negie vor kurzem nach London geschenkt hat, sondern um ein Original von etwa 12 engl. Fuß Höhe und 6070 engl. Fuß Länge. Ich werde, sobald die Verhandlungen zum vollen Abschluß gelangt sind, noch einmal über dieses Riesengeschenk zu beichten haben und den Gebern in New chork, Herrn Schiff, sowie dem naturhistorischen Museum, auch von diesem Platze aus unseren wärmsten Dank saaen. Ich darf aber nicht schließen, ohne zu er­wähnen, .kifc ein zweiter Deutsch-Amerikaner, Herr Lan­ge l o t h, sich sofort bereit erklärte, die Kosten des Trans­portes des Riesentieres bis zu einem deutchen Hasen zu tragen und daß unsere Gesellschaft Herrn Direktor El- linger von der Metallgesellschaft wärmsten Dank schul­det für seine erfolgreichen Bemühungen in dieser Ange­legenheit/ Ohne seine Mitwirkung wäre die Sache kaum so erfreulich für die Gesellschaft verlaufen. Ich hoffe, daß dieses Beispiel echt amerikanischer Freigiebigkeit, das unser Museum nach Ansicht amerikanischerFachnmnner in den Besitz desbesten Vertreters der ausgestorbenen Dino­saurier setzt, der überhaupt in deutschen Museen sich be­findet", weitere segensreiche Folgen haben möge, nicht nur für die Beziehungen unserer wissenschaftlichen Institute zu einander, sondern auch kür die beiden großen Kultur­völker selbst,"

Hieraus spricht Prof. Dr. H. Schenk aus Darm- !stadt

lieber die Flora der Antarktis, im besonderen Kcr- I guclens".

Seit -1898 ist die Südpolarforschung in ein neues Sta­dium getreten. Das reiche Material, welches die Süd- polar-Expeditionen der verschiedenen Staaten und die deutsche Tiessee-Eppedition heimgebracht haben, gibt zahl­reichen Forschungen Gelegenheit zum Studium der Fauna und Flora der Südpolargebiete. Der Vortragende hat die Ausbeute der Valdivia-Erpedition, welche zuerst der ver­storbene Botaniker Schi mp er in Angriff genommen, der schwedischen Südpolar-Expedition usw. bearbeitet und gibt nun in seinem Vorträge die hauptsächlichsten pflan­zengeographischen Ergebnisse wieder.

Nach einigen einleitenden Bemerkungen über den Un­terschied zwischen den Gebieten der Arktis und Antarktis, ( welche an zwei großen instruktiven, in gleichem Maßstabe gezeichneten Karten erläutert wurden, geht Vortragender I

auf die klimatologischen Verhältnisse der antarktischen Iw. scln über. Ein kühler Sommer, versrärkt durch heftige Winde während des ganzen Jahres, ist der Vegeratton dieser Inseln schädlich. Die Sommernwnate am Rande des arktischen Kontinents haben eine Durchschnittstempe­ratur, die unter 0 Grad liegt. Sommerkühle mit viel Wind ist aber den Pflanzen viel unzuträglicher, als eins strenger Winter. Besonders behandelt Vortragender die Flora des Jnselarchipels Kerguelen, das ein ozeani­sches, gemäßigtes Klima mit viel Feuchtigkeit hat. Nur 28 höhere Pflanzen sind dieser Insel eigentümlich, die in prachtvollen Lichtbildern, von Herrn I. Winter wäh- rcnd der deutschen Tiessee-Expediiion ausgenommen, ge­zeigt wurden. Die Charaitterpflanzen sind die Azaena- und Azurella-Rasen, die in ausgezeichneter Weise durch ihre abgerundeten Formen an die Windverhältnisse angepaßt sind. Der Kerguelenkohl wird als Gemüse genossen.

Von den 28 Gefäßpflanzen Kerguelens, das seit dem Be- ginn der Tertiärzeit eine isolierte Inselwelt gewesen ist, sind nur sechs Arten endemisch. Die übrigen 22 sind ame- rikaitischen Ursprunges. Sie müssen durch die Westwinde von Südamerika herüber gekommen sein, und dafür spricht auch ihr Vorlommen auf Feuerland. Nur zwei Arten sind von Neu-Sceland gekommen. Die Verbreitung über weite Meercsstrecken erfolgt bei leichten Smnentellen direkt durch den Wind, bei anderen Pflanzen durch V-r. nüttelung der Vögel, an deren Füßen oder Federn die mit Haftorganen ausgestatteten Samen hängen bleiben. Immerhin ist diese Uebcrtragung auf weite Entfernungen selten, denn die Flora Kerguelens ist arm. Die sechs ende- mnschen Arten haben die nächsten Verwandten ebenfalls in der südameritanischen Flora. Zur Tertiärzeit gab es auf Kerguelen auch Nadelhölzer. Während der Eiszeit wurden alle empfindlichen Pflanzen vernichtet und nur die wenigen widerstandsfähigen Pflanzen blieben übrig. Vortragender führt auch eine Reihe von Pflanzen in Lichtbildern vor und erläutert deren Formen, Wachstum usw. Schließlich behandelt, er noch die Flora verschiede­

ner anderer Inseln des subantarktischen Gebietes, Jalk- lands-Jnseln. Süd-Georgien, Feuerland usw. und des eigentlichen antarktischen Kontinentes südlich des 60. Brei- teu.grades, dessen Pflanzenwelt infolge der noch ungünsti­geren Temperaturverhältnisse äußerst gering ist. Unter den niederen Pflanzen sind eine Reihe neuer Arten vom Vortragende!: gefunden worden, andere Arten, namentlich Moose und Flechten, zeigen eigenartige Beziehu>ngen zu den Moosen der Arktis.

Der inhaltsreiche Vortrag war durch eine Reihe Pracht, voller Lichtbilder erläutert.

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IX. Wissenschaftliche Sitzung dev Scrrcktn- | dergischen Natursorfchendcn Gesellschaft. ! Vorsitzender: Dr. A. Jassoy.

Dr. C. H. S t r a tz - Haag spricht über:

»Die Abstammung des Mensche».- Der Vortragende gibt im wesentlichen den In hall einer im Verlage von F. Enkv-Stuttgart erschienenen Broschüre wieder, in toelcher die ocrgleichcnd-anatonrischeu und em- brhologischen Tatsachen, namentlich aus neueren Arbeiten von Hubrecht, Klaatsch usw., zu einer Ansicht über die Abstammung des Menschen zusammengesetzt werden. Darnach ist der Mensch nicht nur das höchst entwickelte, sondern auch zugleich das älteste Geschöpf, das in vieler Beziehung primitive Charaktere bewahrt hat, die im ein­zelnen vom Vortragenden näher auseinander gesetzt werden.

X. Wissenschaftliche Sitzung der Senckeu- bergischen Natnrforschenver» Gesellschaft.

Frankfurt a. M., den 20. Januar 1906

Vorsitzender: Dr. A. Jassoy.

Dr. Ir. Trcvermann spricht über:

Entwickelung und Lebensweise fojtler Cephalopoden".

Die Paläontologie oder die Wissenschaft von den aus- geslorbenen Lebewesen ist im wesentlichen auf daS Studium der Hartteile angewiesen, wie Knochen und Schalen. Nur selten sind Reste weicher Organe, erhalten; daß daher die Wissenschaft sich im vorigen Jahrhundert darauf beschränkt hat, rein beschreibend das ungeheure Material zu be­wältigen, ist recht wohl verständlich. Erst seil einiger Zeit beginnt die Paläontologie auch biologische Fragen zu er­örtern; sie sucht ouS dem das Fossil umgebenden Gestein, aus der Tiergesellschaft, in der es lebte, und nicht zuletzt aus der Betrachtung verwandter lebender Formen Schlüsse auf die Lebensweise ihrer Obselte zu ziehen.

Die Cephalopoden oder Kopffüßler sind diejenige Tier- klasse, bei der dies schon mit einigem Erfolg geschehen ist. In der Jetztzeit ist die eine Gruppe, die Tetrabranchia en oder Vierkiemer, nur durch den Nautilus vertreten, einen armseligen Rest einer überaus reichen, im Mittel- al er der Erdgeschichte das Meer beherrschenden Gruppe. Tie Ammoniten mit ihren zahlreichen Nebenformen, aber auch die echten Nautileen haben in den Erdschichten sehr zahlreiche Reste hinterlassen Ueberaus viclgeslal.ig war ihre Form; gerade, stabsörmige Schalen von oft gewal­tiger Größe, lose eingerollte Spiralen, dann enge Spiral- gehäuse mit mannigfaltigster Gestalt und Verzierung er- füllen in vielen Tausenden von Arten die Erdschichten. Zahlreiche ausgestellte, verschiedenartige Gehäuse, sowie zwei instruktive Karten, auf die der Vortragende hinwcist, geben in trefflicher Weise ein Bild von dem Reichtum dev ausgestorbenen Cephalopoden; es gab darunter wohl sicher ausgezeichnete Schwimmer, welche die offene See bewohn­ten und weltweite Verbreitung gewinnen kennten, neben trägen, am Boden kriechenden Tieren, die nur selten an ; die Meeresoberfläche hinauf stiegen. Einzelne Formen mögen auch im Schlamni gelebt haben, in den sie sich cin- hüllten und aus dem nur Kopf und Arme beuteiuchend heransragtcn. Die zweite Gruppe der Cephalopoden, die Dibranchiaten oder Zweikiemer, ist jetzt noch durch eine stattliche Anzahl von Gattungen und Arten vertreten: