tnangel montiert werden. Die Gesellschaft wird aber bald, möglichst auf das Projekt zurückkommen. Eine lang­ersehnte Schenkung von besonders hohem Werte erhielt die^ Gesellschaft gerade zu Weihnachten ans Nordamerika zugesichert. Auf Anregung mehrerer Gönner, besonders deZ Herrn Schiff in New Jork, hat Herr Präsident Jesup, New Jork einen riesigen Dinosaurier von über 26 Meter Länge als Geschenk für das neue Museum angebo- ten. Das gewaltige Vorwelttier, das nicht im Gipsabguß, sondern im Original geschenkt wird, dürfte das beste Stück toerden, dasvon dergleichen Objekten überhaupt in Deutsch­land zu sehen ist. Transport und Aufstellung ivird gleich- falls geschenkt.

Die Stadt Frankfurt hat den Wünschen der Gesellschaft um Einfriedigung eines geeigneten Wald- und Wiesen­stückes am Mörderbrunnen in dankenswerter Weise ent­sprochen, wo die Flora und Fauna der alten Dreieich wirk- sam geschützt und gepflegt werden kann. Es steht zu hoffen, auf diese Weise mit der Zeit ein wertvolles Naturdenkmal zu erhalten, für das spätere Geschlechter Dank wissen werden.

Am 7. April fand die Zuerteilung des Sömmerring- preises int. festlich geschmückten Hörsaalc der Bibliothek statt. Preisträger war auf einstimmigen Vorschlag der Kommission Herr Prof. Dr. G. Haberlandt, Direk­tor des botanischen Gartens zu Graz, für sein WerkUeber Sinnesorgane im Pflanzenreiche zur Perception mecha- nischer Reize", sowie für weitere Untersuchungen auf die­sem Gebiete.

Am 9. Dezember war 'die feierliche Uebergabe der le­bensgroßen Büste des so früh und tragisch verstorbenen Carlo von Erlanger, die von den tiefgebeugten Eltern der Gesellschaft zum Geschenk gemacht wurde. Die schöne Statue in edelstem griechischem Marmor, die der > Künstlerhand Prof. Dr. Hausmanns entstammt, soll später! in dem neuen Museum in der Mitte der Erlcmgerschen s Sammlung würdige Aufstellung sinden. '

Der Vorsitzende gibt nunmehr den Bericht der Revisions-, kommission, bekannt, wonach diese die bei der Frankfurter Bank deponierten Wertpapiere und Hypotheken der Gesell- i schuft, ferner die Bücher und Belege geprüft und richtig' gefmtden hat. Die wirklichen Ausgaben des Jahres 1905! betrtigen 'im Ordinarium 63 995.69 Mark gegen einen, Voranschlag von 61978.52 Mark. Noch stärker stiegen die ordentlichen Einnahmen, besonders durch Zinsen aus dem Legate von Herrn von Reinvch, sowie durch ein Mehr an Mitgliederbeiträgen. Für das begonnene Jahr mußte eine weitere beträchtliche Steigerung der ordentlichen Aus­gaben vorgesehen werden, da in diesem Jahre das neue Museum schon teilweise in Betrieb genommen werden wird und.'dort für Abgaben »ud Versicherungen, Ueberwachung und Reinigung, Heizung und Beleuchtung, Unterhaltung uud Reparatur bedeutend höhere Beträge wie bisher ge­braucht werden. Auch eine Pensionsrückstellung nmßte ge­schaffen weiden, weil die Gesellschaft jetzt eine größere Zahl bezahlter Beamten und Arbeitskräfte beschäftigen muß. Schließlich bedingt die stark gewachsene Mitgliedcrzahl und die rege Museumstätigkeit erhöhte Ansgaben an Druck­sachen, Porto, Buchauflagen, Aufbereitungsmaterial, Werk­zeug, Sammlungsgläsern und dergleichen mehr. Es steht allerdings zu hoffen, daß die wirklichen Ausgaben den Vor­anschlag in dieseni Jahre noch nicht ganz erreichen, zmnal zur Balancierung 4076.16 Mark vorgetragen werden mußten. Alles Nähere ist in der aufgelegten ausführ­lichen Aufstellung des Kassierers erläutert. Für den Neu- batl, dessen Jniteneiitrichtung, sowie für Schauschränke und Schaustücke wurden bis Ende Dezember bezahlt 283 056.50 Mark. Weitere große Zahlungen sind zu Beginn des neuen Jahres fällig.

Die Generalversammlung genehimgt die Rechnungs- ablage von 1905, erteilt gemäß dem Anträge der Revisions- konmtission dem ersten Kassierer A. Andreae-von Grtinelius Entlastimg und spricht demselben für die gewissenhafte und sorgsame Verwaltung seines Amtes den Dank der Gesell­schaft aus. Ferner genehmigt die Generalversammlung den Voranschlag für das Uebergangsjahr 1906, der in Ein- nahmett und Ausgaben mit 73 513.30 Mark balanciert.

Nach dem Dienstalter scheiden aus der Nevisionskommis-! sion aus: die Herren Wilhelm Stock und Stadtrat Anton! Meyer. An ihre Stelle werden die Herren Etienue Nogues-' Mettcnheimer und August Ladenburg gewählt. Vorsitzen­der der Revisionskommission für das Jahr 1906 ist Herr Charles A. Scharff.

Mit dem Wunsche, daß aitch itt den nächsten Jahren gleicherfrctiliche Berichte erstattet werden könneit, wozu es freilich der angespanntesten Tätigkeit aller Beteiligten und größter Opferwilligkeit ans den Kreisen der Bürgerschaft, an der cs aber auch bisher nie gefehlt hat, bedürfen Ivird und titit dem Wunsche, daß die Saat, die die Gesellschaft durch ihre Lehr- und Samnteltätigkeit Jahr für Jahr ausstreut, zuin Segen von Stadt und Land gute Früchte bringen möge, schließt der Vorsitzende die ordentliche Ge­neralversammlung.

XIII. Wissenschaftliche Sitzung der Senckern bergischen Natursorschenvcn Gesellschaft.

Frankfurt a M., den 24. Februar 1906. Vorsitzender: Tr. A. Jassoy.

Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Vorsitzende folgendes mit: Tie Brüder des am 24. August 1903 gestor­benen Dr. Eugen Askenasy , Professor der Botanik an der Universität zu Heidelberg, Herr Ingenieur A. As- kenasy und Herr Rittergutsbesitzer I. Astenasy haben der Senckenbergischen Natursorschenden Gesellschaft 10 000 M. alsAskenasy - Stiftun> g" für Botanik zur Erin­nerung an dm Verstorbenen überwiesen. Aus den Zin­sen der Stiftung sollen ron Zeit zu Zeit Beiträge zu Studienreisen oder zu wissenschastlichen Arbeiten aus dem ' Gesamtgebiete der Botanik gewährt werden.

Hieraus hält Dr. F. Römer einen, von dem zahlreich! erschienenen Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenom- | menen, interessanten Vortrag über

iDie Schwämme der neuen Schausammlnng", j der eine Erläuterung zu der umfangreichen Ausstellung der i schönen Schwämme bildete.

Die Schwämme sind lange Zeit zwischen den Zoologen j und Botanikern hin und her geloandert, bis erst das Siu- l dium ihrer Anatomie und chrer Entwicklungsgeschichte je- ' iett Zweifel darüber beseitigte,' daß ste echte Tiere sind. ' Infolge ihrer einfachen Organisation, ohne Sinnesorgane, i ohne Ortsbewegung, stehen sie an der Basis der Grupp« 1 der mehrzelligen Tiere, als niederste Gruppe der sog. Pflanzeniiere". Dieser Name ist aus Grund ihrer äuße­ren Aehnlichleit mit den Pflanzen (Form und Farbe), ge­wählt worden und soll nicht etwa besagen, daß man über die tierische Natur trgend eines Schlvammes im Zwei­fel istl

Um den inneren Bau und die. Lebensweise der. Schwämme zu verstehen, darf man nicht die komplizierten! Schwammstöcke studieren, sondern «um muß von einem einzelnen Individuum, wie es. etwa durch einen kleinen Kaltschwamm repräsentiert wird, ausgehcn. Durch unge­schlechtliche Fortpflanzung auf dem Wege der Sprossung, Teilung und Verwachsung entstehen' dann die verwickelten Schtvammkolonien, an denen die Einzelwesen (Schwamm­personen) nicht mehr festzustellcn sind.

Tie wichtigste Organisation besteht in dem Skelett der Schwämnie, ras von besonderen.Zellen im Innern aus- geschieden wird uttd aus Hornsubstanz, wie z. B. beim Badeschwamut, kohlensaurem Kalk odec Kieselsäure beste­hen mW zierliche Formett (Nadeln, Anker, Sterne, Kugeln) annehmen kann. f

Die Kaltschwä m m e, in Größe und Farbe ani un­scheinbarsten, haben die den ursprünglichsten Typus des Einzelwesens am nieisten bewahrt. Tie Nadein, die als Ein-, Drei- und Vierstrahlcr entwickelt sein können, ra­gen über die Oberfläche hervor und bilcen im Umkreis der Äusströniungsössnuug einen seidenglänzenden Kranz oder Kragen. Tie Kalkschwämme kommen in den Meeren aller Zonen vor, meiden aber die salzarme Ostsee und den fels- losen Boden des tieferen Wassers. j

Tic Kieselschwämme bilden die artenreichste Gruppe und werben bis zu 1 Meter groß. Ihre Skelett­nabeln, die ans Kieselsätire bestehen, sind als Sechsstrah- s (er, Vierslrahler oder Einstrahlcr entwickelt. Bei den Glasschwämmen können die feinen Nadeln zierliche, wie aus Glas gesponnene Gewebe ''bilden. Zwischen den Na­deln finden sich mannigfaltige Ateselgebllde, wie Anker, Haken, Ouirle, Spieße, Bäumchen, auch sind bet manchen^