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icr'fmb nicht vollendet. KmmKli-mt tMvunMr werden, sie zli sollenden oder in unvollendetem Zustande, wie das Ministerium will, dem Auftraggeber abzuliefern? Kann Klimt darauf bestehen, dag seine Deckengemälde, die für die Decke bestimmt sind, auch dort angebracht werden? Und wenn min Klimt und Matsch nicht mehr zueinanderpasseu, —, kann Klimt sagen: Ich habe den Auftrag des Staates nicht eni- sprechend erfüllt, ich gebe das Geld lviedcr und trete von dem Vertrage zurück? Kann Klimt dem Staate verbieten, die Bilder an der würdigsten und ehrendsten Stätte, in der modernen Galerie, der Nachwelt aufzubewahren? Kann er nicht vielmehr dem Staate entgegenhalten, daß seine Bilder ür den bestimmten Universitätssaäl als Deckengemälde gedacht, entworfen und ausgeführt sind, an jeder anderen Stelle also die beabsichtigte künstlerische Wirkung vcrfcy- len müssen? Oder einfacher: Ein Fürst bestellt ein Deckengemälde für das Schlafzimmer seines Schlosses. Kann er vom Künstler gezwungen werden, das bezahlte Bild auch im Schlafzimmer des Schlosses anzubringen, oder darf der Fürst das Gemälde auch in seiner Bildergalerie oder sonst an einem würdigen Orte aufbewahren?
Die Fragen sind schwer zu lösen, weil sic rächt rein künstlerischer und nicht rein materieller ?Latur sind — weil chließlich eine Lösung nur bei gutem Willen beider Karteien möglich ist. Der gute Wille aber scheint zu fehlen. Die Anhänger Klimts wollten eben nur wieder einen .Rummel" Hervorbringon. Wären Klimts Gemälde in die ..Moderne Galerie" gekommen, so hätte man das als eine Art salomonischen Urteils billigen dürfen, und die Klimt- lrise wäre zur Ruhe gekommen: In die Universität. passen ie nicht, weil sie nicht zu Matsch passen und überdies die Aufgabe technisch gewiß meisterhaft, ideell über unglücklich, ja lächerlich naiv gelöst wurde. Als Kunstwerke a n sich, die ein Zeugnis von dem Geschmacke und der ästhetischen Richtung unserer Zeit geben, wären sie in der „Modernen Galerie", in einer ihrer würdigen Umgebung durcy- , aus am Platze. Der neueste Rummel soll aber den Staat ' zwingen, die Klimt'schen Gemälde an der Saaldecke in der Universität anznbringen. '■ Der Rummel ist geschickt inszeniert wie alles, was die Wiener Sezession bisher in Szene setzte; er wird also seinen Zweck erreichen. Das Wunder ist geschehen: die Wiener Sezession, die nun schon tot ist hat "noch ein Lebenszeichen gegeben.
r. li.
Ktattkfrrri, 14. April.
= [Com alten Senckenberg. j Man schreibt uns: In dem von der „Frankfurter Zeitung" pom 7. April mitgeteilten Briefe Jsflands, wo dieser über einen Rundgang um die Frankfurter Festuugswälle und über einen Blick auf das Senckenbergische Stiftungshaus berichtet, wird auch das geflügelte mit Stundenglas und Hippe ver- > scheue Bild der Zeit, erwähnt, das auf dem Kuppeldach des Anatomiegebäudes stand. Dieses Bild der Zeit; das als
ruug pielfach verkannt und ivar die Quelle einer üppig! wuchernden Sagenbildung. Der Umstand, daß Seuckende r g, in dem Neubau seines Stiftungshauses einen ge-. Waltsamen und nicht ganz aufgeklärten Tod gesunden und daß die geflügelte Zeit mit der Sense gerade auf dem Seziersaale stand, ließ allenthalben die. Meinung aufkommeu, dies sei wahrscheinlich ein Abbild deS Todes. Ja, im Volke war. sogar der Glaube verbreitet, das Bild des langbärtigeu GreW ses aus dem Kuppeldach sei eigentlich der alte Senckenberg selbst. Mau'begann sich nachgerade vor dem Bilde! zu fürchten, und wenn sich nächtlicherweile bei Wind oder Sturm die verrostete Wetterfahne kreischend herumdrehte, da hielten sich ängstliche Menschen die Ohren zu und schlossen die Augen. Schließlich baten die Anwohner nm Entfernung des Schreckbildes und die Verwaltung der Stiftung willfahrte dem Gesuch, da auch die Kranken über die unwillkommene Nachbarschaft des Sensenmannes klagend ausgetreten waren. Die Wetterfahne wurde also entfernt und' mag heute noch auf dem Speicher des weitläufigen Gebäudes der Wiedereinsetzung in ihre Stellung, freilich vergebens, harren. Aber nicht alle Frankfurter waren mit der Ent- fernung des eigenartigen Bildes einverstanden und ein hnmorliebender Bürger widmete dem Entschwundenen folgende Zeilen:
In der alten, wohlbekannten Stadt am Main, in Frankfurt, war Einst bon Blech ein Bild vorhanden,
Angestannt durch manches Jahr.
Ach, sein Anblick war ein trüber:
Sens' und Sanduhr hielt die Hand Aus dem Dache, wo cs über Senckcnbergs Seziersaal stand.
War's der Tod, der Mcnschenwürger?
War's die Zeit? Nun, durckis Gclärch Alter Häuschen nannt' der Bürger Die Figur den Senckenberg.
Schlief das Kindchen nicht im Bette,
Ah nicht Brei und nicht Latwerg,
Droht' die Mutter: „Kind, ich wette,
Gleich kommt jetzt der Senckenberg!"
Irrt' der Jüngling auf und nieder Blaß vor Liebe in dem Haus,
Schalt der Vater: „Wahrlich wie der Senckenberg, so siehst Du aus!"
War vom durchgetanzten Balle Äug' und Fuß den Töchtern schwer,
Rief die Mutter: „Ihr schleicht alle Wie der Senckenberg einher!"
Ward nach langer Krankheit wieder Einem Freund Wein ausgetischt, „Senckenberg", schrien da die Brüder,
„Hat Dich diesmal nicht erwischt!''
Ging ein Freund zu Charons Kahne,
Fort von Hobel, Pech und Werg,
Sprachen trauernd die Kumpane:
„Ten hat auch der Senckenberg 1“
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