werden, dessen Existenzberechtigung recht problematisch wäre. Es soll nicht in Zweifel gestellt werden, daß die geistigen Interessen in unserer Stadt durch eine solche Anstalt eine gewisse Anregung erfahren könnten. Aber es würde damit keine Aufgabe erfüllt werden, die die Aufwendung so erheblicher dem öffentlichen Wohle gewidmeter Mittel rechtfertigte. Faßt man die Aufgaben ins Auge, die für eine solche Akademie, die nicht Universität ist, in Frage kommen, so könnte man einmal an eine volkstümliche wissenschaftliche Anstalt denken, die eine Hebung der allgemeinen Volksbildung sich zum Ziele setzt. Die von England und Amerika ausgehende Bewegung einer university extension, die Bestrebungen, die von den Universitäten gepflegte geistige Kultur volkstümlich zu gestalten und in weite Volkskreise zu tragen, verdient sicherlich alle Förderung seitens der Kommunen. Aber diese Aufgabe würde von einer solchen Akademie kaum eine Förderung erfahren können. Jene Bestrebungen stehen sogar in einem Gegensatz zu einer fest organisierten wissenschaftlichen Anstalt. Sie bedürfen nicht der schwerfälligen Organisation einer Akademie, noch der Festlegung bedeutender Summen auf ewige Zeiten. Die Wissenschaft, die popularisieren will, muß die Menge aufsuchen. Sie darf sich nicht schulmäßig abschließen und zuwarten, bis das Volk zu ihr hinkommt. Die Aufgabe einer organisierten Akademie kann nie eine populäre sein, sie muß eine rein wissenschaftliche sein, wenn anders sie eine Existenzberechtigung haben soll. Wie sie einen geschlossenen Lehrkörper besitzt, muß sie eine geschlossenen Schülerkreis sich erwerben, um Früchte ihrer Lehrtätigkeit erzielen zu können.
Kann und darf somit eine mit so reichen Mitteln gegründete Anstalt nur eine solche sein, die der Pflege streng wissenschaftlicher Arbeit gewidmet ist, so könnte weiterhin — und daran scheinen die Organisatoren zunächst zu denken — die Gründung wissenschaftlicher Fachschulen in Frage kommen. Man will wohl in erster Linie durch eine Neuorganisation der medizinischen Anstalten ein Institut schaffen, wie es die amerikanischen Aruäua.t68 8oiwol8 darstellen, wissenschaftliche Fachschulen, die der Ausbildung von Fachgelehrten dienen. Es mag dahin gestellt bleiben, ob solche Fachschulen auf medizinischem Gebiete ein Bedürfnis sind. Auf