Tief und fest sei das Museum der Senckenbergischen Naturforschcnden Gesellschaft begründet auf der Teilnahme und Mitarbeit der ganzen Bürgerschaft.

Weithin erstrecke cs seine segensvollcn Wirkungen über breite Schichten des Volkes.

H o ch rage der Bau empor als eine stolze Stätte freier j Wissenschaft'!" : '

I Geh. Justizrat Dr. Humser als Vorsteher der Stadtverordnetenoersammlung:

Ohn' Gottes Gunst;

Alles Bauen umsunst!"

Generalleutnant von Stülpnagel:

Ter Wissenschaft zur Ehre!"

! Polizeipräsident Scherenberg:

"Pge dieser Bau zur dankbaren Erinnerung an Sei mberg und zu Ehren der Stadt Frankfurt den koni- nie... n Geschlechtern ein Denkmal sein."

Ler Rektor der Universität Gießen Pros. Dr. Brauns als Vertreter der Universitäten Mao­burg, Gießen und Heidelberg:

Der Wissenschaft zum Nutzen,

Frankfurt zur Ehre,

Deutschland zum Ruhme!"

Prof. Dr. Dingeldey als Vertreter der Tech­nischen Hochschule zu Darmstadt:

Zur Belehrung des Volkes,

Zum Fortschritte der Wissenschaft,

Zur Zierde der Stadt!"

Prof. Dr. B u r ch a r d als Vertreter der hiesigen Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften: Dem Dienste der Wissenschaft,

Ter Vertiefung der Bildung Und der Freude an der Natur!"

Geheimer Sanitätsrat Dr. Pagen siecher - Wies­baden als Vertreter der natursorschenden Gesell­schaften und Vereine von Hanau, Heidelberg, Mainz, Marburg, Offenbach und Wiesbaden:

'Zu Ehren der Stadt,

Zum Preise des Vaterlandes,

Zum Wähle der Menschheit!"

und Wirkt. Geheimrat Prof. Dr. S ch m i d l - j Metzler als Vertreter der Dr. Senckenbergischen

Stiftung, des hiesigen Aerztlichen und Physikali­schen Vereins und des Vereins für Geographie und Statistik:

Tank für die allerhöchste Protektorin,

Ruhm für die geliebte Vaterstadt Frankfurt/

Ehre dem Andenken Senckenbergs!"

Als Vertreter der Bauherrin sprachen:

Der I. Direktor Dr. A u g u st Knoblauch: Zum Nutzen der Naturwissenschaft,

Zum Segen der Senckenbergischen Gesellschaft!"

Major a. D. Prof. Dr. von Heyden für die früheren I. Direktoren:

Der Naturwissenschaft zum Nutzen!

Der Senckenberg'schen Naturforschenden Gesellschaft zum Blühen!

' Der Senckenberg'schen Naturforschenden Gesellschaft zum Gedeihen in alle Zukunft!"

utid Prof. Dr. Kinkelin für die Sektionäre des Museums:

Der Natursorschung zur Ehr!"

Als letzter führte der Baumeister,

Baurat N e h e r, für sich, die Bauleitung und die Bauarbeiter drei wuchtige Hammerschläge auf dem Grundstein mit den Worten:

Indem ich als Baumeister zum letzten Schlag auf dem Grundstein den Hammer erhebe, tue ich es für mich und alle, die berufen sind, mit mir an dem hier begonnenen- Werk zu arbeiten, mit dem Gelöbnis, unsre ganze Kraft-' einzusetzen zur Rechtfertigung des in uns geseyten Ver­trauens und für das Gelingen der schönen uns gestellten Aufgabe.

Als Sinnspruch zum heutigen Tag weiß ich keinen lressendeien als den, welchen Frankfurts größter Sohn dereinst meinem Großvater, dem großherzoglich wei- marischen Oocrbaudirektor Coudray ins Stammbuch ge­schrieben hat und den ich als Familienschatz in meinenr Hause bewahre:

Zum Beginnen, zum Vollenden Zirckel, Bley und.

Winckelwage

Alles stockt und starrt in Händen, leuchtet nicht der

Stern dem Tage."

Möge ein guter, glücklicher Stern über unsrer verant­wortungsvollen Arbeit walten, das ist mein innigstes Hoffen und Wünschen. Vertrauensvoll gedenke ich beim ersten Hammerschlag des Landesherrn, der uns beschützt, beim zweiten der Stadt, die uns birgt, beim dritten der Kunst und Wissenschaft, der wir dienen.

; Fest wie dieser Grundstein wollen wir halten fest und treu zu Kaiser und Reich fest und unermüdlich für unser schönes Frankfurt fest und ehrlich im Streben nach Wahrheit in Kunst und Wissenschaft."

Sodann betrat wieder der I. D i r e k t o r die Redner» bühne.Nun ist der Grundstein zu unsrem neuen Hause gefestigt, und viele guten Wünsche si.ch mrserer Gesellschaft' darg-wracht worden, für die wir aus tiefstem Grunde unseres Herzens danken! Möge unser Bau unter der friedlichen Regierung der Hohenzollern» könige und Kaiser Jahrhunderte überdauern zum Segen der Wissenschaft, zum Ruhme Frankfurts und zur Ehre des deutschen Namens! So schließen wir diese er­hebende Feier mit dem begeisterten Rufe: Hoch lebe Seine Majestät unser Allergnädig st er Kaiser, König und Herr Wilhelm H.!"

Von dem Bauplatz an der Viktoria-Allee aus begaben sich die Teilnehmer an der Feier in großer Zahl nach dem nahegelegenen P a l m e n g a r t e n, in dessen großem Saale um 2 Uhr nachmittags das

Festessen

stattfand.

Den ersten Trinkspruch auf - das Kaiserpaar brachte Dr. AuguJ Knoblauch aus:

'er Exzellenz!

9 . ' )ansehnliche Festversammlung!

Vor ei /Stunde haben wir den Grundstein zu unserem neuen Ha^ gelegt! In aller Kürze so hoffen wir wird der Ilo iysikalische Verein, die Senckenbergische Biblio­thek uni Jügelstiftung ein Gleiches tun, und eine Reihe stattliche» bauten wird sich an der Viktoria-Allee erheben, der Pflege und der Förderung der Wissenschaft geweiht! Solche Früchte hat das Samenkorn gezeitigt, das vor nahezu 150 Jahren Senckenberg dem mütterlichen! Boden seiner Stiftung anvertraut hat.Ad augendam rem p a t f i a e medicam" hat er sie errichtet,zur Förderung der Natur- und Heilkunde in seiner' V a t e r st a d t", nicht ahnend, daß seine Schöpfung in kommenden Zeiten weit über die Grenzen Frankfurts und unseres deutschen Vaterlandes hinaus nutzbringend und fördernd wirken werde. Ein wesentlicher Bestandteil seines m edizinischen Institut s", der Lieblingsschöpfuug Senckenbergs, sein N a t u r a l i e n°K a b i n e t t, hat sich beeinflußt durch die Macht des göttlichen Wortes eines Goethe zu dem Museum unserer Natur­forschenden Gesellschaft entwickelt, die sich zu ehrendem An­denken an den unvergeßlichen Stifter dieSenckenbergische" nennt. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten sind in einer langen Flucht von Jahren aus unserer Gesellschaft hervor­gegangen und sind zum Bindeglied geworden, welches uns mit den Naturforschenden Gesellschaften aller Kultur- staalen der Erde vereinigt. Denn die Wissenschaft schreitet über die Schranken der Nationalitäten hinweg; sie erstrebt in friedlichem Wetteifer ein gemeinsames Ziel, der Wahrheit zu dienen, die uns frei macht!

Tief sind von jeher solche Gedanken nicht bloß in die deutsche gelehrte Welt, sondern auch in das deutsche Volk eingedrungen- Wir wollen und wünschen den Frieden mit allen Völkern und erblicken in der Wissenschaft eins ders stärksten Mittel, die unberechtigten nationalen Gegensätze zu überwinden. In diesem Wunsche wissen wir uns, weiß die ganze deutsche Nation sich eins mit unserem geliebten Kaiser, der die Aufrechterhaltung des Friedens für seine­vornehmste Aufgabe hält, und darum blicken wir dank­erfüllt auf zu dem Oberhaupte, unseres Staatswesens, das die Krone als Symbol der Macht und Größe des Reiches ehrfürchtig und selbstlos trägt, dessen milde Hand das Szepter mit Stärke und Gerechtigkeit führt zur Wah­rung des Friedens! a

Eingedenk der unvergeßlichen Worte seines Großvaters

I Kaiser Wilhelms des Ersten. « 0