dichtungliebende, gesellschaftlich ange­legte, mit einer ergiebigen humoristi-! scheu Ader begabte Mann in seinem Fahrwasser. Er betheiligte sich der Reihe nach an Allem und Jedem, was der litterarisch und musikalisch gebil­dete Theil der deutschen Einwohner­schaft ansing. Zipperlen war in seinen j jüngeren Jahren akti ver .Säng er ge-1 wesen und'als Mitglied des ästenÖl| pheus" hat er den Ruhm und di Triumphe dieses einst herrlichen Gi sangvereins herbeiführen Helsen. Sei, unbegrenzte Vorliebe für Kunst un Musik hatte er sichchis an seines Leben Ende bewahrt und^bis zw seiner Ei krankung dürfte er Licht ein einzige Symphonie-Konzert Hersäumt Häher Der Zoologische Grasten,. zu de sie Direktorium er währen^ch^ner Reik von Jahren gehörte, war ihn^tzor M lem an's Herz gewachsen und mc<^di stens zweimal wöchentlich fand mg ihn dort unter seinen Lieblingen den Bestien aller Arten, die seine Per i son und Stimme kannten und sich vo

! ihm liebkosen ließen. Beinahe war 1 ihm seine Thierfreundschaft einmq | übel bekommen. Es war, als er einer ! der Eisbären einmal bei schlechter Lau ! ne antraf und dieser sich dieLiebkosun ' gen des Doktors so nachdrücklich ver > bat, daß Letzterer froh war, seinen Arm ! wenn auch etwas zerkratzt, i>ov' der i Tatzen und dem Rachen der ungnädi ! gen Bestie in Sicherheit gebracht zr

In vielerlei Weise war er schrist stellerisch thätig, nicht nur,als Mitar­beiter unseres Blattes, sondern auck als geschätzter Korrespondent deutsch ländischer naturwissenschaftlicher Zeit­schriften, wieZoologischer (Zarten" Isis",Welt der Vögel" usw.. E galt als namhafter Zoologe und ver stand es, seine Beobachtungen und Studien in der Thierwelt isi fesselnder stets von einem frischen humoristischer Hauch durchwehter Weise schriftstelle risch zu verwerthen.

Einer ' Stifter des Deutscher Litterariphen Klubs, war Herr Dokta

tZipperlen das beliebteste Mitglied'deL selben. Dem stets liebenswürdige; und nie einem Scherz «^holden alter Herrn wurde im Klub eim^nahrhaft

fetner goldenen Hochzeit im April 1898 und gelegentlich der Festversammlung anläßlich seines 88. Geburtstages am 6. Mai 1903 kundgab. Auch zur dia­mantenen Hochzeit des Zipperlen'schen Ehepaares am 22. April 1906 hatte der Deutsche Litterarische Klub eine , Ehrung seines Seniors geplant. Run rst Der hinübergegangen in das Reich der Schatten, dem sie vornehmlich gel­ten sollte.

Hat ihm auch das Geschick zuweilen übel mitgespielt, indem es ihm seine beiden aus dem Schwabenlande in der von ihm selbst so innig geschilderten zweistöckigen Wiege mit in die neue Welt herübergöbrachten Kinder im be­sten Mannesalter entriß; hatte es ihn auch später zuweilen klausirt, der Dok- . tor chatte es durchgewettert und lebte außerordentlich regelmäßig mit seiner bejahrten Gattin und seiner Tochter (eine andere Tochter ist in Akron ver­heiratet) in feinem langjährigen Heim an der Webster Straße, in dessen Bo­genfenster, unter Zimmerpflanzen und Blumentöpfen man ihn allmorgentlich?

, sitzen sehen konnte, das Pfeifchen rau­chend, das ihm wohl nie ausging, und die Zeitung lesend. Gegen 5 Uhr

Machmittags ging es an den Stamms -tisch, wo in gewähltem Freundeskreis ! geplaudert und manch gelehrtes Ge­spräch geführt wu e, denn Doktor ! Zipperlen war in vielen Zweigen des ! Wissens zu Haus und erfreute sich ei- , nes vorzüglichen Gedächtnisses.

! Zu der Jubelfeier seines Korps Suevia" reiste der Doktor nach- ! bingen und machte die Feier nach Ge- | bühr mit. Er wurde damals beim- ! nig von Württemberg, der, freilich spä- l ter als Zipperlen, selbst aktiver Sueve « war, zur Audienz befohlen und erbat! sich bei der Gelegenheit, dgs Angeneh- I me mit dem Nützlichen verbindend, ein j Paar ostindischer Axishirsche aus dem j Ludwigsburger Zoologischen Garten, i die ihm die Majestät nach einigem Wi­derstreben wirklich für den hiesigen Zoo" stiftete. Später, gelegentlich der MOjährigen Jubelfeier der Univer­sität Tübingen, wurde Zipperlen zum Ehrendoktor dort ernannt. Als vor^ etlichen Jahren in St. Louis dieVer­einigung alter deutscher Studenten in Amerika" geschaffen wurde, trat auch Dr. Zipperlen bei und mit Leib und Seele war er dem Verband ergeben.

Jetzt ruht er aus von aller Erden< freude, die ihn beglückt, von allem -das ihtt bedrückt. Ein edler, gukk)h Mensch ist mit Dr. Adolf Zipperlen dahingeschieden.

Biinlj feuet* f «16 j

!Wird Tr. Zipperleins sterbliche! Hülle zu Asche verwandelt.

Eine erhebende Tranerfeier.

Zu einer erhebenden Trauerkundge­bung gestaltete sich die gestern erfolgte Bestattung von Dr. Adolf Zipperlen. Die Familie des Verblichenen hat in den letzten Tagen manch schönen Be­weis herzlicher Theilnahme in ihrem herben Verlust erhalten, die sich gestern, Nachmittags aufs Neue durch die zahl­reiche Trauerversammlung und die herrlichen Blumen kundgab, die denn Andenken des Verstorbenen, der die Blumen ja so sehr liebte, gewidmet! worden waren. Im Parlor der Fa­milienwohnung lag die Leiche in einem mit Fahnentuch und Blumen ausgeleg­ten Sarg ausgebahrt. Auf demselben lagen die Insignien der Freimaurer und der G. A. R. Eine Fülle von -Blumenstllcken, eines immer schöner als «das andere, war im Zimmer gruppirt.

! Nachdem Pastor H. G. Eisenlohr ein !Gebet gesprochen, widmete Herr H. A. «Rattermann dem Heimgegangenen «Freund einen warmfühligen Nachruf jiit gebundener Redeweise. Alsdann ckrat eine Vertreterin derVeteranen- cköchter" an den Sarg, legte einen mit roth-weiß-blauen Bändern zusammen- gchaltenen Blumenstrauß auf densel-i ben nieder und sprach ebenfalls ein Ge-« !bet. Damit hatte die kurze Feier im j Hause ihr Ende erreicht und der Lei­chenkondukt bewegte sich nach dem Kre­matorium, dessen Kapelle angefüllt «war mit Leidtragenden.

Hier wurde die Feier mit einem von , Herrn Theodor Meyder gespielten Or­gelpräludium eröffnet. Pastor Eifen- lohr hielt sodann eine tief ergreifende Gedächtnißrede und skizzirte in flüch- stigen Umrissen den Lebenslauf des Verblichenen. Als Präsident« des .Deutschen Litterarischn Klubs sprach Dr, Gotthard Deutsch in überaus ge--