trotzdem das ganze Geschlecht tec. Vernichtung anhermsallen, wenn es ihnen nicht durch Dauereier, die bedeutend mehr Nahruugsdotier au.fweisen und nahezu ausnahmslos be­fruchtet werden müssen, ermöglicht wäre, die Art zu er­halten und in diesem Zustande allen Unbilden der Witte­rung zu trotzen. Solche Dauereier können von den ver­schiedensten Arten 1, 2 oder mehrere Male, im Laufe eines Jahres produziert werden und man unterscheidet hiernach mono- di- und polycyclisch sich fortpflanzende Formen.

Aehnliche Verhältnisse treten uns bei den Copepoden \ entgegen. Auch sie vermögen Einfrieren, Austrocknen,

1 Kälte" und Hitze zu iiberstehen und zwar erzeugen die Centropamden Dauereier, Hie Cyclopiden und Harpacn- ciden dagegen vermöaen selbst in erwachsenem Zustande, dadurch, daß sie sich "mit einer Hülle umgeben, jahrelang in einem Ruhestadium zu verbringen, um bei Zutritt von Wasser sofort wieder aufzuleben. Die Eier bedürfen bei ihnen stets der Befruchtung.

Da nun ein Gewässer sehr häufig nicht soviel Nähr­stoffe bietet, daß mehrere Arten nebeneinander leben können, so hat sich bei ihnen ein Nacheinander des Auf- tauchens und Verschwindens herausgebildet. Nur wenige Formen, die sogenannten ausdauernden oder perennieren­den, sind Sommer ivie Winter anzutreffen, andere dagegen tauchen erst im Herbst auf, vermehren sich während des Winters selbst unter einer starken Eisdecke, um beim Her- annahen des Frühlings entweder Dauereier abzulegen oder sich in den Schlamm zur Sommerruhe zurückzuzieheu. An ihre Stelle treten dann die Sommerformen, die sich tvährend der heißesten Jahreszeil vermehren, um im Herbst dann wieder zu verschwinden.

Sind so schon eine Reihe von Rätseln gelöst, so toerden uns doch immer neue Fragen gestellt, und es sollte nicht nur Sache der Gelehrten, sondern jedes Naturfreundes sein, hieran weiter zu arbeiten, um so mehr, als hier ein Gebiet vorliegt, wo jede weitere Aufklärung nicht nur der Wissenschaft zu gute kommt, sondern zugleich auch eine Förderung eines praktischen Gebietes, der Fischzucht, dar­stellt.

Reicher Beifall lohnte den sachkundigen Redner, der über eine Fülle von eigenem Beobachtungsmaterial durch seine jahrelangen systematischen Untersuchungen fast aller Ge­wässer Württembergs verfügte und recht eingehend zeigte, wie auch in der engeren Heimat wissenschaftlich gearbeitet werden kann.

b

r 5 °uberg ischcn N a t u r sor sch en dl

©efellfdjart ,Pracht am Samstag Dr L Sckukl aus Jena üöer Südwest-Afrika Cs tZVJ unA ferne Bewohner" (mit LrchtLrl dern)".^ Dr. Schuft

Privatdozent an der Universität Jena "war drei «SilSi ®?IonmM[intes mit wissenschaftliä

flenöe-fW* k ÄoI ' omc beschäftige. Er ist im vc

de?? T n 6 ®* Surückgekchrt und hat die Vorgefchic I ?-> ufstandes und den Ausbruch desselben miterlebt.

XV. Wissenschaftliche Sitzung der Senöken- bergischen Natnrforschenden Gesellschaft.

Vorsitzender: Dr. A. Jassoy.

Der Vorsitzende begrüßt mit herzlichen Worten dm Redner,. Dr. L. Schultze, Jena, - der vor überfülltenr Saale ernen hochinteressanten Vortrag hält, über

Das Namaland und seine Bewohner",

Der Vortragende, der 3 Jahre in Südafrika zum Zwecke zoologischer Studien weilte und sowohl Forschun­gen über hie Tierwelt des Meeres, als über die geo­graphischen Verhältnisse der fast unbekannten inneren Kalahmirogion, östlich von Lehututu angestellt hat, be. Mankt sich in seinem Vortrage auf die westlichen Teile des von ihm bereisten Gebietes, speziell auf das Nania- fcer Schauplatz der Unruhen augenblicklich das öffentliche Interesse auch weiterer Kreise in Anspruch Mmmt. Er schildert das reiche Vogclleben an der Küste und geht dann weiter ins Innere durch den Wüstenstrich oer Namib m die terrassenförmig aufsteigenden Plateau; des Namolandes übjer. Die Existenzbedingungen, des Menschen und der Tierwelt daselbst werden am Leben ver Eingeborenen erläutert, in deren Gewohnheiten und

Charaktereigenschaften die Natur des Landes tiefe Spu» I wn hinterlassen hat. Dabei wird darauf hingewiesen, 1 haß nur eine genaue Würdigung aller dieser Verhältnisse Uns ein wahres Bild der enormen Schwierigkeiten bietet, di« unsere Truppe gerade im zweiten Teil des Feld­zuges gegen die Aufständischen zu überwinden hatte und mit bewurrderungswürdiger Energie überwunden hat. Im Zusamynenhang damit ist die Ählußmahnung des Vor­tragenden gewiß beherzigenswert, eine genaue Kenntnis nicht nur der wirtschaftlichen Lebensbedingungen, sondern auch der Charaktereigenschaften sowie der Rechlsvorstel- lungen der Eingeborenen so weit als möglich zur Grund­lage unserer Eingeborenenpolitik zu machen.

Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen sach­kundigen, inhaltsreichen Vortrag. Die Mitglieder dank­ten ihm dadurch nicht nur für die Anerkennung der schweren Arbeit, die er unseren Kriegern gezollt hat, sondern sie beglückwünschten ihn damit auch zu den reichen Ergebnissen seiner Forschungsreise, die unter jjen schwierigsten Verhältnissen durchgeführt wurde: Durch das Entgegenkommen der Militärbehörden und das rege Interesse des Generals von Trotha für wissenschaftliche Untersuchungen, war es dem Vortragenden ermöglicht, als bewaffneter Naturforscher den operierenden Truppen sich anzuschließen, sodaß das vorher gewonnene friedliche Bild des Landes und seiner Bewohner, eine ebenso un­erwartete als wertvolle Ergänzung von dieser neuen Seite erhielt.

XVI. Wissenschaftliche Sitzung der Senckerr- bergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., den 17. März 1906.

Vorsitzender: Dr. A. Jassoy.

Der Vorsitzende dankt, aus Anlaß des legten Winter- Vortrages in dem alten Hause, den Mitgliedern für das rege Interesse, das sie den Samstagssitzungen der Gesell- schafl entgegengebracht und hofft zugleich, daß auch in dem, bei der heutigen Stadtgröße noch etwas entfernt gelege­nen, neuen Museum dieses Interesse nicht Nachlassen möge. Er dankt ferner der Senckenbergischen Stiftung für die glanze Zeit und in uneigennütziger Weise ^währte Gast- sreundschast.

Schließlich begrüßt der Vorsitzende Herrn Hofrat Dr.

, B. Hagen, der einen Vortrag über

Die Insel Banka",

erläutert durch zahlreiche, vorzüglich gelungene Lichtbil­der, hält.

Der Vortragende berichtet hierin über einen weiteren Teil seiner letzten Forschungsreise, als Fortsetzung der schon in der Anthropologischen und der Geographischen Gesell­schaft gehaltenen Vorträge. Er beginnt mit einer Schil- derung der geographischen Verhältnisse der Insel, ihrer ftteschichte und ihrer Bewohner und geht dann auch auf die Tierwelt näher ein. Zur Erläuterung waren mehrere Kasten mit Schmetterlingen van Banka und den größeren Sunda-Jnseln, Sumatra, Borneo und Java, ausgestellt, an denen man sehen konnte, wie die Formen-der einzelnen Inseln in der Zeichnung verschieden sind und bestimmte Lokalformen repräsentieren.