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Frankfurt, 14. Juni.

r [flöraHenlmutca auf dem Mondes Von unserem tronoinischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Im iärzhest der populären astronomischen Zeitschrift Sirius :smLct sich cm Aufsatz von Dr. H. Voigt-Frankfurt der die Gebirgsbildung auf dem Monde. Der Erfasser bringt eine neue Idee über dieses vielerörterte yema, von der hier kurz die Rede sein soll. Wenn wir alle uisförmigen oder kreisähnlichen Bildungen der Mondobcr- äche mit dem Namen Krater bezeichnen, von den großen Zall-Ebenen wie Ptolcmaeus und Plato bis zu den kscin- en Grübchen im Boden, fällt die ungeheuere Zahl dcr- lbcn gegenüber den ähnlichen Bildungen auf der Erde uf. Die Erde zählt an 300 tätige und erloschene Vulkane, die coße Mondkarte von Schmidt aber 3 3,0 0 0 Krater und abei meint dieser Kenner des Monddetails, daß er bei rngcrcr Arbeitszeit, als ihm vergönnt war, die dreifache ahl hatte eintrggen können. Zudem beträgt die Oberfläche :s Mondes nur */« von der der Erde (allerdings die Flächen 1 :r Ozeane eingerechnet) und von dieser Oberfläche des condcs schon wir nur die Hälfte, also komnien auf einen rdvulkan einige tausend kraterähnliche Gebilde auf dem iondc. Mqn ist daher von jeher bemüht geivesen, neben m vulkanischen Ursprung nach andere Entstehungsursachen' r die Mondkratcr zu finden. Als solche seien Auftrci-- ingen des Bodens durch eingcschlosscne Gase genannt,

^ nach ihrem Durchbruch die zerborstene Kruste einjinkcn.

ließen, während ringsum kreisförmig das aufgestülpte Terrain stehen blieb. Die kleineren können durch ein­schlagende Meteore von riesiger Größe" erzeugt sein, die auf den Mond ungehemmt durch'eine schützende Luftschicht, wie sie die Atmosphäre der Erde darstellt, herabsausen. Dr. Voigt fragt sich nun, da der Mond jetzt ohne Wasser ist und unser Blick bis aus den Boden seiner früheren Meere dringt, wie denn der Boden unserer Erdnieere anssehen würde, wenn es möglich wäre, das Wasser aus ihnen zu entfernen; dann würden die Korallenbauten bloß-- gelegt sein, die jetzt namentlich den Küsten des Indischen Ozeans parallel anstrcten, da die Koralle c :rseits-zum Bau eine Wasserwärme nicht unter 20° C. braucht, und andrerseits nicht unter 30 Meter unter der Meeresober- flache leben kann. Es kommen zwar auch Korallenringriffe, die sogengnntcn Atolle, vor, die aus weit größeren Meeres­tiefen bis dicht über die Oberfläche emporragen. Darwin hat dieselben so erklärt, daß der Meeresboden, der das Atoll trägt, langsam sank, während gleichzeitig die Koralle nach oben nachbautc. Diese ringförmigen Korallenriffe würden auf dem, bloßgelcgten Meeresboden vom Monde aus gesehen keinen andern Anblick bieten, wie ihn die kleinen Mond­kratcr für unfern Standpunkt jetzt abgeben. Namentlich die zerklüftete Südostseite des Mondes, wo irr den großen Wallcbencn Krqjcr aus Krater in- und aneinander gcbaur sind, würde durch solche Korallenbautcu ihr jetziges Aus­sehen erhalten haben. Ein Grundriß des bekannten von Darwin erforschten Menschikaw-Atolls zeigt direkt ähnliche Konturen mit den' sich an den Nordwcstwall des Möndkratcrs Maginus anbauendcn Wänden, die also Voigt als Denk-; mälcr des Fleißes jener kleinen Lebewesen ansiehi, die mit dem'Verschwinden des Wassers vom Monde verschwanden. Um die Theorie als solche zuzulassen, ist vorerst die Frage zu erörtern, ob auf dem jetzt -wasserlosen Monde früher Wasser in hinreichender Menge vorhanden war. Daran werden «her nur geringe Zweifel erhoben. Da nun Sen­kungen des Mondbodens nicht nur früher stattfanden, son­dern auch jetzt noch beobachtet werden, so hat auch dje 30 Meter weit übersteigende Höhe der Kraterwände, die Voigt als Korallenbautcu erklären will, nichts für die Erklärung Schwieriges, zumal jene 80 Meter, unterhalb deren die Ko­ralle nicht unter dem Wasserspiegel leben kann, zwar ein für die Erde gültiges Gesetz darstellen, das aber doch nickn für den ganzen Kosmos ziffernmäßig gleich lauten mutz. Gegen die Möglichkeit also, daß kleinste Lebewesen Spuren ihres Daseins unvergänglich in das Antlitz unseres Traban­ten gegraben haben, den denkende Wesen vermutlich' nie bewohnt habxu, und daß ihnen ein Teil der sogenannten Mondkrater ihre Entstehung verdankt, gegen diese Möglich­keit ist nichts Stichhaltiges ernzuipendew

* Dr. Simon Maas f. Einer der ältesten Bürger unserer Stadt und einer der letzten Repräsentanten der : ölten freien Reichsstadt, Herr Dr. jur. Simon Maas, ist heute im Alter von 94 Jahren gestorben. Dr. Maas hat lange Zeit im öffentlichen Lebe» gestanden, er war sowohl Mitglied des gesetzgebenden Körpers der freie» Stadt Frankfurt, als auch der Stadtverordnetenversammlung, in welcher er eine angesehene Stellung ciimahm und zu deren hervorragendsten Mitgliedern er gehörte. Politisch gehörte er der demokratischen Partei au, deren Grundsätze er jederzeit verfocht; als junger Mann halte er sich an der 48er Bc- wegnng beteiligt und die freiheitlichen Ideale seiner Jugend stets bochgehatten. Seit einer Reih: von Jahren hat sich Dr Maas aus dem öffentlichen und Berufsleben zurück­gezogen. Fast täglich konnte man chn seinen ge­lohnten Spaziergang durch d.e Promenaden machen leben bis ihn vor etwa 7 Jahren znnehiiieiidc Altersschwache ans ' Saus fesselte. Dr. Maas war der erste Anwalt, L, hier vor bau Schwurgericht plädiert hat und erfreute sich seinerzeit als Rechtsanwalt ctnes groyen, wohlbcgrün- deten Ansehens. Seine strenge Rechtlichkeit, sein gemein- «iiuwer und wohltätiger Sinn werden dein Verstorbenen em ehren7es A.>deukm seiner Mitbürger sichern. /,£?.

Die Frankfurter Heilanstalten.

Der Gemischte Ausschuß für die Ausgestaltung, der Frankfurter medizinischen Anstalten erstattet soeben fernen Bericht. Folgende Stiftungen und Vereine kommen für das Projekt der Ausgestaltung in Betracht, die rm An­schluß an das Städtische Krankenhaus an der Garten­straße erfolgen soll: 1. die G. u. Fr. Speyersche Stiftung, 2. die Th. Sternsche Stiftung, 3. die Dr. Senckenbergische Stiftung, 4. die v. Rothschildsche StiftungCarolinum , 5. die Frankfurter Lstigenheilanstalt. Die G. u. Fr. Speyersche Stftung wird die Erbauung und Unterhaltung des Georg Speyer-Hauses, in welchem sich der Festsaal, die Bibliothek, die Rektorats- und Berwaltungsraume it; s. w. befinden, übernehmen. An das Sveyer-HauG soll sich ein Gebäude anschließen, das im Erdgeschoß das hygienische Institut und im ersten Obergeschoß das Phar­makologische Institut und im zweiten Obergeschoß das chemisch-physiologische Institut aufnehmen soll. , An das letztgenannte Institut soll die Nahrungsmittemnter- suchungsstelle angeschlossen werden. Von den Instituten soll nur das hygienische Institut auf Kosten der, Stadt betrieben werden, während in Aussicht genommen ist, daß, der Betrieb des chemisch-physiologischen Instituts auf) Kosten, der Speyerschen Stiftung und der Betrieb. des pharmakologischen Instituts aus Kosten der Sternscheu Stiftung erfolgt. Die Senckenbergische Stiftung wird ge-, meinsam mit der Stadt die Senckenbergische Anatomie erbauen. In dem östlichen Gebäudeteil sollen die von der Dr. Senckenbergischen Stiftung zu unterhaltenden Anstalten, nämlich das Senckenbergische pathologisch-ana­tomische Institut und das Senckenbergische neurologische Institut untergebracht werden, während im westlichen "Ge­bäudeteil das städtische Leichenhaus mit Zubehör (Sezier- säle, Hörsaal u. s. w.) untcrgebracht werden sollen. Dur den östlichen Gebäudeteil wird die Senckenbergische Stif­tung, nach dem Vertrag zwischen Stadt und Stiftung, die Kosten des Baues und der Einrichtung mit JC 150,000 übernehmen. Die v. Rothschildsche StiftungCarolinum" wird anstatt des seitherigen Anstaltsgebäudeß, das von der Stadt angekauft wird, auf dem Krankeühavsgelände ein neues Gebäude errichten, das im Erdgeschoß die von Rothschildsche ZahnklinikCarolinum" und in den Ober­geschossen die städtische Ohrenklinik und die städtische Klinik für Rasen- und Holskrankheiten aufnehmen soll. Die Zahnklinik wird von der StiftungCarolinum", die beiden anderen Kliniken von der Stadt unterhalten werden. Die Frankfurter Augenheilanstalt wird ihr Ge­bäude Allerhelligenstraße 19a der Stadt überlassen und sich künftig auf den Betrieb einer Poliklinik, fiir die ihr von der Stadt die erforderlichen Räume angewiesen werden, beschränken, wogegen die Stadt auf ihre Kosten die stationäre Augenklinik betreiben wird. Außer den seither genannten Gebäuden sind folgende Gebäude zu er­richten: 1. Erweiterungsbau für die innere Station des Krankenhauses, 2. Krankenhaus für Gynäkologie und Ge­burtshülse, 3. Krankenhaus für Prostituierte, 4. Kranken­haus für Kinder der inneren Station, 5. Krankenhaus für hautkranke Kinder, 6. Krankenhaus für Privatkranke, 7. vier Epidemiebaracken,, 8. Ban für die Aufnahmeab­teilung und die therapeutische Anstalt, 9. Saalgebäude mit Kapelle und Wohnräumen für Schwestern, 10. Wohn­haus für den Oberarzt der chirurgischen Klinik, 11. Wohn­haus für den Verwalter und Pförtner, 12. kleinere, durch die vorstehenden Bauten bedingten Umbauten an den be­stehenden Gebäuden. Das Krankenhaus fiir Kinder der inneren Station wird ganz auf Kosten der Stiftung, die in Höhe von 150,000 Mark von Herrn O. Braunfels ge­macht worden sind, errichtet werden, während die Stif­tung des Herrn Ch. Hallgarten im Betrage von 200,000 Mark zur teilweisen Deckung der Baukosten für die thera-' peutische Anstalt wird verwendet werden. Die übrigen Baukosten müssen von der Stadt getragen werden. Was die Ausführung der Neubauten anbelangt, so ist in Aus­sicht genommen, die Epidemiebaracken und einen Teil der Wege und Einfriedigungen sofort auszuführen. Für die Baracken sind 97,000 Mark erforderlich, für Wege und Einfriedigungen sollen von der vorgesehenen Summe einstweilen 50,000 Mark und außerdem soll für die Plan­bearbeitung einstweilen die Summe von 50000 Mark bewilligt werden. - Der Gesamtkostenüberschlag beziffert 5 ' 3 J&2?9 Mark, davon sind 3,752,OCX) Mark aus städtischen Mitteln auszubringen, 1,600,000 Mark werben aus Privatstistungen ec. geleistet.

! * Auszeichnung. Baron Albert von Reinack

Ehrenbürger von Eppstein, welcher gegenwärtig auf dem Stauten wohnt, wurde von der Universität Marburg weaen eines soeben beendeten geologitchen Werkes zum vr nllU honoris causa ernannt. 1 " '