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Gencralversanimlnna der Senckenbergischen

Siaturforschenven Gesellschaft.

Frankfurt a. M-j den 21. Februar 1906.

Vorsitzender: Tr. Phil. A. Jassoy.

Der Vorsitzende, dem statutengemäß die Leitung der Generalversammlung obliegt, erstattet zunächst den Ge­schäftsbericht über das Jahr 1905. Einen besonders schweren Verlust erlitt die Gesellschaft in diesem Jahre .durch den Tod ihres langjährigen Gönners und Mitar- tbeiters Dr. Albert von Re in ach, der zugleich der Gesellschaft als ewiges Mitglied angehört hatte.. Weiter­hin starben die beitragenden Mitglieder: Prof. Dr. --A ch i l l A n d r e a e in Hildesheim, Justizrat Dr. ,Binge, Dr. med. Ph. Fritsch, Dr. med. I. Gut- t e n p I a n, Kommerzienrat C. Hoff, Dr. med. E. Kirberger, Robert Kreuzberg, G. I. Pei- pers, E. Sa bar ly, Karl Schaub, Dr. med. F. Schwenk, C. Strauß und Jakob Alp ho ns W e i l I e r, die ewigen Mitglieder Frau C. R ü ck e r t und Julius Lejeune und H korrespondierende Mitglieder. In die Reihe der ewigen Mitglieder wur­den neu eingetragen 'Prof. Dr. Achill Andreas, Karl Hoff, W. de Reufville, Karl Schaub, Arihur Sondheimer, 'Edgar Speyer, Frau Luise Volkert, Jakob Alphons Weil»

! l e r und S. W e r n h e r. Zu korrespondierenden Mit­gliedern wurden ernannt: Pros Tr. R. Hauthal in Hildesheim, C. Hagenbeck in Stellingen bei Hamburg, Generaloberarzt Dr. O. von Lin» stow in Göttingen, Pros. Dr. I. N. Langley in Cambridge, Prof. Dr. I. Loeb in San Francisko, Prof. Dr. H a b e r l a n d t m Graz, Polizeirat M. Kuschel i» G n h r a u . Pfarrer F. W. Konow in Teschendorf und Geheimrat Prof. Dr. E. Ehlers in G ö t t i n g e n. Ausgetreten sind 6, von Frankfurt verzogen sind 4 Mitglieder; neueingelreten dageoen 157 Mitglieder. Tie Gesamtzahl der beitragen­den Mitglieder betrug zu Ende des Jahres 800 gegen 666 am 1. Januar 1905, die der ewigen 114 gegen 105.

Mit Ablauf des Jahres 1906 hatten den Statuten ge­mäß aus der Direktion ansznscheiden: der II. Direktor Stabsarzt Prof. Dr. E. Marr und der zweite Schrift­führer Dr. med O. Schnaub igel. An ihre Stelle 1 traten für die Jahre 1906 und 1807 Robert de Reufville, als II. Direktor, mrtz Dr med. H. von M e l t e n h e j m e r. als zweiter Schriftführer. Zu ar­beitenden Mitgliedern wurden ernannt: Dr. med. Al- brecht, Prof. Dr. Mar Reißer und I. W. Win­ter.

Tw Vorlesungen der Dozenten hatten sich tm Berich: fahre einer regen Teilnahme zu erfreuen, z. B. ha Prof. Tr- H- Reichenbach 146 Hörer gegen 86 i Vorjahre, wie auch in dem zoologischen Praktikum \ verfügbaren Arbeitsplätze von 10 auf 14 erhöht werd nmßwn. Tie wissenschaftlichen Sitzungen fanden in t wohnter Meise in den Minterwonaten statt und zm .fast regelmäßig alle 8 Tage. Auch diese Sitzungen w ren mehrmals so stark besucht, daß der Raum nicht au reichte. Gleich erfreulich war der Besuch des naturhist

rischen Museums. Dasselbe wurde im laufenden Iah von 13,408 Personen besichtigt. Ein besonderes Jnteref bot die Ausstellung der reichhaltigen und wertvollen M «eraliensamimlung des am 10. März 1904 .verstorbene Dr. Ludwig Belli.

Don Publikationen erschienen: Band XXVII., Heft - dmd die erste Arbeit von Band XXIX. derAbhanl Zungen", -Bericht 1905 und das Forstbotanische Mer !lwch der Provinz Hessen-Nassau.

Neu in Tauschverkehr und zwar gegenAbhandlungen jmrdBericht" ist die Gesellschaft getreten 'mit: dem Deut scheu Seefischerei-Verein, Hannover fl.Abhandlungen' 2 .Mitteilungen" und 3.Deutscher Seefischerei-Alma tiach"), dem Conseil international pour l'explora jtion de la Mer, Kopenhagen (1.Publications", 2 'Kapports", und 3.Bulletin"), dem Loboratoir« IRusse de Zöolögie, Villefranche sur Mer (Wis Herrschaftliche Ergebnisse einer zoologischen Expeditior nach dem Baical-See" und Material arr konservierter «Seetieren); gegen den Bericht allein mit dem Spring jfield Museum of Natural History, Springfielt ÜMass. U. 8- A. (Bulletin"), dem Secretario de la 'riniversidad de la Plata (Republica Argentina' b.Paleontologia Argentina"), der Kgl. Versuchs-, uni

.Prüfungsanstalt für Wasierversiorgung mrd Abwässerve. seitigung, Berlin (Mtteilurigen"), der Natural Hi-

S lory Society of Northumberland, Durbum and iew-Castle upon Tyne (Transaction"), dem Museum Caucasicum, Tiflis (Coraptes rendus"), dem Departement of the interior Bureau of Gou- (vernemeut Laboratories, Manilla (Bulletin"), her Kgl. Bayr. Biol. Versuchsstation, München. (Allgenreine Fischerei-Zeitung"), dem Deutschen Fischerei-Verein, Ber­lin (-Zeitschrift für Fischerei"), dem Regio Orto bota- nico, Modena, (Nuova Notarisia").

Die Arbeiten innerhalb des Museums dierüen tvcsentlich der Herstellung einer neuen Schaufammlung sowie einer ^ehrsammlung für den vergleichenden anatomischen Un­terricht. Der Neubau des Museums hat so gute Fort­schritte gemacht, daß nach Verglasung des Oberlichthoses rat den ersten Tagen dieses Jahres bereits die Heizung wenigstens probeweise in Betrieb gesetzt werd'n konnte. An der Fassade, fehlten Ende des Berichtsjahres noch die «roßen Gruppen rechts mrd links vom Giebel. Wegen der baldigen Errichtung der projektierten Arkadengänge, die die einzelnen -wissenschaftlichen Institute an der Wiktoria-Allee verbinden sollen, schweben noch Verhand- «mgeri zwischen den beteiligten Gesellschaften. Alles in allem, steht zu crtvarten, daß der eigentliche Mnseumsncu- bau im Mai annähernd vollendet dastehcn wird, während die Inneneinrichtung, der Umzug und die Ncuausstctlung der Sammlungen erst im Jahre 1907 zum Abschluß ge- bracht sein können-.

Die Sektionäre waren imt die Ordnung und wissen- fchastliche Verwertung der Sammltmgen und des großen Zuwachses derselben.bemüht. Die technische Leitung des AduseumS unterstand Kustos Dr. Römer, der neben seiner sonstigen, durch die Ncubaubeaufsichtigung außer­ordentlich stark vermehrten Museunistätigkeit, noch die best- -möglichste Verwertung des großen Dublettenmaterials durch regen Tauschverkehr mit fremden Museen und pri­vaten Sammlern anstrebte. An Stelle des am 1. April aus dem Museum geschiedencnen zoologischen Assistenten Dr. Wilhelmi trat Dr. Eugen Wolf aus Tübingen. Zu dem gleichen Termine wurde die. durch Zuwendung des Herrn von Reinach ermöglichte Assistentcnstelle in der geologisch-paläontologischen Abteilung mit Herrn Dr. Drevcrmann aus Marburg, seither Privatdozent und Assistent am dortigen Geologisch-palaeontologischen Institut, besetzt. Unterstützt wurden die Herren durch die geschickten Hände der Frauen Sondheim und Drevermann. Wer un­sere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Tag für Tag un­verdrossen in den völlig ungenügenden, elenden Arbells- räumen des allen Museums ihre ganze Kraft und Zell der Förderung tmserer idealen, wissenschaftlichen Auf­gaben! widmen sieht, rnuß sich sagen, daß hier gern und zielbewußt gearbeitet wird.- Gleicherfreulich war der langbewährte Fleiß unserer Konservatoren Adam K och imd AugustKoch und ihrer Hilfskräfte. Ihrer Tätig- kell beim Präparieren der Tiere für die neue Schausamm- lung verdankt das Museum eine große Zahl meisterhaft montierter Tiere und Tiergruppen. Fertig gestellt wur­den, um nur einige größere Sachen zu crtvöhnen: diverse Affen, ein Maskenschwein, eine Giraffe, mehrere. Beutel­tiere, eine Sumvfantilope und eine große Anzahl kleinerer Säugetiere und Vögel ans dem Zoologischen Garten oder durch dessen Vermittelung erhalten, von dem von Erlan- gerschen Geschenke zwei Wasserböckc, für die Lokalsamm­lung zwei Rehe, drei Frischlinge vom Wildschwein, ein junger Dachs und viele Vögel, vor allem Ncstvögel. Im Modell wurden fcrtiggestellt: zwei große Giraffen, und zwar ein riesiges von Herrn v o n E r l a n g e r geschossenes Tier, sowie.die.nur eiw wenig kleinere voil Herrn Gcheim- rat von Gnaita geschencktc Schillingsche Giraffe, eine Löwin, ein Baribal, ein Scclötve, ein Wildschwein, ein 2,4 Meter großer Hai, ein Krokodil und viele kleinere Wirbeltiere. Nicht' weniges Material entstammte wieder dem Zoologischen Garten, dessen liebensivürdiges Entgegen­kommen die Gesellschaft dankbar anerkennt. Bet dieser emsigen Tätigkeit aller Beteiligten war es unmöglich, im ab- gelaufencn Jahre außerdem noch eine von Herrn Witzcl

) in Rumänien angeregte Samrnelreise nach dessen Jagd- gebiet zu unternehmen, zu der von diesem Herrn in lie­benswürdigster Weise und auf Monate hinaus Gastfreund­schaft angcboten wurde, da neben einem oder besser zwei zoologisch geschulten Jägern unbedingt auch ein Präparator benötigt gewesen wäre. Nicht einmal die prachtvolle Probesendung" des Herrn Witzcl konnte bisher ans Zeit-