dem Gebiete der übrigen Fakultäten ist für eine solche Fachschule weder ein Bedürfnis, noch paßt sie in die Organisation des deutschen Hochschulunterrichts. Die amerikanische Organisation beruht auf einer Dreiteilung des Unterrichts. An die eigentliche Schulbildung schließt der Unterricht im Kollege an, einer Lehranstalt mit halb schulmäßiger, halb universitätsmäßiger Einrichtung; die eigentliche Fachbildung gibt dann die AruäuLts 8chool. In Deutschland ist das Zwischenglied, welches das Kollege darstellt, unbekannt. Aus welchen Kreisen sollen sich nun die Schüler einer Akademie, die einer ^rnäunte sciwol entspricht, rekrutieren, und zu welchen Zwecken sollen sie die Anstalt besuchen? Ein Bedürfnis ist für eine solche Lehranstalt keinesfalls vorhanden, und mit dem Bedürfnis mangelt auch die Existenzberechtigung. Haben wir in Deutschland keine Veranlassung Vorbilder für den Hochschulunterricht in Amerika zu suchen, so bietet uns ebensowenig die Errichtung von Fachschulen nach französischem Muster, die vielleicht in Frage kommen könnte, ein erstrebenswertes Ziel. Die wissenschaftlichen Fachschulen, die unter Napoleon I. in Frankreich organisiert wurden, um an die Stelle der alten Universitäten zu treten, haben wenig getan, um den wissenschaftlichen Geist zu stärken. Sie sind reine Unterrichtsanstalten geblieben, die weder der Pflege-der wissenschaftlichen Forschung noch auch nach Art der englischen Hochschulen ihren Zöglingen wissenschaftliche Bildung zu geben als ihre Aufgabe ansehen. Man hat in Frankreich selbst die Inferiorität der dortigen Hochschulen gegenüber den deutschen Universitäten anerkannt und Reformen angebahnt, zu denen man das Vorbild in Deutschland suchte. Es erscheint daher heute bei uns wenig angebracht solche wissenschaftliche Fachschulen neu ins Leben rufen zu wollen. Wenn es sich darum handelt, eine Hochschule zu gründen, so darf es nur eine solche sein, die die Aufgabe der deutschen Universitäten erfüllt, zugleich Werkstätte wissenschaftlicher Forschung und Anstalt für den höchsten wissenschaftlichen Unterricht zu sein. Nur eine solche Anstalt fügt sich in den Bau unseres höheren Bildungswesens ein, und daher ist auch nur für sie ein Bedürfnis und eine Berechtigung vorhanden.
Damit wäre unserer neuen Akademie keine andere Aufgabe zuerteilt wie die, als gleichberechtigte Schwester neben die deutschen