Sozialpölitiker Dr. Kobelt in Schwanheim touzbell!! * 1 »" 11 ' sHor ernannt. - 6 * * * .-vto»

*) Reumanns Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches. Vierte neubearbeitete und vermehrte Auflage, herousgegeben von Dr. M. Broettke' und Dr. W. Keil. 33 Lieferungen zu je 50 Pfennig (Gesamtpreis 16 Mark 50 Pfennig), mir 40 Städteplänen und einer llberstchtskarte. Leipzig und Wien. Verlaa des Bibliographischen Institutes. 1904. 3 * *

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* Frankfurt a. M., 3. Dezember. Kleinleben in Frankfurts Umgebung.

Wenn ein schöner Frühlingstag hinauslockt in den blütenduftenden Wald, in die frischgrünen Gefilde und an das Flußufer, das mit kräftig sprossendem Schilf besetzt ist, da verirrt sich auch so mancher Blick einmal zur Be­trachtung eines krabbelnden, eilig über den Boden dahiu-

S chenden Käferchens, eines dahinschwebenden oder tternden Schmetterlings oder einer summenden Hummel. Zumal die Kinderwelt kann es sich oft nicht versagen, eines der genannten Geschöpfchen zu fangen und sein ängstliches Gebaren mit neugierigem Staunen zu betrachten; vielleicht auch ist ein Knabe dabei, der zu Hause eineSammlung" von derartigen Naturwesen

-besitzt, und der nun das Käferchen oder den Schmetter-

Bekundung ersah, ling mit Kennerblick mustert und in irgend einen primi- dsvereiuigungiili! <tiöen Sammelbehälter befördert. Zuweilen auch sieht IN einem» Kntu 'Man einen Erwachsenen auf der Jnsektenjagd tätig, und mns iiu» «girkis staunende Blicke der Vorübergehenden geben mit oft nicht f ^ mißzuverstehender Deutlichkeit zu erkennen, daß ihnen .liegen Aatigtea . j e j n Tun und Treiben zum mindesten verwunderlich er- ndern tonnte. D 'scheint. Doch das beirrt den wahren Naturfreund nicht; rgfältige Rel 'ihn treibt nicht nur die Liebe zur Natur, sondern auch olitischeu Pr jder Eifer des wissenschaftlichen Forschers, dem auch heuAusmüchs das kleinste Insekt von Interesse ist ^ 3

Seit den Tagen der großen Naturforscher des acht­zehnten Jahrhunderts haben sich viele Gelehrte und Laien mit der genauen Erforschung der Jnsektenwelt be- . .. schäftigt, und so manche Gegend unseres deutschen Vater- ?r Einhaltung die iands ist so genau durchsucht worden, daß hinsichtlich wollen und die der Schmetterlinge und Käfrr, die dort Vorkommen, heute nur wenig Neues mehr zu erwarten steht. Zu den am besten bekannten Gebieten gehört unstreitig die Gegend um Frankfurt a. M einschließlich der ihr benach­barten Gebietsteile von Nassau. Die hier gefun-' denen Insekten sind nicht, wie dies so häufig geschehen ist, in den verschiedensten Sammlungen der Welt zer- ftreut worden, sondern sie finden sich heute noch zusammen und gewähren so die Möglichkeit, ein Bild der koleoptero- .logischen Fauna des Gebiets zusainmenzustelleix Im Auftrageder SenckenbergischenNatursorschendenVersamm- lung hat Herr Major a. D. Professor Dr. v. Heyde n sich dieser mühevollen Arbeit unterzogen, unterstützt von. einer großen Anzahl einheimischer und auswärtiger Entomologen. Im Jahre 1877 erschien seine Arbeit, und es folgten ihr im Laufe der Zeit zu ihrer Vervollstän­digung acht Nachträge, teils von v. Heyden selbst ver­faßt, teils von Dr. Buddeberg in Nassau a. d. Lahn. 'In diesem Jahre (1904) nun ist eine durch v. Heyden iunter Berücksichtigung der inzwischen gemachten For­schungen und mit Einreihung neuer Funde besorgte Neu­bearbeitung des Verzeichnisses erschienen *), ein statt­licher Band von 426 Seiten. Es handelte sich bei der (Herausgabe dieses Verzeichnisses nicht nur darum, die ,Käfer nach der inzwischen von der Wissenschaft ange­nommenen Systematik zu ordnen, sondern auch um eine (strenge Revision aller Arten, besonders derjenigen von schwierigen Gattungen. Hierbei ist v. Heyden von den verschiedenen Monographen in erfreulicher Weise unter­stützt worden, und so scheint es ausgeschlossen zu sein, daß eine größere Zahl von Jrrtümern hinsichtlich der Artbenennungen vorhanden ist. Nicht unerwähnt. möge es auch sein, daß Herr Stadtbaumeister Wilhelm Sattler inFrankfurt,der sehr fleißige und tüchtige Kenner der 'Käfer unseres Gebietes", die Zusammenstellung der sArten aus der ersten Auflage des Verzeichnisses und den «acht. Nachträgen übernommen hat.

; Die Gesamtsumme der mit Sicherheit festgestellten Arten des Gebiets beläuft sich auf 3548, wogegen das E J?hn 1877 erschienene erste Verzeichnis 3161 Arten ausfuhrte. Die Zahl der in den 27 Jahren neu gefun­denen Arten beträgt demnach 387, ein ganz erKecklicher .Zuwachs. Auf die wissenschaftliche Bedeutung des Ver- 'zeichmsies einzugehen, dürfte hier nicht der Ort sein, und so mögen denn noch einige Betrachtungen -ange- ichtossen werden, die für jeden Gebildeten von Interesse sem können.

Nicht kahl und ohne alles, was über das Leben der aufgezahlten Käfer zu sagen ist, sind die Namen hinten einander aufgeführt; wir sehen die Käfer vielmehr, jeden einzelnen gewissermaßen in seinem Milieu, vor uns. Er tritt uns entgegen in einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Orte und in bestimmten Mengen. Während

dieser im Walde wohnt, im Fruysayr erscheint und stets häufig ist, # herbergt jener nur auf Feldern, liebt die Sommerhitze und ist recht selten; der eine zieht es vor, in menschlichen Wohnungen sich ungebeten einzumieten, die zu anderen Zwecken bestimmten Vorräte sich anzu­eignen und durch zahlloses Auftreten um so empfindlicher seine Gegenwart bemerkbar zu machen, während der andere den Menschen geradezu zu scheuen scheint, fern von menschlichen Ansieolungen sein Wesen treibt und durch spärliches Vorkommen zu den Seltenheiten gezählt werden muß. Lrchtfreunde und Schattenfreunde wech-, sein miteinander ab; reine Vegetarier kommen neben

*) Die Käfer von N assau und Frankfurt. Bon Prof. Dr. Lukas v. H e n d e n. Herausgegeben von .der Senckenbergische» Naturforschenden Gesellschaft in Frank-

absoluten Fleischfressern vor, und dazwischen stehen wahre Omnivoren (Ällesverschlinger).

Aber noch mehr lesen wir aus dem Verzeichnis heraus. Von dem Standpunkte des Menschen aus betrachtet (und wer vermöchte sich gänzlich von diesem loszusagen), gibt es auch unter den Käfern viele Gesellen, die als s ch ä d- l i ch zu bezeichnen sind; es sei hier nur an die verschie­denen Pflanzenfresser erinnert, don denen der bekannteste der Maikäfer sein dürfte, an die Pelzfresser und ihre Verwandten, von denen Wohl ein jeder einen oder den i anderen zu seinem Schaden kennen gelernt hat. Weniger I läßt sich von dem Nutzen der Käfer sagen; sehen wir ab von der sogenanntenspanischen Fliege", einem hüb­schen goldgrünen Käfer, der das allbekannte Zugpflaster I liefert, so besteht der Nutzen, der sich sonst noch hervor­heben liehe, hauptsächlich darin, daß viele Käfer arge Räuber sind, die ihre Klassengenossen vertilgen und darunter auch solche, die wir als schädlich bezeichnen.

Daß die fortschreitende Bodenkultur, sowie die ratio­nelle Forstwirtschaft für das Fortbestehen mancher Art verhängnisvoll zu werden verspricht, erfahren wir gleich­falls! Wassertümpel werden ausgetrocknet, Wüsteneien' werden kultiviert, und in den Waldungen verschwinden' die kranken und hohlen Bäume. Da gibt es Not über! Not für das Käferweibchen, für die Eiablage passende! Oertlichkeiten zu finden, und wenn es nicht zu Grunde geht, ohne seinen Zweck erreicht zu haben, so wandert es aus nach Strichen, die ihm für seine Nachkommenschaft günstigere Bedingungen bieten. Im ganzen Gebiet, das dieses Verzeichnis umfaßt, gehörte z. B. der größte deutsche Käfer, der Hirschkäfer, früher zu den ge­wöhnlichsten Erscheinungen; heutzutage dagegen muß man ihn schon als verhältnismäßig selten bezeichnen. Und wie ihm, so ist es vielen anoeren Käsern ergangen,

i Doch wir wollen nicht zu weitläufig werden, und es einem jeden selbst überlassen, sich vielleicht aus dem be­sprochenen Werke selbst weitere interessante Gedanken­reihen zusließen zu lassen. Aber den Wunsch wollen tyir nicht unterdrücken, dag die verdienstvolle Arbeit in recht weiten Kreisen nach Gebühr gewürdigt werde; hierin dürfte der Autor seinen schönsten Lohn finden. A. B.

, * Eine weitere Stiftung Tr. Bcllis. Im Museum der

Scncke über gischen N a t n r f o r s ch e n d c n G e- seIIschuft ist in diesen Tagen die reichhaltige Minera­liensammlung unseres am 10. März 1804 verstor­

benen Mitbürgers Dr. LudwigBelli von dessen Hinter­bliebenen. Frau Karoline Pfeiffer, gcb. Belli, und Frau Mma Weise, geb. Belli, zum Geschenk überwiesen worden. Wekanntlich hat Dr. Belli auch dem H i st o r i s ch e n M u-

| e u m wertvolle Gegenstände hintcrlassen.

» Seine Mineralien-Sammlung enthält viele gute und

(mehrere sehr luertvolle Stufen, so eine ausgezeichnete Stufe mit krystallisiertem Gold als Kalifornien, vier Platin- st ü ck e im Gesamtgewicht von über 600 Gramm, wovon das' größte allein 390 Gramm schwer ist, gute Turmaline im Elbaner Granit, eine große Stufe mit etwa zwanzig wohlausgebildeten M i k r o i1 i n e it und mehreren Rau ch- Q um r z e n vom Pikes Peak in Colorado, schönes R o t b l c i aus Tasmanien, einen Flüssigkcitseinschluß in Ouarz von Telkibäriha (Ungarn), der eine Libelle fast so groß wie eine kleine Bohne enthält, und mehrere kleine Diamant - Kr Hst alle, von denen der eine im Blue ground (Kimberlcy) eingewachsen ist. Dazu kommen noch einige Meteoriten. Fimnarken 950 Gramm, Phil­lips cvunty 223 Gramm, Tolucatal 847 Gramm, Mocs 190 Gramm, die einen höchsterfreulichen Zuwachs der kleinen Meteoriten-Kollcktion des Museums bilden. Das kostbarste Stück unter diesen Meteorsteinen ist ein P a l l a s i t (Oli- vin-Eiseumcteorit) von Fimnarken, der erst im Jahre 1902 gefunden wurde. Von ihm liegt eine cmgeschliffenc Platte yor, die eine Menge durch Nickeleicn verkittete, bis zwei Zentimeter im Durchmesser haltende Olivin-Fragmente

führt. _

Bcllis Mincralicn-Sammlung, die so manches Prach - stück enthält, wird eine besondere Zierde der Sch a u s a m m- lung des neuen Museums abgeben. Zunächst beabsichtigt die Senckenbergischc Gesellschaft einen -e'i der

Sammlung als Sonder- Ausstellungrm Vögel­st ^ r müfirirfift bald niaängllch zu machen.