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Magistratssitzung vom 9. Dkzember 1902.

die daher die Stadt ganz unbhäugig van der Akademie zu tragen hat, und zwischen den Auf­wendungen, die die Stadt für Zwecke der Akademie zu machen hat. Tie letztgenannten Aufwendungen bestehen darin, das; die Stadt abgesehen von der Hergabe des Baugrundes für die übrigens größten- theils von der Errichtung der Akademie unab­hängigen Gebäude der wissenschaftlichen Stiftungen zu den Kosten der allgemeinen Verwaltung derAkademie einen Beitrag leistet und bei einzelnen der bestehenden Krankengebände und bei den noch zu errichtenden Krankengebäuden die für Ilnterrichtszwccke erforder­lichen Einrichtungen trifft.

Ein ziffermästiger Nachweis über die Kosten dieser Einrichtungen und über den Antheil von den Berwaltungskosten kann, solange weder die Detail- pläne über die neuen Krankengebäude vorliegen, noch die Bereinbarungcn mit den an der Akademie betheiligten Korporationen zum Abschluß gelangt sind, nicht gegeben werden. Wohl aber kann soviel gesagt iverden, daß ganz abgesehen von den großen ideellen und auch materiellen Bortheilen, die wir uns von der Akademie für unsere Stadt im All­gemeinen versprechen, die Aufwendungen, welche die Stadt für die Akademie zu machen haben wird, reichlich ausgewogen werden durch die weiteren Stiftungen die von Herrn Eh. Hallgartea und von anderer Seite, ivelche ungenannt zu bleiben wünscht, in Höhe von ,Jt. 200,000, bezw M. 150,000 für den Fall des Zustandekommens der Akademie für einen Theil der geplanten Bauten schon in Aussicht gestellt sind.

Was dagegen die Kosten der Erweite­rung d es K r a nkenh a ns es anbcl äugt, so handelt es sich hier um Aufwendungen, die die Stadt unter allen Umständen zu machen hätte oh u e R ü ck s i ch t d a r auf, ob die Akademie begründet wird oder nicht. Das städtische Krankenhaus verfügt in den vorhandenen Krankengebäuden über 709 Betten «medizinische Station 247 Betten, chirurgische Station 262 Betten und Hautkranken-Station 200 Betten). Während die erst vor Kurzem wesentlich vergrößerte chirurgische Station wohl erst in einigen Jahren voll belegt fein wird, sind die medizinische und die Haut­kranken - Station so angewachsen, daß seit einiger Zeit Baracken zur Aushilfe benutzt werden müssen. Die aus leichtem Material hergestellten trans­portablen Baracken find wohl für eine Reihe von Krankheitsarten ausreichend, immerhin ist der Prozentsatz der Kranken, die in eigentlichen Kranken­

gebäuden untergebracht werden müssen, so groß, daß mit der Errichtung weiterer fester Krankengebände nicht länger gezögert werden darf.

Es wird zunächst die schon wiederholt berührte Frage zu erörtern sein, ob es zweckmäßig ist, das vorhandene Krankenhaus weiter ans- zu bauen oder ein n e ne s Krankenhaus zu errichten. Gegen die Erweiterung des Kranken­hauses ist angeführt worden, daß die Lage in der Nähe des Kohlenhafens und der Eisenbahn nicht zweckentsprechend sei, daß schon jetzt die vorhandenen Gebäude zu eng beieinanderstehen, daß bei allzn- großer Ausdehnung einer Anstalt die Uebersichtlich- keit und Einheitlichkeit der Berwaltnng leiden müßten, und daß im Interesse der Kranken selbst, für die das Krankenhaus rasch und leicht erreichbar sein muß, die Dezentralisation sich empfehle. Es mag null zugegeben werden, daß es erwünscht ge­wesen wäre, wenn von dem Krankenhaus die Bahn- nnd Hafenanlagen hätten ferngehalten werden können, andrerseits ist aber bei dem großen Kapital, das in dem Krankenhaus investirt ist, an seine Entfernung von der jetzigen Stelle nicht zu denken. Es kann daher, da die Nähe der Hafen- und Bahn­anlagen zu erheblichen Störungen nicht geführt hat, umso eher an die Errichtung weiterer Gebäude ge­dacht werden, als die neu geplanten Gebäude größtentheils weit ab von den störenden Anlagen errichtet iverden können. Zu dem gewährt das er­weiterte Gelände die Möglichkeit, die vorhandenen Gartenanlagen in einer zweckmäßigen Weise zu er- weitern, so daß etwaige Störungen auf ein Minimum eingeschränkt werden können.

Auch hat sich die Befürchtung, daß der freie Raum durch die geplanten Neubauten in unzu­lässiger Weise mehr als bisher eingeschränkt werde, nicht als begründet erwiese». Während auf dem seitherigen Krankenhaus-Gelände bei etwa 700 Betten auf 1 Bett 88 gm kommen, wird das Berhältniß auf dem in Süden und Osteil neu hinznznfügenden Gelände wesentlich günstiger iverden. Da von den 450 Betten, um die das Krankenhaus erweitert iverden soll, 370 ans dem neuen Gelände östlich und südlich vom Krankenhaus ihren Platz finden sollen, wird von diesen neuen Betten 1 Bett 144 gm Raum erhalten, mtb wenn das alte und das neue Gelände znsammengefaßt wird, ergiebt sich, daß für das erweiterte Krankenhaus berechnet, ans 1 Bett 117 gm kommen. Die Berhältnisse iverden also, da auf 1 Bett künftig 25 0 / 0 mehr Raum, als seit­her, entfallen wird, noch bedeutend günstiger als seither iverden und es wird das erweiterte Kranken­haus, zumal wenn die Lage in unmittelbarer Nähe