!dcs Arbeitens an der norwegischen Küste, die im Gegensatz !ZU der Forschung an der Adria sehr viel beschwerlicher und zeitraubender ist, und schildert seinen Aufenthalt im Jnsel- gebiet von E s p e v ä r im südlichen Norwegen, wo er hauptsächlich mit Tiefseeleinen arbeitete, und um Rochen, Haie usw. zu erhalten. Trotz stürmischer Tage war der Aufenthalt ergebnisreich und interessant, wenn auch an die Anspruchslosigkeit des Sammlers große Anforderungen gestellt werden mußten.
IX. Wissensbaftliche Sitzung Lcr Senckenbergischen Naturforscher,den Gesellschaft.
Frankfurt a. M., den 14. Januar 1905.
Vorsitzender: Dr. A u g u st I a s s o y.
Vor Beginn des Vortrags erfüllt der Vorsitzende die traurige Pflicht, des Mitgliedes zu gedenken, d-as der Tod in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aus immer auS der Mitte der Gesellschaft gerissen hat, Tr. Albert von Neinachs. Seit seine»! Eintritt in die Gesellschaft als arbeitendes Mitglied im Jahre 1888 Ijot der Verstorbene mit dom praktischen Blick des großen Kaufmanns in die Geschäfte eingegrifsen und wesentlich dazu mitge- holftn, die Gesellschaft zu dem zu machen, was sie heute ist. Von berufener Seite wird später ein Lebensbild oes Ent- schlasenen gebracht werden, Lessen wissenschaftliche Arbeiten mehr als einen Band der „Abhandlungen" der Gesellschaft füllen, dessen hochherzige Schenkungen ihn in die Reihe ihrer größten Wohltäter stellen, dessen Sinnen und Denken bis zum letzten Atemzug der Senckenbergischen Gesellschaft und der geo - l v g i s ch-p aläontologischen Erforschung seines Lieblingsgebictes, des Taunus, gegolten hat. Ihm verdankt die Gesellschaft die erste Anregung zum Neubau des na t u rh i stor ischen Museums, zu dessen Bauionds er selbst im Herbst 1887 den bei weitem grüßen Beitrag gezeichnet hat. Von Schritt zu Schrilt ist er den langwierigen Verhandlungen mit der Tr. Senckenbergischen Stiftung und den städtischen Behörden gefolgt, überall fördernd und vorivärts drängend, bis das Ziel glücklich erreicht war.
Erst kürzlich wurde Albert von Reinach von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg für seine ganz hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen zum Doctor honoris causa ernannt und unser Kaiser empfing den Verstorbenen in Audienz zum Bericht über die Wasserversorgung der Saalburg, die man, wie die so vieler Taunusorte, ihm, dem sachverständigsten Manne, anvcrtrant hatte. Jetzt ist er uns genommen; aber solange die Senckenbergi'che Nalursorsckende Gesellschaft bestehen lvird. wird sie dankbar Tr. vonRei- nachs gedenken als eines ihrer größten Gelehrten, Wohltäter und Fördere r.
Ein eigentümlicher Zufall hat es gefügt, daß der nun folgende Redner Privatdozent Dr. Rudolf Delkes- k a m p aus Gießen, der unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder über
„Die EcnlsiZ der Mineralquellen und Thermen" berichtet, zugleich der letztiährige Preisträger des von Re i n ach - P r e i ies ist, eines Preises, den der Verstorbene 1890 abtrcehselnd für die gediegenste Arb-eit auf den Gebiete» der Geologie, Mineralogie und Pcüüonl» logie unserer engeren Heimat gestiftet hat.
Heiße Quellen entstammen den Tiefen der Erde, das wußten schon die Al.en. Das heiße Wasser aber sollte jenem Kreisläufe des Wassers angehören, den inan fett langer Zell erdacht hatte und der jetzt noch sich allgemeiner Anerkennung erfreut. Wie sollte aber der hydrostatische Druck allein genügen, jene ungeheuren Wassevmasjen emporzuschleudern, die zum Beispiel von den Karlsbader Thermen täglich gefördert werden und die durch ihre hohe Temperatur (59 Grads auf eine Ursprungstiese von zirka 2000 Meter verweisen? Längst waren Ztveifel aus- gctaucht, bis endlich E. Süß den Bann brach und in einen« Vorträge über die Karlsbader Thermen eine neue Auffassung vom Wesen der heißen Quellen slizziertc, deren Ausarbeitung er jüngeren Fachgcnossen anempfahl. Aus
seine Anregung hin unternahm Redner die Weiteraus- banung und Umgestaltung derselben, die in der von der Gesellschaft preisgekrönten Arbeit über die TaunusbLer praktische Anweisung gesunden hat.
Tie Erfahrung des Brunnentechnikers findet Erklärung in der Theorie und diese kommt selbständig zu Schlußfolgerungen, wie sie sich in der Praxis des Teck,nikers nackt vielen. Hin- und Hcrirren während langjähriger Beobachungen herausbikdeten. Es gibt vulkanische Q u e l - l e n, deren Wasser und Salze juvenil sind, d. h. zum ersten male die Erdoberfläche erreichen und unzugänglichen Tie- en entstammen. Sie haben nichts mit dem Wasser zu un, das von den Wolken stammend als Regen zur Erde fällt, einsickert und schließlich als cmssteigende Quelle, folgend dem hydros'.atischen Trucke, wieder die Erdoberfläche erreicht oder,' wenn es sich auf Bergen sammelt, absteigend die Täler und Ebenen bewässert und so die vadosen Quellen speist Tic juvenilen Quellen treten neugeboren aus der Tiefe der Erde hervor, um die Hydrosphäre zu vermehren und der Geosphäre neue Mincralstofse zuzusühren.
Im Gegensatz zu ihnen stehe» die vadosen Quellen, die ooni Regenwasser gespeist werden und ihren Salzgehalt der Auslaugung von Gesteinen verdanken. Sie sind schwankend in der Ergiebigkeit und Salzsührung. Tie juvenilen Quellen zeigen Sommer wie Winter dieselbe Konzentration un) Ergiebigkeit. Bei den vadcqen Quellen läßt sich eine Abhängigkeit von der Niednlchlagsmenge im Jnfiltrationsgebicte deutlich erkennen, die jurenilcn aber entstammen mygmatischen Massen in den riefen Regionen der Erdkruste. ^Wasser und Salze sind Produkte der post- vulkanisck^n Phänomene, die Sublii>m<rionen, Erzgangfüllungen, heiße Tämpse und juvenile Wäsjer liefern.
Ter Gehalt des Magmas an Wasser und den ftir die' Quellen, sonst charakteristischen Stoffen wird auf Grund
der Kant-Laplaceschen Theorie und der neu- eren Forschungen über das Wesen der vulkanischen Er- scheinungen erwiesen. Aus dem Wege zur Erdcben'Iäche bilden die iuvenilen Dämpfe und Quellen vielfach Absätze,' die je nach Bcschafsenheit und Intensität der Erhala-! lionen Erzgänge und -Lager von der verschiedensten Forni gebildet haben, und so finden sich als charalteristische Ne- vcmersckeimmgcn der juvenilen Quellen tektonische Spalten, Eruptivgesteine, Erz- und Mine- r a l g ä n g e (Hornsteingängcj und K a o l i n i a g e r, die in genetischer Beziehung zu den Quellen stellen. Infolge des allmählichen Nackckasfens der Intensität der postviil» kanischen Phänomene lassen auch die juvenilen Quellen in langen Zeiten einen Rückgang in der Salzsührung und Temperatur erkenuen. Tie heißen bor» und chlorhaltigen Fumaro'cn und die kalteii Koh'.ensänerlinge stellen die Endglieder einer Reihe dar, deren verschiedene Glieder alle juvenilen Quellen umfassen. Eine große Menge von Mineralquellen führen juvenile und vadose Beslandleilc. So ist von den Kohlenfäurequellen »eist nur die Kohlensäure juvenil, Wasser und Salze sind vados.
Jur Feststellung des Charakters einer Quelle. ist die Temperatur derselben nicht waßqcbend. Es gibt vadofe l Thcrn cn und juvenile kalte Wässer. Nur de Schwan-I kungcn im relativen Salzgehalt sind maßgebend, das heißt! also die Konstanz im Salzgehalt in Zellen verschiedener Niederschlagsmenge im Jahre. In Kreuznach und Marienbad wurden diese Iln ersuchnngen im Aufträge der Badererwaltuugen durchgesührt Weitere Quellen sind in Angriff genommen.
Zur Entscheidung dieser für den Techniker so unqeinein wichtigen Fragen ist aber eine genaue Kontrolle über die Quellen notwendig, deren Einführung für das ganze Dadc- lvesen von großer Bedeutung iväre.
Auf diese interessanten Ausführungen des Vortragenden soigl die Demonstration einer größeren Anzahl von f L ich t b i l de rn und eines insirultiven Materials von Sintern von Geysirn und Mineralquellen und Schlaaun, tvelche durch sachgemäße Erklärung erläutert lvird.