die Raupen, nachdem sie die Bäume ihrer Blätter beraubt hatten, das reifende Obst, befielen und auch noch auf diese Weise den Besitzern grossen Schaden brachten. Oft sieht man an Bäumen und Striiuchern mehr Cocons als Blätter. Besonders gegen Ende des Sommers beobachtet man an Bäumen, die zum grossen Teil ihrer Blätter beraubt sind, in unzähligen Mengen die Cocons des Oeceticus platensis. Trotzdem diese regelmässig im Herbst von den Bäumen entfernt und verbrannt -werden, finden sich die Raupen im Frühjahr doch wieder zahlreich ein. Bis jetzt ist es noch nicht möglich geworden, dieselben auszurotten oder wenigstens in ihrem Auftreten zu beschränken.
Ein nicht weniger interessanter Schmetterling ist Mimallo despecta, dessen Raupe auch einen Sack anfertigt, der in der Form sehr viel Aehnlichkeit mit einem Indianerboot hat; diesen Sack befestigt die Raupe vermittels einiger Fäden an ihrem Futterstrauche, verzehrt die in nächster Nähe zu erreichenden Blätter, wechselt dann den Ort und hängt den Sack an einer anderen Stelle mitten zwischen reichlicher Blätternahrung’ wieder auf.
So fährt sie fort, bis sie herangewachsen ist. Vor ihrer Verpuppung befestigt sie den Sack, der zugleich als Cocon dient, an einem Stiel. Zur Herstellung des Sackes benutzt die Raupe ein besonderes Gespinst und den eigenen Kot. Niemals verlässt die Raupe den Cocon vollständig. Da dieser Schmetterling nicht so häutig vorkommt, wie Oeceticus platensis, so war es mir nicht möglich, wie bei Oeceticus platensis die Cocons in den verschiedenen Grössenstufen von Anfang an zu sammeln. Von Delophonota Ello und Philampelus Licaon habe ich die Raupen auch in abweichender Färbung angetroffen, jedoch bei den aus ihnen gezüchteten Schmetterlingen keinen Unterschied entdecken können. Von Philampelus Labruscae habe ich junge Raupen, die ganz grün gefärbt waren, vorgefunden; dieselben nahmen später die normale Farbe an. Auch hier konnte ich in den gezüchteten Schmetterlingen eine Abweichung nicht konstatieren. Von Eudaria venata, deren Raupen gewöhnlich schwarz sind, habe ich im Verlauf der Züchtung einzelne Raupen erhalten, die 1, 2, 3, 4 gelbe Ringe, ja auch solche, die gelbe Ringe vom Kopf bis zum Leibesende be- sassen. Diese vermeintliche Abart hatte ich in einem besonderen Zuchtkasten untergebracht, weil
ich der Meinung war, eine Varietät gefunden zu haben. Es zeigte sich jedoch, dass weder die Männchen noch die Weibchen, die aus ihnen hervorgingen, einen Unterschied aufwiesen. Nach Eiern von Pamphila Ethlius hatte ich schon drei Sommer vergebens gesucht, trotzdem der Schmetterling nicht gerade selten ist. Erst im vierten Sommer entdeckte ich Eier, nachdem ich längere Zeit den fliegenden Schmetterlingen nachgegangen war und alle Stellen, an denen sie sich, wenn auch nur einige Augenblicke, niederliessen, untersucht hatte. Um ganz sicher zu gehen, sammelte ich von ihnen, soviel ich erhalten konnte, und liess eine Anzahl davon mit gutem Erfolg schlüpfen. Auch die Eier von Papilio Polydamas und Papilio Perrhaebus zu erlangen, verursachte mir grosse Mühe. Beide Papilioarten leben an ein und derselben Futterpflanze, einer Art Schlingpflanze, die sich auf dem Erdboden ausbreitet und mit der Zeit eine grosse Fläche bedeckt. Pflanze
für Pflanze habe ich vom Boden aufgehoben und einer gründlichen Untersuchung unterworfen. Von Papilio Polydamas fand ich gewöhnlich 10—12 Eier zusammen an dem Stengel der Pflanze, von Papilio Perrhaebus stets nur einzelne unter den Blättern, auch die Raupen beider Arten fand ich stets unter den Blättern sitzend vor. Bei der Züchtung dieser beiden Arten erhielt ich aus zwei zufällig gleichzeitig gefundenen Eiern einen bis jetzt noch ziemlich seltenen Schmetterling, den Euryades Duponchelli. Von ihm bin ich infolge dieser Züchtung in den Besitz einer Raupe und eines Schmetterlings gekommen. Ausserdem erhielt ich durch Freundeshand eine Puppe geschenkt. Trotz vieler Mühe habe ich von dieser Art nie wieder etwas finden können. Beim Suchen der Papilioarten stiess ich sehr oft beim Emporheben der Pflanzen, unter denen ich Eier und Raupen vermutete, auf Schlangen, welche mich Ahnungslosen in einen tüchtigen Schrecken versetzten.
In der Umgegend von Buenos-Ayres kommen Giftschlangen fast gar nicht vor; trotzdem ist es keine angenehme Ueberraschung, statt der gesuchten Raupen Schlangen anzutreffen. Von sehr vielen Schmetterlingsarten, besonders von Tagfaltern, vermochte ich keine Eier zu erlangen. Auch in der Gefangenschaft legten dieselben keine Eier, ebenso blieb die Untersuchung der Futterpflanze meist ohne jegliches Ergebnis. Die Nacht- , falter, von denen ich in der Gefangenschaft Eier
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