* Frankfurt a. M>, 12. Juli.

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medizinischen Anstalten

Frankfurts zur^Ber^nU"Mr'häben^5er den Bericht bereits ausführlich Mitteilung gemacht. Die geplanten Krankenhauserweiterungen erfordern im ganzen über 5 Millionen Mark, von denen die Stadt zirka 3J4 Milli­onen Mark zu tragen haben wird. Den Rest übernehmen private Stiftungen. Das Wort nimmt zunächst als Berichterstatter Stadtv. Dr. de Vary, welcher dem gedruckten Bericht nur wenig hinzufügt.

Stadtv. W e l b begründet seinen von uns bereits er­wähnten Antrag, das geplante Aufnahmegebäude an der Eschenbachstraße 50 Meter zurückzurücken. Kontraktlich sei in dem Vertrag über die Bebauung des dortigen Geländes von der Stadt der betreffenden Gesellschaft zugesagt worden, daß innerhalb eines Streifens von 50 Metern von der Eschenbachstraße kein Krankenhaus errichtet werden dürfe. Die hier geplante therapeutische Anstalt in Verbindung mit dem Aufnahmegebäude stelle aber durchaus ein Krankenhaus bar und dürfe also kontraktlich schon gar nicht innerhalb jenes Schutzstreifens errichtet werden. Ueberhaupt fei an der Plandisposition im ganzen noch vieles verbesierungs- bedürftig. Daß z. B. bas Leichenhaus gleich das dritte Ge­bäude sei, wenn man hineinkomme, sei auch eine Geschmack­losigkeit. Er. Redner, hätte all das gerne im Ausschuß vor- gebracht. er sei aber nicht eingeladen worden. jOberbüraer- meister Dr. A ö i ck e s: Weil Sie nicht da waren.> Ich war seit 1. Mai da und habe auch seitdem an den Sitzungen der Versammlung teilgenommen.

Stadtv. Dr. de B a r y: Der Bericht sei schon vor dem 1. Mai fertiggestellt worden, und damals sei Herr Welb nicht dagewesen.

Stadtrat Lautenschlager bestätigt das. Zwei An­regungen des Herrn Welb seien dankenswert und würden wohl berücksichtigt. Nicht zustimmen könne man der Ver­legung des Leichenhauses. Es liege ganz abseits in einer Sackgasse. Die Rücklegung des Aufnahmegebäuöes und die Aenderung der Wegedispositionen scheinen aber wertvolle Verbesserungen zu sein, aber alles das könne man noch, später erörtern. Heute handle es sich nur um die prin­zipielle Ermächtigung zur Anlegung der notwendigsten Pläne.

Stadtv. Tr. Quarck: Als im Jahre 1902 der erste An­trag zum Ausbau unserer Krankenhäuser eingebracht wurde, bestritt man mit Emphase die Berechtigung seiner Einwen­dungen. Und abermals müsse er dagegen Protest einlegen. daß durch die Verbindung der Krankenhäuser mit der Aka­demie die Kranken als Versuchsobjekte benutzt ivürden. Es sei möglich, wahrscheinlich, ja ganz sicher, daß diese Ver­bindung namentlich den ärmeren Kranken gefährlich würde. Vom Aerztetag, ja direkt von Aerzten wurde zugestanden, daß der Ausbau des Krankenhauses oorzuziehen sei. Man dürfe J nicht Gefahr laufen, daß Kranke zu Studienzivecken benutzt würden, namentlich wenn in der Bezahlung der Kur zweier­lei Kranke, zahlende und nicht zahlende, unterschieden werden. Der zweite Gesichtspunkt sei die außerordentlich ver­schlimmerte finanzielle Lage. Ahm bleibe es wieder Vorbe­halten, darüber zu sprechen. Als im Jahre 1902 von ihm empfohlen wurde, einen besseren Finanzplan vorzulegen, da sagte der Herr Oberbürgermeister, man könne ganz ruhig sein, sich so sicher fühlen wie in Abrahams Schoß. Und der Blamorene, der Quengler, ivar ich ... . und heute kommt man mit der gerade verdoppelten Forderung. Rund und nett müsse er heraussagen: eine solche Wirtschaft halte er einer geordneten Verwaltung für unwürdig. Zum Schlüsse wiederholt Redner, daß die Verbindung von Krankenhaus und Akademie verfehlt sei, weil wahrscheinlich die ärmsten Kranken zu Versuchstieren gemacht werden würden.

Stadtv. Dr. H e y d e r: Als Mitglied der gemischten Kommission freue es ihn, daß nach und nach die Fehler in dem Projekt verschwänden. Die Spezialfächer, die Frauen­klinik. die Augen--. Ohren- ic. Kliniken verlangten «inen größeren Geldaufwand, um nicht hinter den Anstalten anderer Städte zurückzubleiben. Fast dieselben Ausfüh­rungen, wie sie Dr. Quarck machte, seien ihm schon schrift­lich zugegangen: er halte diesen Standpunkt für einen rück­ständigen. Der Einwand Welbs betreffs der Leichenhalle >°und der Abfuhr von Leichen sei nicht stichhaltig. Der ab- ! fahrende Leichenwagen müsse wohl an der Frauenklinik vor­bei, durch die Anlage der Fenster kann aber Besserung ge­schaffen werden: ein besserer Platz für die Leichenhalle fei aber schwer zu finden. Die Verlegung des Aufnahme- gebäudes sei eine große Verbesserung. Daß durch die Berbin- dnng von Krankenhaus und Akademie die Kranken zu Versuchs­objekten benutzt würden, bestreitet Redner vom wissenschaft­lichen Standpunkt. Darin» gehen ja die zahlungsfähigsten Kranken in Universitätskliniken, weil diese Zentralen der Wissenschaft seien. Er betrachte es geradezu als eine Ver­hetzung des Volkes, daß gesagt wird, wenn ihr in Kranken­häuser geht, so dient ihr den Aerzten als Versuchsobjekte.

Stadtv. Hartherz hält die Sache für zu wichtig, um heute schon zu beschließen. Man müßte es ebenso machen, ime bei allen anderen Hochbauten, nämlich eine Skizze dem HoÄ- bauansschuß vorlegen, die vom Ausschuß verbessert oder nicht, dann erst im Plenum beraten würde. Jetzt wolle man einen Fünfmillivnenbau ohne weiteres genehmigen. Er empfiehlt, die Vorlage an den Hochbauausschuß zu verweisen.

Stadtv. Dr. Kirchheim empftehlt den Magistratsantrag: er wisse nicht, was der Hochbauausschuß eigentlich beraten solle. lieber die Bemängelungen Qnarcks müsse die Ver­sammlung zur Tagesordnung übergehen.

Stadtrat Lantenschlager hält es für angebracht, einmal einen derartigen Fall vorzubringen, in welchem etn Kranker als Versuchsobjekt benutzt worden sei: bei den bereits absolvierten Akabemiekursen müßten doch solche Fälle vor- gekomnien sein, aber es ist nichts und wird nichts Vor­kommen. Die erhöhte Summe stelle sich doch als recht harm­los dar. Damals waren 450 Betten projektiert, jetzt sind aber 150 Betten mehr, die anfangs mit 4000, jetzt aber mit 4500 Mark veranschlagt sind, 200,000 Mark sind für Plan­bearbeitung. 490,000 Mark für größer« Aufwendungen bei der Anatomie rc. Wir bauen nach den Anforderungen der lieuen Therapie. Es iväre doch bedauerlich, wenn gesagt würde, ihr baut etwas Unzulängliches.

Stadtv. Dr. Geiger: Stadtv. Welb habe durchaus korrekt und in dankenswerter Weise gehandelt, als er die Anregungen gab. Die Stadtverordnetenversammlung habe den Fehler begangen, daß kein Bautechniker in die Kom­mission gewählt wurde. Er begreife nicht die prinzipiellen Reden: seit 1902 habe sich prinzipiell nichts geändert. Da das Baujahr aber doch ziemlich verloren sei, halte er es für kein Unglück, wenn die Vorlage zur Prüfung der Skizzen nochmals an di« Hochbaukommission gehe es kommt ja doch nichts heraus! jDr. Onarck: Hört, hörtlj

Oberbürgermeister Adickes: Daß Herr Welb nicht in der Konmnssionssitzung ,var. läge daran, daß er s Z. verreist war. Er bezweifelt, daß die Verweisung an die Kouimisston der richtige Weg sei. Die gemischte Kommission möge sich durch den Hochbauausschuß verstärken. Er hätte eigentlich den Vorwurf erwartet, daß der Antrag erst nach iy 2 Jahren eingebracht würde, aber die Verhandlungen mit den Stif- tungsgreuuen seien sehr zeitraubend gewesen. Ans den Geldern der Bürgerschaft sind nur di« Krankenbetten be­schafft worden, alles übrige haben die Stiftungen aufgebracht.

Stadtv. Schubbert: Wenn eine gemischte Kommission gewählt würde, wäre das Resultat gewissermaßen ein un­fehlbares. Aber in solcher Hurrastimmung solle mmr den Antrag nicht annehmen. Er empfiehlt den Antrag Hartherz.

Stadtv. H e t t l e r ist der Ansicht des Stadtv. Dr. Quarck. Er wendet sich gegen eine Derquickung von Krankenhaus und Akadenne.

Stadtv. scher: Es denke niemand daran, daß durch die heutige Zustimmung das ganze Projekt genehmigt sei. nur die Mittel zur Ausarbeitung der Skizzen sollten ge-! nehmigt werden. Die Stadtverordnetenversammlung hätte dann viel mehr Gelegenheit, zu urteilen, wenn die ausge­arbeiteten Pläne vorlägen, als die unfertigen Skizzen.

Der Antrag Hartherz, durch die gemischte Kommission in Gemeinschaft mit dem Hochbauausschuß die Skizzen prüfen zu lassen, wird sodann beschlossen. Die Wahl eines gemischten Ausschusses für das

' Die Entwickelung der Zoologischen Forschung i

in Breslau

Festrede,

gehaltm bei -er Einweihung des mea Zoologische» Instituts und Mosrows der zlntoerßtät Breslau

von Prof. Dr. Willi Kükenthal.

Am heutigen Tage erfüllt sich ein 34jähriger sehnsüchtiger Wunsch, oenn bereits im Jahre 1870 ward die erste Anregung zu dem Bau eines Zoologischen Instituts gegeben. Indessen meine Amtsvorgänger Adolf Eduard Grube und Anton Schneider sind darüber gestorben, und Carl Chun, der sich besonders eifrig mit dem Projekt befaßte, hat inzwischen eine andere Stätte seiner Wirksamkeit gefunden. So darf ich es als eine besondere Gunst des Schicksals ansehen, daß bereits kurze Zeit nach meiner Berufung nach Breslau, im Jahre .1898, der Plan des Neubaues dem Stadium der Erwägungen entrückt und mit seiner Verwirklichung begonnen wurde, sodaß cs mir heute vergönnt ist, das große Werk zum Abschlüsse zu bringen.

Es treibt mich ein selbstverständliches Gefühl der Dankbar­keit, zunächst nreiner Amtsvorgänger zu gedenken, welche die vorbereitenden Schritte unternommen haben und als deren Erbe ich heut vor Ihnen stehe. Schmerzlich genug mag es für diese Männer gewesen sein, das Ziel ihrer berechtigten Wünsche nicht erreicht zu haben, doch kann ich das Eine nicht verhehlen, daß diese fast unnatürlich lange Reisezeit dem Bau selbst nur zugute gekommen ist. Unsere Wissenschaft hat sich in den letzten Dezennien so über alles Erwarten mächtig entwickelt, daß heute an ein zoologisches Institut ganz andere Aufgaben gestellt werden, als sie für die ersten Entwürfe maßgebend waren. Chronologisch geordnet würden die zahlreichen Bauskizzen eine treffliche Illustration des rapiden Aufschwunges und der sich steigernden Anforderungen unserer Wissenschaft geben. So ist dieser Bau ganz allmählich erwachsen in organischer Verbindung mit der Geschichte der Breslauer Zoologie, die ein gutes Stück der Geschichte unserer Wissenschaft überhaupt darstellt.

Der erste Breslauer Zoologieprofeffor war Johann Ludwig Christian Gravenhorst; seiner müssen wir heute als des Be­gründers unseres zoologischen Museums ganz besonders gedenken. Im Jahre 1777 zu Braunschweig geboren, studierte er^ in Göttingen und Helmstädt, trat gelegentlich eines Aufenthaltes in Paris in näheren Verkehr mit den dortigen führenden Natur­forschern, einem Cuvicr. Brongiart, Dcsmarcst u. a., habilitier e > sich 1804 in Göttingen als Zoologe, wo er vier Jahre spater außer-