kommenen Reparatur deutlich ab. Die- Gewebe werden nur unvollkommen restituiert, endlich versagt eines oder, d,s andere, was zum Leben absolut notwendig ist, seinen Dienst, und dann tritt das ein, was unser Schicksal ist: d e r T o d !"
Das treue Herz unsres Lehrers und Freundes, das sür die Nächsten und Fernsten schlug, das liebevoll die Höchsten für sich gewonnen und auch dem einfachen Arbeiter,, der seine Pflicht tat, — so z. B. seinem ihm unentbehrlichen Laboratoriumsdiener, dem „Franz", — sich in liebevoller Art öffnete, war, ohne daß es die Außenwelt merken konnte, erlahmt. Die Kranzarterie, die das Herz vorsorglich umgibt, und auf deren Veränderungen Weigert fern wissenschaftliches Augenmerk im Dienste für die leihende Menschheit so oft zu richten wußte, hatte sich in jener Nacht, auf die sür ihn kein Tag mehr folgen sollte, plötzlich durch ein kaum sichtbares Blutgerinnsel verschlossen und ihrem Er- sorscher durch ein jähes Ende das Weüerleben versagt! — Ein tragisches Geschick!
Tränenersüllt stehen alle am frischen Grabe Karl Weigerts, die auf ihn als den Berufensten bei der Besetzung von Lehrstichlen der geplanten Frankfurter Akademie für praktische Medizin ihre Hoffnung gesetzt hatten, von ihm auf dem Gebiete der Biologie und Anatomie mit Recht noch Großes erwarten konnten, die in ihrem ärztlichen Wirken seinen Rat und Beistand noch oft sehr vermissen werden. Das neue schöne Heim für ferne wissenschaftliche Tätigkeit, dessen Grundrisse er noch prüfen durfte, und das für ihn in der Nähe des Städtischen Krankenhauses bestimmt war, wird nicht von seinem Geiste beseelt sein I-
Der Humor führt die Träne im Wappen. Wenn wir in die ernsten Betrachtungen über das Leben und Schaffen des Heimgegangenen, die leider hier nichts Vollkommenes bieten konnten, hier und da ein heiteres Wort von ihm und über ihn einfließen ließen, so meinten wir: Karl Weigert fei nicht tot; er sitze noch vor uns, wir lauschten noch feiner reizvollen,Rede, wir hörten noch sein helles Lachen, wir müßten mit ihm und durch ihn fröhlich werden, auch wenn die Trübsal über uns käme ob des Vergänglichen auf der Erde. Wir müßten ihn, fragen, was er wohl meine von dem und jenem, was wir noch nicht erfaßt haben in der uns umgebenden Welt; wir könnten uns von ihm noch einmal in sternenheller Nacht die Namen der Sternbilder hersagen lassen, die er von einem jungen Leipziger Astronomen gelernt hatte.
Wolken aber verhüllen den Himmel! Es ist dunkel geworden, um eine echte Menschenseele: Weigert ist nicht mehr ,bei uns. Forschen und lehren werden viellei^t noch viele wie er, aber eine Persönlichkeit von solcher nie versiegender Zauber-Wirkung wird selten sein. Wer Weigert näher gekannt hat, der kann ihn kaum vergessen, wer von ihm nur einmal etwas gelernt hat, wird ihm ewig dankbar sein, wer ihn geschätzt und geliebt hat, in dem lebt das liebevolle Bild Kaxl Weigerts kort für alle Zeit l