass die Gesellschaftskasse ausser Stand gesetzt wird, weder die Ausgaben zur Erhaltung der Sammlung, noch diejenigen der Zinsenzahlung der hypothekarischen Schuld zu bestreiten; was wird dann aus den herrlichen Naturschätzen werden?! Was nicht aus Mangel an Unterhaltungs- Mitteln theilweise zu Grund geht, wird dann sicherlich verkauft werden müssen, um die gerechten Hypotheksforderungen des Bürgerhospitals zu befriedigen.

Dass die Möglichkeit, ja die Unausbleiblichkeit dieses Verlaufs mir nicht gleichgültig ist, noch jemals sein kann, dieses wird Jedermann von selbst begreifen, welcher in Berücksichtigung den Antheil nimmt, der mir an der Errichtung, Vermehrung und Ordnung des naturhistorischen Museums zu­kömmt. Ich darf es ohne Scheu in Erinnerung bringen, dass ich zehn Jahre meines Lebens in Afrika herumwanderte, einzig und«allein mit der Absicht, sämmtliche Ergebnisse meiner wissenschaftlichen Forschungen dem hiesigen Museum zu widmen, indem ich ihm alle von mir gemachten Sammlungen ohne Ausnahme schenkte. Bei dieser Gelegenheit will ich zugleich erwähnen, dass die eine dieser afrikanischen Reisen, diejenige von Anfang des Jahrs 1822 bis zu Ende Von 1827, mich über 38,000 Gulden, die andere afrikanische Reise von 1831 bis 1834 über 22,000 Gulden baares Geld meines eigenthümlichen Vermögens gekostet haben, und dass ich diese bedeutenden Capitalien mit Vorbedacht und freiwillig, aus eigenem Antrieb, diesem Zweck opferte.

Dass ich ausserdem noch viele pecuniaire und andere Opfer zum Besten des hiesigen natur­historischen Museums gebracht habe, demselben meine ganze Lebensthätigkeit seit einer Reihe von Jahren hier oder auf mit meinen Geldmitteln gemachten Reisen widme, ohne irgend einen persön­lichen Vortheil, im Gegentheil vielen individuellen Bedürfnissen mit Vergnügen entsage, um nur einen einzigen Lieblingszweck das Aufblühen des hiesigen naturhistorischen Museums verfolgen zu können, von diesem allem wird Jedermann, dem solches selbst zu erkennen gelegen ist, sich zur Genüge überzeugen können.

Die Erhaltung und Consolidirung des prachtvollen hiesigen Museums liegt mir eben so am Herzen, als der Wunsch, dass wahres und gründliches naturwissenschaftliches Studium hier in Frankfurt ver­breitet werde. Da nun die fünfzehnjährige Erfahrung zur Genüge bewährt hat, dass kostspielig be­zahlte Vorlesungen über Naturgeschichte gar kein nutzbringendes Resultat gehabt haben; so bin ich erbötig, inskünftige unentgeltich das Halten der nämlichen Vorlesungen über allgemeine Naturge­schichte zu übernehmen; und ich schmeichle mir um so sicherer den dessfalsigen Ansprüchen und