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I An weiteren Geschenken für die geologisch-paläontologische! | Sammlung sind zu nennen die im letzten Jahre durch Herrn A. Askenasy aus 'dem Oberpliocän des Klär­beckens gewonnenen Blätter, ferner ein Geschenk des korrespondierenden Mitgliedes Herrn Erich Spandel in Nürnberg, eine Meduse (Rhizomites admirandus) aus dem lithographischen Schieser, und ein solches von Herrn Prof. Dr. L. Edinger, besteherrd in einem vorzüglich präparierten Schmelzschupper (Lepidotus gigas) aus dem Posidonienschiefer von Holzmäden.

Die mineralogische Sammlung ist drtrch die reichhaltige und wertvolle Mineraliensammlung des am 10. März 1004 verstorbenen Mitgliedes Dr. Ludwig Belli, die j von dessen Hinterbliebenen Frau Karoline Pfeiffer geb. Belli und Frau Anna Weise geb. Belli dem Museum als Geschenk iiberwiesen wurde, bedeutend vergrößert worden.

Die Sammlung enthält viele gute und mehrere sehr I wertvolle Stufen, die eine ausgezeichnete Stufe mit kri- j stallisiertem Gold aus Kalifornien, vier Platinstücke im Gesamtgewicht von über 600 Gramm, wovon das größte allein 390 Gramm schwer ist, gute Turmaline im Elbaner Granit, eine große Stufe mit ettoa zwanzig wohlausgebil- beten Mikroklinen und mehreren Rauchguarzen vom Pikes Peak in Colorado, schönes Rotblei aus Tasmanien, einen Flüssigkeitseinschluß in Quarz von Telkibanha (Ungarn), der eine Libelle fast so groß wie eine kleine Bohne ent-' hält, und mehrere kleine Diamantkristalle, von denen der eme im Mus ground (Kimberley) eingewachsen ist. Dazu kommen noch einige Meteoriten, Jinmarken 950 Gramm, Phillips country 223 Gramm, Tolucatal 847 Gramm, Mocs 190 Gramm, die einen höchst erfreulichen Zuwachs : der kleinen Meteoriten-Kollektion des Museums bilden. Das kostbarste Stück unter diesen Meteorsteinen ist ein Palasit (Olivineisenmeteor) von Finmarken, der erst im Jahre 1902 gefunden wurde. Von ihm liegt eine un­geschliffene Platte vor, die eine Menge durch Nickeleisen verkittete, bis zwei Zentimeter im Durchmesser haltende Olivinfragmente führt.

Für die zoologische Schausammlung sind der Gesell­schaft von Mitgliedern eine Reihe von prachtvollen Stücken zur Aufstellung in den biologischen Gruppen aus der ein­heimischen Fauna überwiesen worden. Hoffentlich wer­den auch die Lücken, die in dem dazu notwendigen Materiale noch vorhanden sind, recht bald ausgefüllt werden. Ebenso ( ist es noch ein besonderer Wunsch des Museums, in den Besitz einer größeren Geweihsammlung von unseren einheimischen Hirscharten, namentlich aus depr Taunus, Spessart und Odentvald zu gelangen. Der erste größere Grundstock hierzu ist schon dadurch gelegt wor­den, daß Seine Exzellenz der Wirkliche Eeheimrat Pros, v. Dr. Schniidt-Metzler seine umfangreiche Samm­lung von Geweihen felbstgeschossener Rehe dem Museum mit dem ausdrücklichen Wunsche letztwillig bestimmt hat, daß andere Jagdliebhaber diesem Bei­spiele folgen möchten.

Von größeren Ankäufen sind namentlich diejenigen für die geologisch-paläontologische Sektion hervorzuheben, ein riesiger, vorzüglich präparierter Isbtb^osaurus nov. spec. mit vollständig erhaltenem Hautsaum, ein ebenso aus dem Schiefer herausgearbeiteter Pachycornus bolleru sis von bedeutender Größe und ein herrliches Exemplar von Pentacrinus subangularis, alle drei bezogen von B. Hauff in Holzmaden.

Eine weitere hochherzige Schenkung ist der inneren Einrichtung des neuen Museums zugedacht, insofern als die hiesige Firma G. H o f f m a n n sich bereit erklärt hat, sämtliche Waschtische und Toiletten-Anlagen für das neue Museum kostenlos zu liefern.

Zahlreiche G eId zu wendungen sind der Gesell­schaft auch in diesem Jahre zu teil geworden und haben die überaus schwierige Lage derselben in manchen Punkten zu erleichtern geholfen. Erfreulicher und dan. ikenswerter Weise haben sich auch in die. jsem Jahre mehrere Mitglieder freiwil­lig bereit erklärt, ihren Jahresbeitrag um das mehrfache des ordentlichen SBeiJ träges zu erhöhen.

Vor allem aber verdient das hochherzige Ver-, mächtnis des ewigen Mitgliedes Dr. phich- Albert von Reinach rühmende Erwähnung. Er, der mit freigebiger Hand der Gesellschaft alljährlich tau­sende gespendet hat, der allezeit mit reichen Mitteln ein­

getreten ist, wenn es galt, wissenschaftliche For­schungsreisen auszurüsten, wertvolle Sammlungsobjekte zu erwerben oder den Abhandlungen künstlerisch ausgeführte Tafeln beizugeben, er hat nunmehr der Gesellschaft außer seiner paläontologischen Sammlung und seiner reichen naturwissenschaftlichen Bibliothek letztwillig ein größeres Kapital mit der Bestimmung hinterlassen, daß dessen; Zinsen für Museumszwecke zu verwenden sind, und hat, außerdem einen weiteren Beitrag für die innere Einrich­tung des Neubaues gespendet. Längst schon war die Ge. sellschaft dem Entschlafenen, ihrem hochherzigsten Gönner, zu unauslöschlichem Danke verpflichtet, nicht allein wegen seiner stets offenen Hand, seiner tatkräftigen Unterstützung und seiner treuen, eifrigen Mitarbeit auf wissenschaftlichem' Gebiete; Albert von Reinach hat auch von feinem Eintritt in die Verwaltung an mit dem weiten Blick des großen Kaufmanns organisatorisch in die Verwaltung^ geschäfte der Gesellschaft eingegriffcn und manche Neu­erung von bleibendem Werte geschaffen. Dauernder wie das schlichte Kreuz aus weißem Marmor, das auf seinem Grabe errichtet ist, wird das Andenken des Verblichenen bei der Senckenbergischen Gesellschaft bewahrt bleiben. Bei jedem Rückblick auf ihre Geschichte wird sie in Dankbarkeit und Verehrung des Mannes gedenken, der den größten Teil seiner ungeheueren Arbeitskraft in ihren Dienst ge.' stellt hat- Jahr für Jahr wird die von Reinach- Stiftung, der von Rcinach-Preis den teurer« Namen des ewigen Mitgliedes nennen; zahlreiche SamM» lungsobjekte rufen ihn täglich ins Gedächtnis und nie- mand wird geologisch unsere Landschaft bearbeiten können, ohne sich mit den bedeutenden Abhandlungen von R e i» nachs vertraut gemacht zu haben. Die Senckenbergische Naturforschende- Gesellschaft hat mit unauslöschlichen Zü­gen den Namen von Reinach in ihr Erinnerungsbuch eingetragen; sie wird seiner noch gedenken, wenn von den Zeitgenossen des Hingeschiedenen keiner mehr diese Sonns schaut.

Am 8. November 1904 hatte die Gesellschaft die selten« Freude, ein 26- jähriges Dozentenjubiläum! zu feiern. Ein Vierteljahrhunbert war an diesem Tag«, verflossen, seitdem Prof. Dr. H. Reichenbach sein«, ersprießliche Lehrtätigkeit in der Gesellschaft begonnen­hatte. Aus diesem Anlaß wies der I- Direktor zu Beginns der diesmaligen Wintervorlesung auf die großen Ver­dienste hin, die sich der Jubilar um den naturwissenschaft­lichen Unterricht und um die Hebung des Interesses an den Naturwissenschaften in Frankfurt erworben hat, wäh­rend Seine Exzellenz der Wirkliche Geheimrat Prof. D. Dr. Schmidt-Metzler die Glückwünsche der Dr. Senckenbergischen Stiftungs - Administration überbrachte,

Unserem ersten Konservator Adam Koch wurde im November vorigen Jahres der Königliche Kronen-Orden 4. Klasse verliehen, eine Auszeichnung, die der bewährte Beamte durch seine der Gesellschaft seit fast fünfzig Jah­ren geleisteten, treuen Dienste und durch seine hervor­ragenden Leistungen auf dem Gebiete der Museumstechnik reichlich verdient hat.

Am 1. März 1905 hat unser zweiter Konservator Au-, gust Koch sein 25jähriges Dienstjubiläum gefeiert und ist aus diesem Anlaß von unseren arbeitenden Mitgliedern im Museum beglückwünscht worden, während ihm der I. Direktor in dankbarer Anerkennung seiner langjährigen, pflichttreuen Tätigkeit im Namen der Gesellschaft ein Ehrengeschenk überreicht hat.

Am 18. Dezember fand in feierlicher Weife die lieber» gäbe der M a r m o r b ü st e des am 25. April 1903 ver­storbenen langjährigen I. Direktors der Gesellschaft I. Blum statt, die von Freunden und Schülern des Ent-, schlafenen gestiftet worden war. Prof. Dr. M. Möbius hielt die Gedächtnisrede.

Alles in allem kann die Gesellschaft mil Stolz und' Freude auf das verflossene Jahr zurückblicken. Sie hat sich bemüht, chren Aufgaben nach jeder Richtung hin ge­recht zu werden, und die wachsende Mitglieder­zahl hat gezeigt, daß dieses Bestreben An. erkennung gefunden hat! Möge dieses Interesse bei den Mitgliedern der Gesellschaft sich erhalten und in immer weitere Kreise Frankfurts dringen, damit die Ge­sellschaft imstande ist, das Werk, das sie so viele Jahre, hindurch fortgeführt hat und das durch ihren Neubau zunächst zu einem gewissen Abschnitt kommen soll, immer, weiter auszubauen!

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