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für die vielen, oft zu Hunderten, ja zu Tausenden am Rumpf liegenden Organe, da Tiere durch dieses Licht nur nach Richtungen gelockt würden, die nicht in das Gesichtsfeld fallen. Aus der Anordnung der Organe, die bald als Querstreifung bald als Längsstreifung oder als Tüpfelung oder in noch anderer Art erscheint, aber für jede Gattung, ja für jede Art so gesetzmäßig und charakteristisch ist, daß sie systematischen Wert hat, ist vielleicht zu schließen, daß diese Anordnung die Bedeutung einer Zeichnung des Tieres hat und, da die Organe oft verschieden gebaut sind, das Licht in verschiedenen Farben leuchtet, die Tiefseefische also nicht, wie es gewöhnlich heißt, farblos oder einfach schwarz gefärbt, sondern im Gegenteil lebhaft bunt find. Was bei den im Bereiche des Sonnenlichts lebenden Tieren durch Pigmente, das würde hier durch verschiedenfarbiges Licht der Leuchtorgane erreicht. Die Bedeutung dieser Färbung wäre dann zu suchen in erster Linie in einem Erkennen der Artgenossen und in einem Aufsuchen der Geschlechter. Für eine derartige Ansicht spricht auch die Tatsache, daß bei manchen Arten bestimmte Leuchtor- gane bei männlichen Tieren stärker ausgebildet oder an anderen Stellen sich finden als bei weiblichen, also die Bedeutung sekundärer Geschlechtscharak. tere besitzen.
Am interessantesten, aber in chrer physiologischen Bedeutung völlig rätselhaft sind Organe, die am Auge gelegen sind und dadurch von allen andern sich unterscheiden, daß sie ihr Licht nicht vom Körper fort werfen, sondern in die vordere Augmkammer. Da sie sich bei allen leuchtenden Fischen außer den Scopeliden finden und stets die gleichen Beziehungen zum Auge zeigen, so müssen sie eine hohe physiologische Bedeutung besitzen- Bis jetzt ist eine ähnliche Einrichtung noch von keinem anderen Tier bekannt geworden.
Zum Schlüsse erstattete der II. Direktor Stabsarzt Pros. Dr. Ernst Marx den
Jahresbericht.
Als wichtigstes Ereignis des vorigen Jahres ist die Grundsteinlegung zu dem Museums -Neubau an der Viktoria-Allee am 15- Mai 1904 zu erwähnen. Die Deutsche Kaiserin hatte als Protektorin der Gesellschaft den Generalinspekteur der III. Armee-Inspektion Exzellenz von Lindequist mit Allerhöchstchrer Vertretung beauftragt. Außerdem wohnten zahlreiche Vertreter der hiesigen staatlichen und städtischen Behörden, der benachbarten Universitäten, der Technischen Hochschule in Darmstadt, unserer Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und hiesiger und auswärtiger Naturwissenschaftlicher Vereine der Feier bei. Da der Bauplan in der Hauptsache inne gehalten werden konnte, ist der Bau nunmehr im Mcurerwerk vollendet, das Dach ist gerichtet und zum größeren Teile schon gedeckt. Es hat be reits der Verputz und die innere Ausstattung
der Räume begonnen; ein Saal der Schausammlung im südlichen Flügel des ersten Obergeschosses ist ganz fertig, gestellt und schon mit Fenstern und Türen versehen. In diesem Saale ist vor einigen Tagen mit dem Aufschlagen der eisernen Pr obesch ränke begonnen worden, mit deren Lieferung zwei hiesige und drei auswärtige angesehene Firmen betraut sind.
Der Bericht gedenkt dann zmkachst der schmerzlichen Verluste, die die Gesellschaft durch den Tod zahlreicher Mitglieder erlitten hat- Es sind gestorben: die arbeitenden Mitglieder C. von Erlanger, D. F. Heynemann, Dr. A- von Rein ach, der zugleich der Gesellschaft als ewiges Mitglied angohört hatre, und Geh.. Med.- Rat Pros. Dr. C. Weigert, weiterhin die beitragenden Mitglieder Pros Dr. phi!. A. Andreae, Dr. med C. Cassian, Dr. med. V. Cnyrim, W. Coustol Dr. med. PH. Fritsch, V. Hammeran, Fräulein Th. Hetzer, Kommerzienrat K. Hoff, R. Kreuz., berg, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. phil. A. Lauben- heimer, Dr. jur. S. Maas, I. K- Majer, P H von Mumm, G. F. Poipers, C- Sabarly, Dr. med. F. Schwenck, A. S i e b e r t, C. S t r a u s' und Th. Trier, sowie das ewige Mitglied Frau C. Rücker.
Aus der Reihe der korrespondierenden Mitglieder hat die Gesellschaft 6 hervorragende Gelehrte durch den Tod verloren:
Dr. Rudolph Amadeus Philipps Direktor des Linse« Nacional in Santiago de Chile,
Geh. Reg.-Rat Prof. Dr- Eduard von Martens, II. Direktor des Kgl. Zoologischen Museums in Berlin,
Dr. August Le Jolis in Cherbourg,
Dr. Henri de Saussure in Genf,
Dr. Adolf Zipperlen in Cincinnati (Ohio), und Geh- Med.-Rat Pros. Dr. Konrad Eckhard in Gießen.
Allen Verstorbenen wird die Gesellschaft ein dauerndes und dankbares Andenken bewahren!
Aus der Reihe der beitragenden Mitglieder sind ferner 16 freiwillig ausgetreten Tie -Gesamtzahl der im Berichtsjahre ausgeschiedenen beitragenden Mitglieder beträgt also 38.
Neu eingetreten sind dagegen 173 beitragende Mitglieder.
Die Zahl der beitragenden Mitglieder beträgt somit am heutigen Tage 747 gegen 610 bei der letzten Jahresfeier.
Zu arbeitenden Mitgliedern wurden ernannt:
Dr. med. Eugen Albrecht, Dr- phil. Ern st Teichmann und Fritz Winter.
In die Reihe der ewigen Mitglieder wurden ausgenommen:
Dr. Eugen Lucius, Carlo Freiherr, von Er- langer, Direktor Otto Dyckerhoff, Rudolph Sulzbach, Johann Karl Majer, Dr. Eugen Askenasy, Prof. Tr. Achill Andreae, David Friedrich Heynemann, Frau Amalie Kobelt, Pros. Tr. Wilhelm Kobelt, P. Hermann von Mumm, Philipp Holz mann, Kommerzienrat Karl Hoff, Frau Luise Volkert, Julius Wernh er und Edgar Speyer. Die Zahl der ewigen Mitglieder betrögt sonach zurzeit 110.
Die meisten dieser neuen ewigen Mitglieder sind bis zu ihrem Tode Jahre- und Jahrzehnte lang beitragende Mitglieder der Gesellschaft gewesen und zu ihrem bleibenden Gedächtnis haben die Hinterbliebenen in pietätvoller Gesinnung die Ramm der Verstorbenen in die Reihe der ewigen Mitglieder eintragen lassen. In vielen anderen Fällen sind die Frauen und Söhne verstorbener Mitglieder der Gesellschaft beigetreten. Es zeigt sich hierin deutlich die treue Anhänglichkeit und das warme Interesse an der Sencken- bergische Gesellschaft, der von ihrer Gründung im Jahre 1817 an zahlreiche Frankfurter Familien nunmehr durch mehrere Generationen als Mitglied angehören.
Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden ernannt:
Seine Durchlaucht Fürst Albert von Monaco, Prof. Dr. August Brauer in Marburg,
Prof. Dr. Rudolph H a u t h a l in La Plata, Karl Hagenbeck in Stellingen bei Hamburg, Generaloberarzt a- D. Dr. O. von L i n st o w in Göttingen,
Prof. Dr. I. N. Langley in Cambridge,
Prof. Dr. Jacques Löb in San Francisco,
Pros. Dr. Gottlieb Haberlandt in Graz.
Die Zahl der korrespondierenden Mitglieder beläuft sich nunmehr auf 176.
Aus der Direktion hatten Ende 1904 nach zweijähriger Amtsführung satzungsgemäß auszuscheiden: der I. Direktor Dr. med. August Knoblauch und der I. Sekretär Dr. phil. I o h a n n G u I d e. An ihre Stelle traten für die nächsten zwei Jahre Dr. phil. August Jassoy und Bankier Walter Melber.
Die diesjährige Generalversammlung fand am 22 Jebr. 1905 statt- Sie genehmigte entsprechend dem Antrag der Revisions-Kommission die Rechnungsablage für das Jahr 1994 und erteilte dem I. Kassierer Alhard Andreae- von Grunelius Entlastung. Ferner genehmigte die Generawersammlung den Voranschlag für 1905, die in Einnahmen und Ausgaben mit 61.978,52 Mark balanziert. lltach dem Dienstalter schieden aus der Revisions-Kommission die Herren Georg Minoprio und W i l h e l m R o h m e r aus. An ihre Stelle wurden die Herren Robert Osterrieth und Direktor Wilhelm von den Velden gewählt. Vorsitzender der Revisions-Kommission für das Jahr 1905 ist Herr Stadtrat A n t o n M e y e r.