sie hat bereits deutlich ausaebildete Kiemen, aber noch keine Beine. Sie unterscheidet sich durch diese geringe Größe und durch den völligen Mangel an Extremitäten ausreiche,rd von der neugeborenen Salamanderlarve. Denn die letztere ist bei der Geburt bereits etwa 24—30 Millimeter lang und hat schon vollständig ausgebildete, sogar recht plump«, robuste Vorder- und Hinterbeine.
Während nun bei den L a r v e n der Froschlurch e, den Kaulquappen, zuerst die Hinterbeine urrd erst später die Vorderbeine hervorbrechen, treten bei den Molchlarven die vorderen Gliedmaßen früher als die hinteren heraus, und zwar schon in der ersten oder zweiten Woche nach dem Verlassen des Eis, während die Hinterbeine etwa vierzehn Tage später zum Vorschein kommen.
Tie Gliedmaßen der Molchlarven bleiben unter allen Umständen viel graziler als die stämmigen und robusten Gliedmaßen der Jeuersalamanderlarve. Auch ist der F l o s- sensanm des Ruderschwanzes der Larven beider "Gattungen von verschiedener Form; bei unseren Molchlarven ist er am hinteren Ende mehr oder weniger zuge- bei der Kammolchlarve sogar mit einem fadenförmigen Anhang, und außerdem ist er wesentlich höher und überzieht den ganzen Riicken bis in die Gegend der Kiemen,vurzcln an, Halse, bezw. bis zum Nacken; bei der Larve des Feuersalamanders dagegen ist der Flosscnsaum des Schwanzes breit zugerundet und reicht nur etwa bis zur Mitte des Rückens.
Aus diesen rein morphologischen Unterschieden folgt ein sehr charakteristischer biologischer Unterschied hinsichtlich der Art der Fortbewegung der Larven der Molche und Salamander. Tie Feuersalamanderlarve beweis sich auf ihren stämmigen Gliedmaßen kriechend am Boden, und aufgescheucht schwimmt sie ruckweise durchs Wasser, um sich alsbald wieder auf den Boden sinken zu lassen; die' Molchlarve dagegen schwimmt gewandt und bewegt sich schwimmend blitzschnell im Wasser umher, während die grazilen Extremitäten ihr das Kriechen am Boden erschweren. Ter morphologische Bau der Gliedmaßen und des Flossensaums am Schwänze befähigt also die Molch l a r v e zu ein-'r wesentli ch besseren Schwimm s ä h i g k e i t, als sie die Salamanderlarve je erwirbt, und ganz analog isH der Unterschied der Sch w i m m fäh ig ke it der er-, ivackisenen Molche und Salamander. Während Jener,- und Alpensalamander, wenn sie ins Wasser gehen, plump und täppisch an der Oberfläche hin- und herschwirn»! men. tauchen die Molche mit der größten Lebhaftigkeit im Wasier unter und entwickeln namentlich auf der Jagd nach' Beutetiercn eine erstaunliche Behendigkeit.
Feuersalamander und Molche sind während ihres gan», zcn Lebens sowohl im Larvenzustand wie als entwickelte! Lurche Fleischfresser, und zwar ernähren sie sich im. Freien ausschließlich von lebenden Tieren. Schoch unmittelbar nach der Geburt beginnt die Salamanderlarv« ihre Jagd auf Daphnien und C y k l o p i d e n und die gleichen kleinen K r e b s ch e n sind im Aqarium auch die ge» eignetsten Futrerticre für die frisch ausgeschlüpfte Molch-! larve. Daneben bilden die Larven und später auch die Puppen unserer verschiedenen S ch n a k e n a r t e n, deq Eintagsfliegen, einzelner Käfer und anderer In- selten eine ausgezeichnete Nahrung für die jungen Sc>, lamander- und Molchlarven. Aufs sorgfältigste zu ver- meiden sind aber die räuberischen Libellenlarven und die mordgierige Brut der großen Schwimmkäfer, na» inentlich des Gelb rands, von denen schon ganz kleine Exemplare die Molch- und Salamanderlarven anfallen und töien. Zur Fütterung der herangewachscnen Larven eignen sich ferner auch kleine Kaulquappen in ausgezeichnetes Weise.
Die genannten Beutetiere leben vorwiegend in stehendem. Gewässer, und nur einige von ihnen werden vereinzelt auch in fließendem Wasser augetrosfen in den klaren Wald- und Gebirgsbächen, in denen die Feuersalamonderlarve mit Vorliebe lebt. Am Naturgemäßesten ist es demnach offenbar, die Salamanderlarven auch in der Gefangenschaft mit den Tieren zu ernähren, die unsere fließenden Wasser beleben, vor allen, also mit dem Flohkrebs. Eine derartige Fütterung ist auch deshalb besonders empfehlenswert, sweil dieses lebende Material mit am frühesten imJahre bezw, was ganze Jahr hindurch zu beschaffen ist. Gerade'
' in der Gefangenschaft kommt es nicht selten vor, haß das J-.uersalamanderweibchen schon um die Weihnachtszeit seine Larven gebiert. Da ist es unter Umständen recht schwer,' die nötigen Juttertrere zu erlangen. Die Tümpel und Lachen
im Freien sind nt Eis bedeckt, und wsnn wir die Eiskruste.'
1 durchschlagen, so erbeuten wir höchstens einige Daphnien! und Cyklopiden in unserem Netze, eine Schnecke und einen vereinzelten Wasserkäfer, und erst Anfang Februar wird! das Leben unter dem Eise in unseren Tümpeln reichlicher,' Dann finden wir die kleinen Krebstierchen allerdings schoß in Menge, Masserasseln, zahlreiche Schnakenlarven, K'öcher- fliegenlarven, Wasserwanzen, Käfer u. s. fl Zu einer Zeit aber/wo die stehenden Gewässer noch zugefroren sind, sind unsere raschstießenden Wald- und Gebirgsbäche meist schon eisfrei und belebt von großen und kleinen Flohkrebsen, dis, wir in ziemlich beträchtlicher Anzahl erbeuten können
ip Mir haben also eine recht große Auswahl von Futter- stieren. die wir unseren Salamander- und Molchlarven in der Gefangenschaft als Nahrung anbieten können. Immerhin können aber Verhältnisse eintreten, die es uns unmöglich machen, Veutetiere in genügender Menge herbeizuschassen; Sam, werden wenigstens für größere Larven kleine Regen» 'Würmer oder Stückchen davon eine naturgemäße Nahrung bilden, und nur im äußersten Falle wird es nötig sein, 'seine Zuflucht zu kleinen Stücken rohen, seingeschablen Jlei- ichcs zu nehmen.
Bei einer solchen Ernährung, die unter allen Umständen eine a u ß e r o r d e n tl i ch reichliche sein muß, vollenden die Larven des Feuersalamanders und der Molche ihre Entwickelung zum Landtier in einer Zeit von etwa
2 bis 3y 2 Monaten; aber der Akt der Metamorphose selb st stellt ungeheure Anforderungen an ihren Organismus. Ties ist begreiflich, wenn umn bedenkt, daß ein bisher kiementragendes Masse r t ier sich in wenig Tagen zum lungenatmenden Landtier entwickelt. Während der Verwandlung ist die Jreßlust der Larven stark vermindert, viel- lcich, ganz ausgehoben; und i st die Metamorphose vollendet, so ist der junge Landsalamander etwa 10—15 Millimeter, der kleine 'Molch etwa 6—10 Millimeter kleiner, als !es wenige Tage zuvor die Larve gewest c n i st.
j Haben wir nun durch sorgsame Pflege und reichliche 'Ernährung unserer kleinen Tiere unser erstes Ziel erreicht und unsere Salamander- und Molchlarven ihre Metamorphose im Aquarium vollenden sehen, so erwächst uns eine neue, wesentlich schwierigere Aufgabe: die Ernährung der kleinen Landtiere.
Junge Feüersalcmiander und Molche ernähren sich !ebenso, wie ihre Larven, vorwiegend von lebenden Tie-' r c n, deren Bewegungen sic zur Jagd anlockcn Bei der Schwerfälligkeit und Unbehclscnheit aber, die die kleinen Schwanzlurche namentlich in der ersten Zeit nach der Metamorphose in ihren Bewegungen auf dem Lande zeigen, eignen sich zu ihrer Ernährung- nur solche T'ere, die — bei entsprechender Kleinheit — sich selbst nur langsam kriechend bewegen und dem beutegierigen Lurch nicht so leicht entschlüpfen können. Als solche Fnttertiere leisten bei der Aufzucht ganz junger Salamander und Molche namentlich Blattläuse der verschiedensten Arten ausgezeichnete Dienste, deren ma n wä hrend des ganzen Som mers bis in den Spätherbst hinein eine genügende Menge, an einigen Blättern oder Stengeln sitzend, ins Terrarium bringen kann. Man wird dann beobachten, wie die kleinen Lurche sich' wie um einm gedeckten Tisch um die blattlausbesetzten Blätter und Stengel versammeln und eifrig nach den Kersen schnappen. Sehr geeignet sind ferner die Larven der Schaum- zirpe, welche in einem eigenartigen Schaumgebilde, der sog. „K u ck u ck s s p e i ch e 1" leben. Auf jungen Zweigi. | berschiedener Pflanzen, besonders am W i e s e n s ch a u m - ■Kaut, welches danach benannt ist, findet man nicht selten einen weißen, speichelartigen Schaum, in dem die Jungen der gemeinen Schaumzirpe leben und den sie absondern, um -dadurch bis zu ihrer Bestügelung gegen Feinde geschützt ' zu sein.
Ferner eignen sich zur Ernährung der kleinen Salamander und Molche junge, eben ausgeschlüpfte Spinnen und Spinneneier, die man sreilich mit einem kleinen Grashälmcheu hin- und her bewegen muß, kleine Maden ünd unbehaarte Räupchen aller Art, dieLarven der Köcherfliegen, kleine R e g e n w ü r m er Tausendfüßler, Nackschnecken und dergl. Es sind offenbar dieselben kleinen Tiere, die auch IM Frenn den jungen Salamandern und Molchen zür Beu e Ja ; i •
' Im Laufe des SominerZ und selbst noch un Herbst wird es meist nicht schwer sein, diese Futtertiere m genügend -Menge zu Zsch-ffe», immechm ist e- °be- ,m,v.»bbck an,