Sturje Znt nachher vereinigte man sich zum F e st es s e n im Palmena arten. Nach dem. ersten Gang brachte der erste Direktor. Herr Dr. A.ug. Knoblauch, das Hoch auf dm Kaiser und die hohe Protektorin der Gesell- fcfiiaft, die Kaiserin, aus. Begeistert stimmten die Anwesen­den in das Kaiserhoch ein. Der zweite Direktor, Herr Stabsarzt Professor Dr. Marx, widmete sein Hiirra der Stadt Franffurt und ihrem Oberbürgermeister. Herr Oberbürgermeister Dr. A d ick es erwiderte wie folgt:

Aus die freundlichen Worie- des Vorredners zu mitmorten, ist mir eine angenehme Aufgabe, angenehmer als mancher andere Aufgaben meines Berufs. Hülsreich und edel soll der Mensch sein. Weit mehr als ein einzelner ist die Stadt Frankfurt dazu verpflichtet. Das ist ihr leicht, wenn sie einer Gesellschaft helfen soll, wie der Senckenbergischen, öle von der Bürger­schaft getragene grobe Ziele erreichte und gröberen Zielen zustrebt. Man kann in der Tat sagen, es ist heute für die Gesellschaft zugleich Ernte und Säctag. Erntetng ist es für sie, weil sie in den letzten Jahren in den Gaben der Bürger die Ernte empfangen hat für alles, was sie in 78jähriger Tätigkeit hier leistete. Säetag ist es, weil der Grundstein gelegt ist zu dem Neubau, in dem der Wissenschaft noch auf mehr Altären geopfert werden soll als bisher. Der wundervolle Maientag, an dem der Grundstein gelegt ist, möge ein Symbol der Zukunft der Gesellschaft sein. ... Bel. lichtem SoHrenschein mögen Sie Ihre hohen Ziel erreichen. Der heute gelegte Samen möge in Jahrhunderten iminer schöner auf- gehen. Jrn festen Vertrauen auf diese Zukunft erheben wir unsere Gläser unLMsxn? Die,Dr. Senckenbergische Natur­forschende Gesellschaft hoch! hoch! hoch!"

Herr Dr. Schn and igel sprach auf die Gäste, und Seine Exzellenz General von Lindequist erwiderte namens dieser wie folgt:

Ich bitte mich einen Augenblick der Würde als Ver­treter Ihrer Majestät der Kaiserin entkleiden zu dürfen. Sie wissen, dab ich Frankfurt in kurzer Zeit verlasse und das; mir das Herz bei diesem Gedanken schwer ist. Un­willkürlich komme ich darauf zurück, da ich hier vor einem Kreis von Frnnksurtern das Wort ergreife. Ich bin mit meinem ganzen Herzen in der Stadt, in der ich so freundlich ausgenom­men worden bin und wo ich so glückliche Jahre verlebt habe. Aber ich spreche nicht für mich, «>,. ss» s«,.

Senckenbergischen Gesellschaft, meiner Lebensjahre habe ich die liebenswürdige Aufnahme Feier. Ich tue das

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sondern für die Gäste der Als ältester Gast infolge das Recht, zu danken für bei der heutigen schönen

w _ .... ... Namen aller Gäste ans

vollem Herzen. Wir alle wünschen der Gesellschast, dab sie blühen und gedeihen möge durch Jahrhunderte hindurch, dab sie ruhmreich wirken möge wie bisher zur Ehre der Stadt Frankfurt, zum Wohl des Vaterlandes und der ganzen wissen- scha'tlichen Welt. Ich bi» Mitglied der Gesellschast, aber ein recht träger. Ich bin hier ein seltener Gast, nicht weil mir das > .Interesse für die Bestrebungen der Gesellschaft, sondern weil!

' mir die Zeit fehlte. Und doch gibt eS kein schöneres Leben, als wenn man vom Morgen bis Abend in seinem Beruf sieht. Das ist der einzige Grund, weshalb ich mich so selten sehen ! lieb. Vielleicht ist es mir vergönnt, da ich jetzt m ruhigere 1 militärische Verhältnisse hineinkomme, auch als Ga,t..der Sencken­bergischen Natnrforschenden Gesellschast hin und wieder lauschen zu dürfen. lLebhaster Beifall., Die Senckenbergische Natur, forschende Gesellschast hoch! hoch! hoch!"

Während der Tafel wurden noch eine Reihe weiterer, zum Teil humoristischer Reden gehalten, jo sprachen Herr Professor Braun-Darmstadt namens der Universitäten Marburg, Gießen und Heidelberg auf die Senckenbergische Gesellschast, Herr Hartmann auf Se. Erzelle^ Geh. Rat Schmidt-Metzler, Herr Tr. V oh sen aus die Damen, Herr Geh. Rat Schmidt-Metzler, Exzellmz, auf dm Physikalischen Verein, Herr Rektor Professor Tr. D i n g e l d e y - Tarmstadt namens der Technischen Hoct^ schule, Herr Rektor Professor Dr. Bur chard namens der hiesigen Akademie mb Herr Dr. N ; es-Mainz, namens der Rheinischen Natnrforschenden Gesellschaft aus , die Senckenbergische Naturforschende Gesellschach Ter ' Verlauf des MMes trug ein schr gemntliches Geprage Gemeinschaftliche Lieder wurden gesungen und water b« s Kaffee in den oberen Sälen, noch' manche angenehme Stunde tn anregender Unterhaltung verbracht.

X Kleines FemVetmr.

Frankfurt, 16. Mai.

sDer erbetene Befehl.s Seinerzeit ist in derFrank­furter Zeitung" erzählt worden, auf Grund welchen M i ß v e r - .standnisses die Kaiserin Auguste Viktoria zu dem .Protektorat über die Senckenbergische Natur for­sch ende Gesellschaft in Frankfurt gekommen ist: Der Kaiser hatte den ihn während seiner jüngsten Krankheit behan­delnden Frankfurter Laryngologcn gefragt:Nicht wahr, meine Mutter war Protektorin des Seiickcnbcrgianums?" Prof. Schmidt hatte bejahend geantwortet, da ihm im Moment nicht einfiel, daß das Senckenbcrgiaiiuni. niemals einen Protektor gehabt und gebraucht hat und daß die Kaiserin Friedrich ledig­lich Ehrenmitglied der Gesellschaft gewesen war.

! Daraufhin verfügte nun der Kaiser, daß seine Gemahlin ' das Protektorat übernehme, eine Anordnung, die in Frank­furt nicht geringe Ueberraschung erregte. Geschehen war jedoch geschehen, und die Kreise, die zur Senckenbergischen Gesell­schaft gehören oder ihr nahestehen, schickten sich mit ansehnlicher Gewandtheit in die neue Sachlage. Wir unsererseits hatten uns von der Verbindung eines aus der Initiative des freien Bürger­tums hcrvorgegangenen gelehrten Instituts mit einer rein äußer­lichen höfischen Sitte nichts für die Wissenschaft Förderndes ver­sprochen, und der Gang der Ereignisse scheint uns Recht zu geben. In dem Bericht unseres heutigen Morgenblattes über die G ru n d * stcinlegung zum neuen Naturhistorischen Museum deSSencken- bergianums wurde schon kurz erwähnt, daß bei dieser Zeremonie !General v. Lindequist, als Vertreter der Kaiserin, der ! Protektorin der Gesellschaft,den V c f e h l zur G r u n d st c i n -

l c g n n g" erteilt" habe. Diese Angabe bedarf der Aufklärung, weil der Leser vermuten könnte, der General, erwiesenermaßen eist Mann von erlesenem Takt, habe sich hcrausgenonimen, in diescp Versammlung von Gelehrten und Bürgern etwas zu befehle 1 / Das ist nun tatsächlich nicht der Fall gewesen. Der General wurde vielmehr gebeten, er möge befehlen, und zwar war cSl der erste Direktor der Senckenbergischen Natnrforschenden Gesell­schast Herr Dr. August Knoblauch, der am Schluß seiner An­spracheSe. Exzellenz bat, den V c f e h l zur Grundsteinlegung zu erteilen." Da haben wir's nun. Kaum ist die Wissenschaft in den Strahlenbereich des HofeS getrct-n, so weiß sie sich vor Demut nicht mehr zu fassen und erstirbt in Ehrfurcht. O über das deutsche Bürgertum, daS stolz darauf ist, sich befehlen zu lassen, und über­glücklich, gehorchen zu dürfen!

Jahresfeier

der Senckenbergischen Natnrforschenden Gesellschaft und Grundsteinlegung zum Neubau des Naturhistorischen Museums.

Frankfurt a. M., den 15. Mai 1904.

Akademische Feier.

In festlicher Weise hat am Sonntag, den 15. Mai 1904, im reichgeschmückten Vogelsaale des Museums an der Bleichstraße die 87. Jahresfeier der Sencken­bergischen Natnrforschenden Gesellschaft unter deni Vorsitz des I. Direktors Dr. A u g u st K n o b - lauch stattgefunden. Als Vertreter der Kai- serin, der Protektorin der Gesellschaft, war der Generalinspckteur der 3. Armee- Lnspektion Exzellenz von Lindequist er­schienen; ferner waren zugegen der Stadtkommandant Generalleutnant von Stnlpnagel, Polizeipräsi- sident Scherenberg, Oberbürgermeister Dr. Adickes, Oberpostdirektor Maier, Bürgermeister Dr. Barren- trapp, Stadtverordnetenvorstehcr Geh. Justizrat Dr. Humser, Negierungsrat von Wehrs und zahl­reiche Mitglieder des Magistrats und der Stadtverord- sieten-Versamnilung. Als Vertreter der benachbarten ^Universitäten waren erschienen Geh. Rat Prof. Dr. Bauer, Direktor des mineralogischen Instituts, ans Marburg, der Rektor der Universität Gießen Prof. Dr. Brauns und Geh. Rat Prof. Dr. C u rtins, Direk­tor des chemischen Laboratoriums, auI Heidelberg, ferner die Rektoren der Technischen Hochschule zu Darmstadt Prof. Dr. Dingeldey und der hiesigen Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften Prof. Dr. B n r ch a r d. Als Vorsitzender der Deutschen zoologischen Gesellschaft war Geh. Rat Prof. Dr. Spengel aus Gießen an­wesend. Sehr zahlreich waren auch die Naturwissenschaft- lichen Vereine der Nachbarstädte vertreten, mit denen die Senckenbergische Gesellschaft in freundschaftlichen Be­ziehungen steht, die Wetteranische Gesellschaft für die ge­samte Naturkunde in Hanau durch Oberlehrer Dr. R a u - senberger, der naturhistorisch-medizinische Verein in Heidelberg durch Geh. Hofrat Prof. Dr. B ü t s ch l i, die Rheinische Naturforschende Gesellschaft in Mainz durch Prof. Dr. N i e s. die Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften in Marburg durch Geh. Rat Prof. Dr. Bauer, der Verein für Naturkunde in Offen­bach durch Prof. Dr. Metz, Dr. Vachfeld, R. Engel/ C. Jorger, Dr. Grosch und Prof. Storck und der Nassauischc Verein für Naturkunde in Wiesbaden durch Geh. San.-Rai Dr. A.^ Page n st e ch e r, Dr. Dreher und Prof. Dr. !q. Fresenius, sowie die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung und die ihr angegliederten Vereine, der hiesige Aerztliche und Physikalische Verein und der Verein für Geographie sind Statistik, als deren gemeinsamer Vertreter der Wirkt. Geh. Rat Prof. Dr. Schmidt-Metzler an der Feier teilnahm.

Durch Dienstgeschäste waren leider au; Erscheinen ver­hindert Kultusminister Dr. S t u d t, der der Gesellschast zu der Feier seine wärmsten Glückwünsche und für ihre wissenschaftlichen Bestrebungen die Hoffnung auf weiteres erfolgreiches Jortschreiten ausgesprochen ^ hatte, -'ber- präsident v o n W i n d h c i m, Regierungspräsident Heng­st e n b e r g und der Komniandierende General de