in vorhandene Naturdenkmäler erhalten bleiben. Ferner ist der S t a a t besonders in der Lage, diese Bestrebungen wirksam zu fördern, zumal er der größte Grundbesitzer ist und sein verschiedenartiger Besitz sich über das ganze Land erstreckt. Im Wege der Verwaltung müs;- ten kleine Reservate verschiedener Art tunlichst in jedem Landestcil eingerichtet werde»; dort ein See, Bach oder JInßabschnitt; da eine Küstenpartie, Düne oder Env- moräne; hier eine Moor-, Heide- oder Waldsläche; dort ein Fundort seltener Pflanzen- oder Tierarten usw. Sodann müßten alle Zweige der Verwaltung angeregt werden, die in ihrem Ressort vorhandenen Denkwürdig, keiten der Natur ausznnehmn, und für deren Schutz zu sor- gen. Der Vortragende führt auch bemerkenswerte Bei- spiele dafür an, daß manche Zweige der Staatsverwaltung schon in dieser oder ähnlicher Richtung tätig gewesen sino; es bestcht daher kein Zweifel, daß sie sich auch zu weiteren Maßnahmen zur Pflege von Naturdenkmälern bereit sin- den lass- werden.

Was schließlich die legislative Mitwirkung betrifft, so erinnert Redner an eine Reihe von Staats- und Reichs ge setzen, die das beregte Gebiet streifen. Weiter ist eine neue gesetzliche Bestimmung anzustreben, welche die Enteignung von Grund und Boden zum Schutze von Naturdenkmälern ermöglicht. Aber der Schwerpunkt der ganzen Bestrebungen ist nicht auf das Gebiet der Ge­setzgebung, sondern aus das Gebiet der freiwilligen und administrativen Mitwirkung zu verlegen.

Der Vortragende schöpft aus einer Fülle von Beobach­tungen, die er zum größten Teil selbst seit Jahren an Ort und Stelle angestellt hat; daneben ist ihm weiteres Material, teilweise auch aus anderen Ländern und Staaten, auf ancklichem Weg zugänglich gemacht worden. Hervorragende Beispiele werten durch bunte Lichtbilder vcranschau» licht, die zn diesem Zwecke nach der Natur neu aüsgeführt sind und zum Teil erst in einer späteren größeren Schrift über diesen Gegenstand veröffentlicht werden sollen.

tig ist, die Wetteränderungen vorherzusagen.' Die Mittel, die uns hierzu zur Verfügung stehen, werben als­dann genauer besprochen, nämlich die Wettertelegra­phie und die auf Grund derselben gezeichneten Wetter­karten, an die sich eine kurze Anleitung zum Lesen und zum Verständnis derselben anschließt.. Solche Wetterkar­ten werden vorgeführt, um die Abhängigkeit der Verteilung der meteorologischen Faktoren von einander, insbesondere in den zwei Haupttypen der sogenanntenW e t t e r l a g e", in den Depressionen und Hochdruckgebieten, klarzustellen. Auf Grund der Luftdruckkarten tvird hier jedes­mal das Verhalten der Winde, der Bewölkung, der Nieder­schläge usw. besprochen und schon auf die größere oder ge­ringere Beständigkeit der betreffenden Wetterlage, insbe­sondere auch auf das Wandern der Depressionen aufmerksam gemacht. Aus der Erkenntnis, daß mit der ver­schiedenen Verteilung des Luftdrucks auch ganz verschiedenes Wetter bei uns herrscht, ergibt sich von selbst der Wunsch, die Verteilung des Luftdrucks zu kennen und zu klassifi­zieren, um danach die Wetterlagen ebenfalls einzuteilen. Bon den verschiedenen Versuchen hierzu wird auf Teis- serene de Borts Aktions-Zentren der Atmosphäre hingewiesen und dann das van Bebber'sche System der Einteilung in fünf Wettertypen, das sich auf die Lage des Hochdruckgebietes gründet, ausführlicher und an reich­lichen, als Lichtbildern vorgeführten Wetterkarten erläutert. Als Schluß wird kurz die praktische Anwendung des vor- geführten besprochen, auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die der sicheren Wettervorhersage im Weg stehen, und einige Gründe dafür angegeben. Hierbei wird ans die wichtige Unterstützung aufmerksam gemacht, die der Vorhersage durch örtliche Beobachtungen erwachsen kann, und zugleich werden mit einigen Worten - kritisch und zahlenmäßig die bis jetzt erreichten Resultate beleucht^.

XI. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., den 4. Februar 1905. Vorsitzender: Dr. August Jassoy.

Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Vorsitzende mit, daß der zu Beginn des Winterhalbjahres an alle Freunde des Waidwerks gerichtete Aufruf um Ueberlas- sung von Wild- und Jagdtrophäen neue Erfolge gezeitigt hat. So schenkten: Dr. Pachten einen prächtigen Rothirsch aus dem Vogelsberg, Forstmeister Ruths in Groß-Gerau einen Damhirsch, Generaldirektor Kleyer eine Damhirschkuh, Regierungsbauführer Theiß einen Rehbock und Oekonom Fix eine an der Gerbermühle von ihm selbst erlegte Vleßgans; ferner hat seine Durchlaucht der Iürst zu Lei­ns n g e n den Abschuß einer ganzen Wildschwein- familie zum Ausstopfen für die Schausammlung zugesagt l und Seine Exzellenz Wirkl. Geh. Rat Prof.j Dr. Schmidt- Metzler hat letztwillig seine hervor, ragende Geweihsammlung einheimischen Rotwildes dem Museum überwiesen mit dem Wunsche, daß andere Jagdliebhaber diesem Beispiele folgen möchten. Dieser große Erfolg ermutigt den Vorsitzenden weitere Wünsche auszusprechen. Gewünscht sind:

Alter starker Rothirsch, mindestens Zehnender im Winterkleid, Kitzchen und Kälber vorn Rothirsch, Dachs mit Jungen, alter männlicher Juchs im Winter- kleid und starker Iltis, sämtlich für die Koje der Schau­sammlung des neuen Museums bestimmt.

Hierauf hält Prof. Dr. G. G r e i m aus Darmstadt, der der Gesellschaft seit Jahren als korrespondierendes Mitglied angehört, einen hochinteressanten Vortrag über Die Grundlagen der wissenschaftliche« Wettervorhersage" unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder. \

Der Vortragende streift Zunächst kurz die früheren Ver­suche der Wettervorhersage ohne wissenschaftliche Grund­lage und wendet sich dann zu dem heutigen Stand der W e t t e r v o r h e r s a g e. Es ist dabei vor allem präzis festzustellen, worum es sich in der vorliegenden Frage handelt. Dies wird dahin beantwortet, daß es nur wich-

XII. Wissenschaftliche Sitzung der SenSenbergischen NatursorschenÄen Gesellschaft.

Frankfurt a.M., den 11. Februar 1905.

Vorsitzender: Dr. August Jassoy. Stadtgartcndirektor Karl Heicke spricht über:

Die Pflanzenwelt im Kampf ums Dasein gegen die schäd. lichen Einflüsse der Großstadt."

Wenn der Stadtbewohner auf das Land hinauskommt, macht er die Wahrnehmung, daß unter dem Einfluß aller der Umstände, die man unter der BezeichnungLandluft" zusamnienzufassen gewohnt ist, sich die Menschen körperlich ganz anders entwickeln als in der Stadt. Hat man dann nach längerem Landaufenthalt die Eindrücke der Pflanzen­welt in ihrer Gesamtheit und in ihren einzelnen Bestand- teilen mit nach Hause gebracht, so macht man die Ent­deckung, daß das, was man in der Stadt in Gärten und Anlagen an Pflanzen um sich sieht, in vieler Hinsicht hinter dem Bilde der Pflanzenwelt draußen aus dem Lande, im Wald und Feld zurücksteht. Daran ist die dem Pflan- zenwnchs nachteiligeS t ad t l u f t" schuld, wie man zu­sammenfassend die verschiedenartigen nachteiligen Einflüsse der Großstadt auf die Pflanzenwelt bezeichnen könnte.

Die durch den Rau ch zahlreicher Schornsteine ver­unreinigte Luft trägt einen Hauptteil der Schuld. Seit die Steinkohlenfeuerung überall allgemein ge­worden ist und dabei auch Kohlen geringer Güte in Menge verbraucht werden, gelangen alljährlich ungeheure Mengen Rauchgase in die Luft, unter denen die infolge des Schwefelgehaltes der Steinkohle sich bildende schweflige Säure ein den Pflanzen höchst gefährliches Gift bildet. Während man schon längst darauf Bedacht nimmt, die festen und stüssigen Absallstoffe der menschlichen Hauswirt­schaft auf geeignete Weife unschädlich zn machen, und neuer­dings sehr der Verunreinigung der Wasserlüufe durch die Abwässer der Städte und der Fabrikbetricbe zu steuern bemüht ist, geschieht im allgemeinen sehr wenig zur Un­schädlich m ach u ng der gasförmigen Ab­sallstoffe, die man fast allenthalben unbehindert in die Atmosphäre gelangen läßt. Nicht nur in der Umgebung von Hüttenwerken und industriellen Großbetrieben wird dadurch der Pflanzenwuchs erheblich geschädigt, wie man an den sogenannten R a u ch b l ö ß e n in ihrer Umge u g erkennt, sondern auch in der Stadt ist die^ der Fa .