Lande der ausgehenden Sonne, der ausschließlich gründlichen Studien und ausgedehnten Reisen gewidmet war, gab Pros. Rein, damals noch Professor der Geographie in Marburg, ein einzigartiges, umfassendes Werk über Japan herails in zwei Bänden unter dem Titel: Japan nach Reisen und Studien. Der erste Band handelt über Natur und Volk des Mikadoreiches; der zweite Band handelt über Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Handel. Die Adresse, die dem verdienten Jubilar zum Geburtstage von der D.utscheu Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens zugesandt wird, hat folgenden Inhalt:
Hochverehrter Herr Professor! An dem Jubeltage, den Sie am 25. Januar 1905 im schönen Bonn feiern, darf uuter der Schar der Glückwünschenden auch die Deutsche Gesellschaft für Natur- und Bölkerkunde Ostasiens nicht fehlen. Ein Vierteljahrhundert ist seit dem Erscheinen Ihres Monumentalwerkes über Japan vergangen. Noch heute steht dieses Werk unübertroffen da, ein Zeugnis tiefer Gelehrsamkeit und echter Wissenschaft. Den Namen eines Kämpfer und eines Siebold haben Sie den Ihren würdig angereiht. Wer immer über das schöne Land der ausgehenden Sonne sich gründlich unterrichten will, der kann und darf Ihr Werk und Ihre Forschungen, Herr Professor, nicht übergehen. Mit Stolz erinnern wir uns an den gefeierten deutschen Gelehrten, der so erfolgreich an einer Ausgabe gearbeitet hat, die auch wir uns zum Ziele setzten; mit Stolz erinnern wir uns daran, daß Sie unserer Gesellschaft angehört haben, daß Sie ein Mitarbeiter waren an unseren Bestrebungen und unseren Veröffentlichungen. Unsere Gesellschaft, Herr Professor, bringt Ihnen zum siebzigsten Geburtstag Gtück- und Segenswünsche und zugleich ihren Dank entgegen, indem sie Ihnen hiermit einstimmig die höchste Auszeichnung zuerkennt, die sie zu verleihen hat: Die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Tokio, im Dezember 1904. Der Vorstand: Graf Arco-Vaüey, R. Lehmann, Dr. H. Haas, F. Thiel, Dr. K. Florenz, P. Vautier, A. Gerdts.
In nächster Zeit rvlrd eine Neuauflage des bis jetzt unübertroffenen Werkes von Prof. Rein erscheinen. I» Tokio wird das .,Reiu-Jubilämn" am Dienstagabend, den 24. Januar, durch ein großes Festessen auf der deuljcheu Gesandtschaft gefeiert, wozu die ganze deutsche Kolonie vom deuticheu Gesandte» 'leiugeladeu wurde.
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Ter bekannte Mann erliegt nach mehrmonat-
//. lichem Siechthum.
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Aus seinem Lebenslauf.
Dr. Adolf Zipperlen, einer der bestgekannten deutsch-amerikanischen Bürger der Stadt, ist gestern Morgen mehrmonatlichem Siechthum erlegen, und die Nachricht von seinem Tode wird nicht verfehlen, in weiten Kreisen aufrichtiges Bedauern wachzurufen. Zipperlen war kein Durchschnittsmensch. Ihn zeichneten nicht blos hohe Gaben des Geistes, sondern vor Allem auch des Herzens und des Charakters aus. Eine edle Natur, ohne Falsch, im Menschen nur Gutes suchend, weil er selbst gut war, hilfsbereit und pflichttreu, seinem Adoptiv-Baterlande ein tüchtiger Bürger, seinen Freunden lein warmsllhlender Freund und Bera- ther, dabei bescheiden, für sich nichts beanspruchend, das waren die hervorstechenden Charaktereigenschaften des Heimgegangenen. Auf diese sittlichen Prinzipien war sein ganzes langes Leben zugeschnitten, ihnen ist er zu keiner Zeit untreu geworden. Deshalb ehren und achten wir den Verblichenen, dessen Andenken lebendig gehalten zu werden verdient auch über das Grab hinaus.
Der alte Herr hatte am 18. Oktober v. I. das Unglück, als er sich aus der Haustreppe nach der Zeitung bücken wollte, das Gleichgewicht zu verlieren, und herabzustürzen. Er verletzte sich j an der Rippe und von da an datirt sein i Siechthum. Bis dahin hatte er sich ei- ! ner wirklich beneidenswerthen Rüstig- keit erfreut. Zu Weihnachten verließ
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/erzürn letzten Mal das Hans, doch war ffcin Zustand nicht besorgnißerregend, bis Bronchitis einsetzte, die im Berem Mit Herzschwäche dem langen Leben .beg- Greises gestern Morgen ein Ziel ffatzte/ Am Samstag Morgen verlor M das Bewußtsein und Man konnte es UM seinen Zügen lesen, daß er am (Samstag und am Sonntag große (Schmerzen- zu erdulden hatte. Dann trqt die Auflösung ein und es war ein sanftes, friedliches Hinüberschlummern, ein langsames Verlöschen ber' Lebxnsflamme. Dr. Zipperlen, der ein eistiger Leser des „Volksblatt" war, verlangte noch am Samstag Morgen [nach« der ihm liebgewordenen Zeitung.
I „Der Tpnnel ist also doch fertig" wa- jren seine letzten verständlichen Worte. Dann entfiel das Blatt seinen Händen und das Bewußtsein entschwand dem Kranken. Die Worte hatten Bezug auf /die Fertigstellung des'Simplontunnels, .worüber in der Ausgabe berichtet war.
[ Der Dahingeschiedene hinterläßt die [betagte Lebensgefährtin und zwei !Töchter, Frau Ferdinand Schumacher von Akron, O., die vergangene Woche an das Krankenlager des Vaters geeilt war und ihm damit eine große Freude bereitet hatte, und Frau H. Hausen.
Die Feuerbestattung findet am Donnerstag Nachmittag um 3 Uhr im Krematorium unter den Auspizien der Loge statt. Nach einer ckurzen Trauerfeicr für die Familie [und die intimsten Freunde im Hause findet die eigentliche Gedächtnißfeier im Krematorium statt. Pastor Eisen-; lohr wird dieselbe leiten. Dr. G. «Deutsch, als Präsident des Deutschen Litterarischen Klubs, und Herr H. A. [Rattermann, ein langjähriger intimer [Freund des Verblichenen, werden rechen. Als Bahrtuchträger für die Fa-[ milie werden die Herren Dr. Jos. M.i lTopmöller, Paul Christ, Dr. Otto, [Jüttner und C. W. Boß fungiren.
Adolf Zipperlen wurde am 1. Mai 1818 zu Heidenheim in Württemberg geboren. Nach Absolvirung der Volksschule und des Gymnasiums beizog er die Universität Tübingen, um Medizin zu studiren, wobei er indessen nicht vergaß, bei der „Suevia", einem der ältesten Korps in Deutschland, ein-[ zuspringen und als Konsenior dessel- * den bis zum Ende seiner Universitätsjahre aktiv zu bleiben. Nach Ablegung [ der nöthigen Prüfungen und des Staatsexamens ließ sich der junge Doktor in Bietigheim als praktischer, Arzt nieder, vermählte sich bald darauf' mit seiner jetzt noch lebenden Gattin und siedelte nach Heidenheim über. Nach einigen Jahren (1848) wanderte das mit zwei Kindern gesegnete Paar nach Amerika aus und ließ sich bald nach der Ankunft im Lande zu Weinsberg bei Clinton, O., nieder, um sich dem Weinbau zu ergeben. «
Bald siedelte der schon allum be-i liebte Mann und Arzt nach Akron, O.,[ 'über und erwarb sich allda neben einer« hübschen Praxis auch den Rang einest Oberarztes bei der 2.. Ohio-er Jnfan -1 terie-Brigade der Nationalgarde. Und beim Ausbruch des Bürgerkriegs wurde er Oberarzt bei dem 108. Ohioer Infanterie-Regiment, fftand drei Jahre lang im Felde und nahm als Brigadearzt mit Majorsrang seinen Abschied.
Nach dem Kriege litt es de^Donor nicht mehr in dem ländlichen Akron; er zog 1865 mit seiner Familie nach Cincinnat i. Hi er war der sang- und