Diarrhöe bekamen. Die Erkrankung derselben wurde herbeigeführt durch den auf den Pflanzen noch befindlichen Tau, der in der dortigen (legend des Morgens regelmässig sehr stark fällt. Bald hatte ich herausgefunden, dass das Futterkraut den Raupen am besten zusagte, nachdem die Sonne dasselbe einige Stunden beschienen und es vom Tau ordentlich befreit hatte. Mit dieser Arbeit verging eine geraume Zeit des Vormittags, bevor ich noch daran denken konnte,wieder eineTour zu unternehmen. Da sich dort die Wege auch nicht in gutem Zustande befinden und dieselben besonders ausserhalb der Stadt sehr viel zu wünschen übrig lassen, ist es nach Regemvetrer absolut unmöglich, nach auswärts zu kommen. Dazu kommt noch die grosse Unsicherheit, die es erforderlich macht, sich auch mit Waffen zur eigenen Verteidigung zu versehen. Um zu den meisten Fundorten, die passendes Material lieferten, zu gelangen, hatte ich oft bis zu zwei Stunden lange Märsche zu machen. Dann be-

Dann

gann ich erst mit dem Sammeln. Ich er­wähne bei dieser Ge­legenheit, dass mir die Stadtverwaltung von Buenos-Ayres in anerkennenswerter Weise die Erlaubnis erteilte, auf allen öffentlichen Anlagen, Platz- und Park-An­lagen, unbehindert dem Insektenfang nachzugehen. Sehr grosse Geduld und Ausdauer gehört auch zum Präparieren der Raupen, da man neben der grossen Hitze der

abzustreifen, sei nebenbei erwähnt. Trotz alledem ist es nur von verschiedenen nicht gerade selten sich zeigenden Schmetterlingen nicht gelungen, der ersten Entwickelungsstufen habhaft zu werden! Ich besitze eine grosse Zahl von argentinischen Schmetterlingen, wo Ei, Raupe und Puppe trotz eifrigen und angestrengten Suchens nicht zu finden waren.

Die interessanteste und reichhaltigste Biologie ist die von Oeceticus platensis, dem sogenannten Sackträger. (Siehe Fig.) Die Eier dieses Schmetter­lings überwintern in dem weiblichen Uocon, das Weibchen legt sie nämlich in die verlassene Puppen­hülse ab. Sobald der Frühling naht, verlassen die kleinen Raupen den Uocon und zerstreuen sich vermittels eines selbstgesponnenen Fadens auf dem Baum, auf dem sich der Uocon befindet, und von hier auf benachbarte Bäume und Sträucher. Dann beginnen sie sofort mit dem Spinngeschäft; sie fertigen einen Sack an, den sie ihrem Wachs­tum entsprechend ver-

V.

Luft noch der des

Ofens, der zum Trocknen der Raupen dient, ausgesetzt ist. Hierzu kommt noch die Haupt- plage des Landes, die Mosquitos, welche den Menschen Tag und Nacht peinigen. Günstig für das Sammeln und Züchten der Raupen sind nur 56 Monate. Während des Winters ist absolut nichts zu erlangen. Sehr häufig sind ja die Tage während dieser Jahreszeit sehr an­genehm, oft sogar so heiss, dass man geneigt i>t, leichtere Kleider anzulegen, eine Unvorsichtigkeit, durch die sich hier sehr viele Personen Krank­heiten zuziehen. Sobald nämlich die Sonne nnter- gegangen ist, wechselt mit einem Mal die Wärme des Tages mit einer ganz empfindlichen Kälte ab. Des Morgens ist dann gewöhnlich die ganze Gegend mit Reif bedeckt, der allerdings bald wieder verschwindet. Schnee habe ich dort noch nicht zu sehen bekommen. Dass mich mein Suchen auf Wege brachte, die sonst nicht passiert werden, dass ich gezwungen war, Moräste, Wälder, Fluss­ufer und anderes schwer zugängliches Terrain

grossem. I Uesen Sack schleppen die Raupen auf ihren Wanderun­gen immer mit sich. Zuerst benutzen sie zur Herstellung des­selben kleine Blatt­teile, später Blatt­stiele und Stengcl- teile der Futter­pflanze. Ist die Raupe soweit herangewach­sen, dass sie sich ver­puppen will, so be­festigt sie den Sack an einem Zweige, überzieht ihn noch mit einem zweiten Gespinst zu einem Uocon und schliesst diesen am oberen Ende. Nur das Männchen schlüpft später aus der Puppe und befruchtet das Weibchen, welches zwar ausschlüpft, aber den Uocon nicht ver­

lässt. Nachdem das Weibchen die Eier in die eigne leere Puppenhülse abgelegt hat, fällt es zur Erde und geht zu Grunde. Hiermit im Ein­klang steht die Flügellosigkeit des Weibchens, die aus den Gläschen des Biologiekastens zu ersehen ist. In diesen Gläschen sind enthalten:

1) ein Weibchen vor dem Ablegen der Eier,

2) ein Weibchen nach dem Ablegen der Eier,

3) eine weibliche Puppe, 4, eine Puppenbülse

mit abgelegten Eiern und 5) die Eier allein. Auf Grund mehrjähriger Beobachtung hat sich die sehr bemerkenswerte Thatsache ergeben, dass schon bei den Raupen der Gegensatz des Geschlechts nach Form, Grösse und Färbung zu erkennen ist. Die Raupen kommen mit sehr wenigen Ausnahmen fast an allen Bäumen und Sträuchern vor und verursachen in Gärten und Anlagen sehr viel Schaden. In Obstgärten habe ich bemerkt, dass

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