gelegenheit zu schaffen, die letztere Alternative wählen. In der Medizin hat die Prophylaxe größere Erfolge als die eigentliche Heilkunde. Arbeit zu schaffen ist soziale Prophylaxe. Der Arme ist sozial ein Kranker, und der soziale Organismus soll Mittel finden, seine Glieder vor Krankheit zu bewahren. Von diesem Gesichtspunkte aus ist rein wirtschaftlich der Errichtung einer Aka­demie für das Wohl der Allgemeinheit eine höhere Bedeutung bei­zumessen als der Gründung einer Wohltätigkeitsanstalt mit einer beschränkten Anzahl Pfründnerstellen. Ich weise nur darauf hin, welche wirtschaftliche Vorteile in den Universitätsstädten der Mittel­stand von Hochschule und Studenten zieht. Dies tritt am deut­lichsten in der kleinen Universitätsstadt zu Tage, wo die Existenz des kleinen Bürgerstandes fast ausschließlich auf der Hochschule basiert. Aber auch in der Wirtschaftsbilanz der Großstadt ist eine solche von erheblicher Bedeutung, und dies um so mehr, als hier die große Zahl der wirtschaftlichen Halbinvaliden in Frage kommt, welche die geringe Höhe ihrer Einkommen auf der einen Seite und die Teuerungsverhältnisse der Großstadt andererseits auf Neben­erwerb anweisen. So wird die den Mittelstand besonders drückende Wohnungsnot beträchtlich gemildert, wenn durch Vermieten von Zimmern der Preis der Wohnungen in das richtige Verhältnis zu dem Einkommen gesetzt werden kann. Es wird weiter eine ganze Reihe von Gewerben direkten Nutzen aus einer Hochschule ziehen können; es werden im Anschluß an wissenschaftliche Institute manchen hier noch nicht vertretenen oder unentwickelten Gewerbs- zweigen Verdienst geboten werden. Und so wird Arbeit geschaffen werden, Arbeit für Viele und sie wird segensreicher wirken als ein Almosen, das nur Wenigen zugute käme.

III.

Eine solche Beeinflussung der wirtschaftlichen Verhältnisse wird sich allerdings nur ergeben, wenn eine lebensfähige Organi­sation geschaffen wird, die imstande ist, eine größere Anzahl Studenten nach unserer Stadt zu ziehen. Würde die künftige Akademie nichts anderes bieten als einige Vorlesungen aus den Rahmen der philo­sophischen Fakultäten, dann würde fürwahr ein Gebilde geschaffen